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Helfer sind Beobachter und Partner der Bürger

Freiwilliger Polizeidienst Helfer sind Beobachter und Partner der Bürger

Ab sofort sind in Neustadt wieder freiwillige Polizeihelfer im Einsatz. Die Teams in Kirchhain und Stadtallendorf sind größer geworden.

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Sechs Polizeihelfer, ein siebter fehlte erkrankt, wurden gestern offiziell in ihre Aufgabe eingeführt, im Beisein von Polizeiführung, ­Bürgermeistern, Stadträten und Ordnungsamtsmitarbeitern.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Polizeipräsident Bernd Paul selbst führte die neuen insgesamt sieben freiwilligen Polizeihelfer in ihre Funktion ein. Sechs von ihnen werden jetzt, verteilt auf Stadtallendorf, Kirchhain und Neustadt, ihren Dienst am Nächsten verrichten. Einer von ihnen ist der 31-jährige Mehdi Shariati Javani. Vor gut anderthalb Jahren kam er aus dem Iran nach Deutschland; er erhält hier Asyl. „Es macht mir Freude, wenn ich Menschen helfen und etwas für ihre Sicherheit tun kann“, sagt Javani. Er ist in Neustadt eingesetzt. In Stadtallendorf, wo er lebt, hatte er zum ersten Mal Polizeihelfer auf einer Tour in der Innenstadt gesehen. Das habe ihn neugierig gemacht, berichtet er im Gespräch mit der OP. Von Pfarrer Thomas Peters erfuhr Javani von den ausgeschriebenen neuen Stellen.

Sprachprobleme gibt es keine. Von seinem Ausbilder bei der Polizei bekommt er - wie alle neuen Helfer - Lob für das Engagement bei der Vorbereitung auf die neue Aufgabe. 50 Ausbildungsstunden liegen hinter den neuen Polizeihelfern, einschließlich eines Erste-Hilfe-Kurses.

Die drei Ostkreis-Städte kooperieren eng beim Freiwilligen Polizeidienst (die OP berichtete). In Stadtallendorf sind nun sieben Polizeihelfer eingesetzt, in Kirchhain fünf, in Neustadt vier. Die drei Bürgermeister wie auch Polizeipräsident Paul hoben die Kernaufgabe der Polizeihelfer hervor: Das Sicherheitsgefühl der Bürger durch ihre Präsenz stärken. Die Öffentlichkeit habe einen Anspruch darauf, dass Sicherheit garantiert werde. Dabei seien die Polizeihelfer ein Element neben der Vollzugspolizei wie auch den Ordnungspolizisten der Städte und Gemeinden. Paul betonte auch: „Die Polizeihelfer sind eine Ergänzung, kein Ersatz für die Polizei.“

Mancher Bürger vermisst die Schutzleute, die zu Fuß durch ihr jeweiliges Revier gehen. Sie sind zur Ausnahme geworden. Polizeihelfer können einen Teil dieser wichtigen Funktion bei ihren Touren übernehmen. Sie sollen schließlich Ansprechpartner sein, beobachten und bei Bedarf weitermelden.

Städte koordinieren die Einsätze eng

Den Bürgern werden die Polizeihelfer in den drei Ostkreisstädten auch verstärkt bei Volksfesten begegnen. Die Einsätze werden unter den drei Städten koordiniert. Das ermöglicht mehr Präsenz bei der einzelnen Großveranstaltung.

Die Koordination erfolgt durch die Ordnungsbehörde der Stadt Stadtallendorf. Wie die OP berichtete wird diese Zusammenarbeit der drei Städte untereinander vom Land Hessen finanziell unterstützt. In Neustadt ist der freiwillige Polizeidienst reaktiviert worden. Die Junker-Hansen-Stadt hatte ihn seinerzeit aus finanziellen Gründen aussetzen müssen. Als Neustadt Standort einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge wurde, fiel die Entscheidung für den freiwilligen Polizeidienst. Bürgermeister Thomas Groll erinnerte an das Sicherheitsgefühl der Bürger, das gestärkt werden sollte, etwa an öffentlichen Plätzen wie dem Bürgerpark.

Groll erinnerte den Polizeipräsidenten trotzdem an die alte Forderung der Ostkreis-Städte nach einer personellen Aufstockung der Polizeistationen, spätestens 2019, wenn das Land zusätzlich ausgebildete Beamte bereitstellen wird. Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi hob hervor, wie gut das Zusammenspiel zwischen den Ordnungsbehörden, der Polizei und dem Polizeidienst bisher funktioniert hat. „Es läuft reibungslos“, betonte er. Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann stellte den ehrenamtlichen Dienst heraus, den die freiwilligen Polizeihelfer verrichten. Sie erhalten lediglich eine Aufwandsentschädigung und dürfen bis zu 25 Stunden pro Monat leisten.

von Michael Rinde

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