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Helfer arbeiten bis zur Erschöpfung

Stadtallendorf Helfer arbeiten bis zur Erschöpfung

Am späten Freitagabend zeichnete sich ab, dass in Stadtallendorf am Samstag eine Notunterkunft für Flüchtlinge entsteht, am Samstag folgte der Auftrag an den Katastrophenschutz, den dieser prompt erfüllte.

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Helfer legen letzte Hand an ein gerade aufgebautes Unterkunftszelt. Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Stadtallendorf. Es war eine logistische Meisterleistung. Hand in Hand mit der Bundeswehr entstand am Samstag die Zelt-unterkunft. Während des Tages wechselten sich die Helfer von Rotem Kreuz, Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und all den anderen Hilfsorganisationen immer wieder ab. „Viele haben hier trotzdem bis zur Erschöpfung gearbeitet“, sagte Kreissprecher Stephan Schienbein am Sonntagmorgen.

Der Krisenstab des Landkreises koordinierte den Einsatz. „Helfende Hände“, so lautet das Stichwort, unter dem die Bundeswehr die Flüchtlingsversorgung bundesweit unterstützt. „Helfende Hände“ gab es auch in Stadtallendorf in jeder Hinsicht. Zu den rund 600 Ehrenamtlichen kamen noch einmal 50 Soldaten der 5. Kompanie des Versorgungsbataillons 7, die seit Juli Zug um Zug nach Stadtallendorf verlegt wird. Es galt zunächst, zu organisieren, ständig änderten sich am Samstag die Zahlen. War zunächst die Rede von 650 Plätzen, so waren es mittags um 14 Uhr bereits 750. Betten, Zelte, Toiletten, Material musste beschafft und herangebracht werden. Wer mittendrin stand, musste häufig staunen. Soldaten arbeitend, schwitzend zwischen den Helfern, fuhren mit großen Gabelstaplern Material heran. Gleichzeitig brauchte die Bundeswehrturnhalle einen anderen Bodenbelag.

Turnhalle als Betreuungsstelle

Die beiden Betreuungszüge des Roten Kreuzes richteten derweil ihre Küchen wie auch Essensausgabestellen ein. Am Mittag fiel die Entscheidung, die ankommenden Flüchtlinge nur in Zelten unterzubringen. „Die Turnhalle dient der Essensausgabe und um den Menschen einen Aufenthaltsraum bieten zu können“, erläuterte Kreisbrandinspektor Lars Schäfer bei einer Besprechung. Es könne auch zu Konflikten führen, Flüchtlinge unterschiedlich unterzubringen, erklärten Schäfer, Regierungspräsident Dr. Lars Witteck und Landrätin Kirsten Fründt. Witteck verzichtete auf einen Rundgang, um die Ehrenamtlichen bei der Arbeit nicht zu stören. „Danken Sie ihnen stellvertretend. Wir muten dem Ehrenamt im Moment einiges zu“, sagte er an Schäfer und Fründt gerichtet.

Während des gesamten Tages bestand kein Zweifel, dass die Unterkünfte rechtzeitig bis zum Abend fertiggestellt sein werden. Alle Fäden liefen in der Technischen Einsatzleitung des Landkreises zusammen oder beim Stab in Marburg. Lastzüge brachten Zelte, Helfer luden sie dort, wo Stapler nicht einsetzbar waren, mit den Händen ab. Viele Fragen wurden schnell und unkompliziert gelöst. Mittendrin stand auch Kasernenkommandant Oberleutnant Luchtenberg, seit Freitag ohne Pause im Einsatz. „Wichtig ist, dass diese Menschen ein Dach über dem Kopf bekommen. Dafür arbeiten wir“, sagte Luchtenberg gegenüber der OP. Mitarbeiter des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums unterstützten dabei, wo es nötig war. Die große zusätzliche Herausforderung: Keiner wusste, wie viele Menschen am Samstag tatsächlich noch ankommen. Die Planer mussten stets von der Maximalzahl 750 ausgehen. Ein Vorauskommando aus Gießen nahm in München die ersten 150 Flüchtlinge in Empfang. Über Gießen kamen sie nach Stadtallendorf. Am Sonntag meldete der heimische Katastrophenschutz ans Land: „Der Auftrag ist erfüllt“.

von Michael Rinde

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