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Helfer bereiten Bundeswehr-Turnhalle für Flüchtlinge vor

Neue Notquartiere Helfer bereiten Bundeswehr-Turnhalle für Flüchtlinge vor

Bis zu 650 Flüchtlinge können in den nächsten Tagen in Stadtallendorf eintreffen. Eine Bundeswehr-Turnhalle wird derzeit dafür vorbereitet. Helfer des Katastrophenschutzes stellen ab dem Nachmittag außerdem 40 Zelte bereit.

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Feuerwehrleute und Bundeswehrsoldaten bauten den ganzen Samstag ein Flüchtlingslager in Stadtallendorf auf.

Quelle: Foto: Nadine Weigel

Stadtallendorf. Der Katastrophenschutz des Landkreises stellt sich gemeinsam mit der Bundeswehr auf die kurzfristige Ankunft von Flüchtlingen in Stadtallendorf ein. Zur Stunde laufen die Vorbereitungen für Notquartiere in einer Stadtallendorfer Bundeswehr-Turnhalle. Außerdem bereiten sich die Hilfsorganisationen des Katastrophenschutzes auf den Aufbau von bis zu 40 Zelten auf Bundeswehrgelände vor. Die Zelte kommen vom Katastrophenschutz-Zentrallager Wetzlar nach Stadtallendorf. „Wir stellen uns darauf ein, dass am Samstagabend erste Flüchtlinge hier eintreffen könnten“, sagte Kreissprecher Stephan Schienbein am Samstagmittag am Einsatzort gegenüber der Oberhessischen Presse.

Wie viele es sein werden und aus welchen Herkunftsländern sie kommen, sei noch nicht bekannt. Allein in der Turnhalle sollen zunächst 250 Betten bereitgestellt werden. Vorher muss der Boden der Halle entsprechend hergerichtet werden. Außerdem werden im Laufe des Samstags entsprechende Sanitäreinrichtungen aufgebaut, um auf alles vorbereitet zu sein.

Feuerwehrleute aus dem gesamten Kreis sowie Bundeswehrsoldaten bauten den gesamten Samstag ein Flüchtlingslager in Stadtallendorf auf. Fotos: Nadine Weigel

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Der Katastrophenschutz des Landkreises wird bis zum Abend mit rund 150 Helfern im Einsatz sein. Alarmiert sind bisher zwei Betreuungszüge des Roten Kreuzes, außerdem stehen vier Katastrophenschutz-Züge der Feuerwehren aus Kirchhain, Cölbe, Dautphetal und Bad Endbach in Bereitschaft. Der Krisenstab des Landkreises mit Kreisbrandinspektor Lars Schäfer an der Spitze führt den Einsatz.

Ausgangspunkt des Einsatzes in Stadtallendorf ist die Lageeinschätzung der Bundesregierung vom Freitag, wonach bis zu 40000 Flüchtlinge zusätzlich am Wochenende nach Deutschland kommen könnten. Dies erklärte Regierungspräsident Dr. Lars Witteck gegenüber der Oberhessischen Presse. „Wie viele bei uns in Hessen wirklich ankommen werden, können wir noch nicht sagen“, erklärte der Gießener Regierungspräsident.

Der Einsatz geschieht auf Wunsch des hessischen Innenministeriums, das am Freitag mit der Bundeswehr über das Landeskommando Hessen Kontakt aufgenommen hatte, wie Generalmajor Eberhard Zorn, Kommandeur der Division Schnelle Kräfte der OP berichtete. Geplant sei, zunächst provisorische Unterkünfte herzurichten. Später sei daran gedacht, den früheren Mobilmachungs-Stützpunkt herzurichten, erklärte Zorn. Die Bundeswehr in Stadtallendorf unterstützt mit ihrer Infrastruktur und stellt sich darauf ein, ab Montag bis zu 250 Essen aus ihrer Kantine bereitzustellen. Bis dahin wird der Katastrophenschutz die Versorgung von ankommenden Flüchtlingen übernehmen.

Unter dem Stichwort „Helfende Hände“ hat die Bundeswehr bundesweit 4000 Soldaten in Rufbereitschaft versetzt. Allein rund 500 Soldaten der Division sind bundesweit in Rufbereitschaft, um bei der Unterbringung ankommender Flüchtlinge in verschiedenen Bundesländern zu helfen, so Generalmajor Zorn. Ob auch in Stadtallendorf Soldaten als Helfer zum Einsatz kommen, ist unklar. Derzeit ist kein Einsatz geplant, alles liegt in Händen des Katastrophenschutzes.

„Es ist sehr schade, dass wir nun möglicherweise doch wieder auf Zelte zurückgreifen müssen“, erklärte Regierungspräsident Dr. Witteck. In den vergangenen drei Wochen sei es gelungen, darauf vollständig zu verzichten. Doch die jetzige Situation sei so nicht vorhersehbar gewesen. Seit dem vergangenen Samstag sind rund 2000 Flüchtlinge aus München und Salzburg vom Regierungspräsidium zusätzlich übernommen worden.

Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi wurde am späten Freitagabend über die neue Entwicklung informiert. Die Stadt stelle sich derzeit auf die neue Situation ein. „Über konkrete Hilfsangebote können wir erst zu Wochenbeginn nachdenken“, erklärte er. „Derzeit sind auch noch keine spontanen Hilfsaktionen und Angebote, so gut sie auch gemeint wären, erforderlich“, erklärte Kreissprecher Schienbein in Stadtallendorf.

Weitere Berichterstattung folgt.

von Michael Rinde

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Notunterkunft
Feuerwehrleute und Bundeswehrsoldaten bauten das Flüchtlingscamp in Stadtallendorf auf. Foto: Nadine Weigel

600 Helfer des Katastrophenschutzes bauten mit 50 Soldaten eine Zeltunterkunft für rund 750 Flüchtlinge. Bis Sonntagabend kamen knapp 200 Menschen in Stadtallendorf an.

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