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"Helfen zu lernen ist wichtig und schön"

Erste-Hilfe-Kurs "Helfen zu lernen ist wichtig und schön"

Beim Erste-Hilfe-Kurs übten 22 Flüchtlinge in Kirchhain die medizinische Erstversorgung. Der Kurs wurde auf ­Arabisch und Deutsch ­gehalten.

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Bereitschaftsleiterin Gisela Wagner (links) erklärt den Flüchtlingen die stabile Seitenlage, Mira ­Warda übersetzte den Kursinhalt in die arabische Sprache.

Quelle: Karin Waldhüter

Kirchhain. Es sind Situationen, die niemand erleben möchte: Der kleine Sohn legt in einem unbeobachteten Moment die Hand auf die heiße Herdplatte, ein Mitbewohner bricht ohne Vorwarnung bewusstlos zusammen, oder man wird plötzlich Zeuge eines Autounfalls.

Der Erste-Hilfe-Kurs für Flüchtlinge im Feuerwehrstützpunkt Kirchhain zeigte den Teilnehmern, wie sie in Notfällen richtig reagieren können und war zudem ein wichtiger Schritt in Richtung Integration. Denn am Ende hielten alle Teilnehmer den für den Erwerb des Führerscheins wichtigen Erste-Hilfe-Schein in der Hand. Organisiert wurde der Kurs von der Stadt Kirchhain und die DRK-Bereitschaft Kirchhain lud erstmals zu einem zweitägigen Erste-Hilfe-Kurs ein. Die 22 Teilnehmer stammten bis auf einen Iraker durchweg aus Syrien.

Der Kurs wurde für alle Teilnehmer kostenlos angeboten. „Das ist unser Dankeschön an die Stadt, weil wir kostenlos hier den Raum nutzen können“, erklärte Bereitschaftsleiterin Gisela Wagner in Richtung Bürgermeister Olaf Hausmann. Das Besondere: Als Dolmetscherin fungierte Mira Warda aus Syrien, seit rund einem Jahr Mitglied im DRK-Ortsverein Kirchhain. Sie übersetzte den kompletten Lehrgang. „Damit gehen die Teilnehmer mit dem gleichen Wissen nach Hause, das auch jeder Deutsche hat“, unterstrich Gisela Wagner.

Erster Schritt hin zum Führerschein

Bürgermeister Olaf Hausmann hob im Gespräch mit dieser Zeitung die rege Flüchtlingsbetreuung in Kirchhain hervor. Derzeit leben in Kirchhain rund 270 Flüchtlinge, die zum Großteil in der Kernstadt, einige aber auch in den Dörfern, untergebracht sind. Vorbildlich kümmern sich die Mitglieder des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe, Ordnungsamtsleiter Gordon Schneider und Johannes Kirschning vom Jukuz um die Flüchtlinge.

Die Erste-Hilfe-Prüfung sei ein erster Schritt hin zum Führerschein und damit auch zur Integration, um flexibel am Arbeitsmarkt teilnehmen zu können, unterstrich Hausmann. Für eine Überraschung habe der große Zuspruch gesorgt, so der Bürgermeister.

In vielen praktischen Übungen lernten die Teilnehmer die stabile Seitenlage, die richtige Helmabnahme bei einem bewusstlosen Motorradfahrer, das Retten aus einer Gefahrenzone, die Herz-Lungen-Wiederbelebung, das Verhalten und Absichern an einer Unfallstelle, einen Druckverband anzulegen, die Wundversorgung und die Grundversorgung bei Verbrennungen, kennen. „Man kann nichts falsch machen in der ersten Hilfe, außer man tut nichts“, gab Wagner mit auf den Weg.

Durch die Übersetzung verlängerte sich der Kurs von neun auf etwa elf bis zwölf Unterrichtsstunden. „Helfen zu lernen ist wichtig und schön“, erklärte Teilnehmer Kamal Khadaij aus Syrien. Er nahm, wie alle anderen Teilnehmer, den „Kleinen Rotkreuzhelfer“ des Deutschen Roten Kreuzes in arabischer und deutscher Sprache mit nach Hause.

von Karin Waldhüter

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