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Helfer schaffen Platz für Flüchtlinge

Notunterkunft Helfer schaffen Platz für Flüchtlinge

600 Helfer des Katastrophenschutzes bauten mit 50 Soldaten eine Zeltunterkunft für rund 750 Flüchtlinge. Bis Sonntagabend kamen knapp 200 Menschen in Stadtallendorf an.

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Feuerwehrleute und Bundeswehrsoldaten bauten das Flüchtlingscamp in Stadtallendorf auf.

Quelle: Nadine Weigel

Stadtallendorf. Seit Sonntag, 4 Uhr, sind die ersten Flüchtlinge aus Syrien, Pakistan und Algerien in der Stadtallendorfer Notunterkunft in der Artilleriestraße, gleich neben dem Bundeswehr-Hallenbad untergebracht. Sie schlafen in Zelten, die bis zu 16 Menschen aufnehmen können. Die kleine Zeltstadt bietet Platz für maximal 750 Flüchtlinge. Wann wie viele Menschen nach Stadtallendorf kommen werden, weiß derzeit niemand verlässlich.

Fest steht aber, dass diese Flüchtlinge so schnell wie möglich auf den früheren Mobilmachungs-Stützpunkt an der Scharnhorststraße umziehen. Der ehemalige „Mob-Stützpunkt“ hatte sich bei Begehungen durch das Innenministerium als geeignet herausgestellt (die OP berichtete). „Wir fangen mit unserem technischen Dienst am Montag an, den Stützpunkt herzurichten“, erklärte Divisionskommandeur Generalmajor Eberhard Zorn gestern gegenüber der OP. Zunächst sollen die Ver- und Entsorgungsleitungen wieder hergestellt werden. Der frühere Stützpunkt verfügt über ein zentrales Gebäude und beheizbare Hallen.

Bundeswehr-Kantine übernimmt Versorgung

Laut Zorn soll er in einer Woche genutzt werden können. Seit Montag übernimmt die Bundeswehr-Kantine der Herrenwaldkaserne. Das Essen wird von dort in die Bundeswehr-Turnhalle gebracht, in der die Versorgung der Menschen stattfindet. Stand bei Redaktionsschluss dieser Seite waren dies 200 Flüchtlinge.

Der Katastrophenschutz des Kreises wird die Notunterkunft in den nächsten Tagen weiterbetreiben. „Wir bemühen uns, das Quartier so schnell wie möglich zu übernehmen, um die ehrenamtlichen Helfer zu entlasten“, erklärte Regierungspräsident Dr. Lars Witteck am Sonntag gegenüber dieser Zeitung, ohne sich zu diesem Zeitpunkt auf einen Termin festlegen zu können.

„Wir standen vor einer sehr großen Herausforderung und haben sie mit Erfolg gemeistert“, erklärte Landrätin Kirsten Fründt am Sonntag. Sie war am Wochenende selbst vor Ort, um sich zu informieren. Die OP hatte am Samstag auf ihrer Internetseite aktuell über die Entwicklung informiert.

Spontane Hilfsangebote

Die Notunterkunft ist so aufgebaut, dass ankommende Flüchtlinge im Bereich des früheren Soldatenfreizeitheims in Empfang genommen werden. Die Zelte stehen oberhalb des Bundeswehr-Bades. Sanitäreinrichtungen des Bades sind aus hygienischen Gründen dem Küchen- und Versorgungspersonal vorbehalten.

Am Sonntag gab es erste spontane Hilfsangebote für die angekommenen Flüchtlinge. Autos voll mit Kleidung hielten bei der Einsatzleitung. Mitglieder des Vereins „Jumpers“ boten Hilfe an, auch Dolmetscherdienste. Doch am Wochenende bat der Kreis zunächst noch um etwas Geduld. In den nächsten Tagen soll ehrenamtliche Hilfe Landkreis koordiniert werden. Im Augenblick seien die Menschen gut versorgt, erklärte Kreissprecher Stephan Schienbein gegenüber der OP. Bürgermeister Christian Somogyi erfuhr am späten Freitagabend von der Entwicklung. Am morgigen Dienstag, 18.30 Uhr, gibt es eine Informationsveranstaltung für die Bürger mit Vertretern des Regierungspräsidiums, Landrätin Fründt und dem Bürgermeister in der Stadthalle.

„Die Stadt steht in der Verantwortung, das ist der Stadtallendorfer Beitrag zur Bewältigung der Flüchtlingssituation“, kommentierte Somogyi. Die Stadt beweise seit sieben Jahrzehnten, dass sie Menschen integrieren könne.

Hintergrund
Für die Notunterkunft musste im Lauf des Samstags vieles organisiert werden: von A wie Abfalleimer bis Z wie Zahnbürste. 56 mobile Toiletten, Duschcontainer, gespendet von einem Hinterländer Unternehmen, mehrere hundert Meter Bauzaun, Elektrokabel und vieles mehr wurden herbeigeschafft. Im Einsatz waren nach Angaben des Kreises die Einheiten des Katastrophenschutzes, darunter das Rote Kreuz mit zwei Betreuungszügen, der Malteser-Hilfsdienst, der Rettungsdienst des Roten Kreuzes, Notärzte, der Krisenstab und die Technische Einsatzleitung des Kreises und der Kriseninterventionsdienst. mit Seelsorgern.

von Michael Rinde

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Feuerwehrleute und Bundeswehrsoldaten bauten das Flüchtlingscamp in Stadtallendorf auf. Foto: Nadine Weigel

600 Helfer des Katastrophenschutzes bauten mit 50 Soldaten eine Zeltunterkunft für rund 750 Flüchtlinge. Bis Sonntagabend kamen knapp 200 Menschen in Stadtallendorf an.

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