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Helene Fischer dient als Beispiel

Ausstellung Helene Fischer dient als Beispiel

Mit der Wanderausstellung "Deutsche aus Russland - Geschichte und Gegenwart" will der Verein "Landsmannschaft der Deutschen aus Russland" aufklären und Vorurteilen entgegenwirken.

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Zum Eröffnungsprogramm gehörten orientalische Tänze verschiedener Gruppen. Rechtes Foto: Projektleiter Jakob Fischer führte durch den Abend und stellte die Ausstellung vor. Fotos: Karin Waldhüter

Stadtallendorf. Zum ersten Mal gastiert derzeit im Foyer des Rathauses die Ausstellung „Deutsche aus Russland“. Sie ist eine von sechs deutschlandweit parallel laufenden Ausstellungen. Sie wurde bei einem „Abend der Begegnung“ eröffnet. Rund 100 Gäste waren für das dreistündige Programm in die Stadthalle gekommen, um neben Ansprachen auch zahlreiche musikalische und tänzerische Beiträge zu erleben.

In der Pause nutzten die Besucher die Gelegenheit einige der 24 Informationstafeln, dazugehörige Kataloge und Informationsflyer und Broschüren zu betrachten und ins Gespräch zu kommen. Im kleinen Saal der Stadthalle waren nur einige der Informationstafeln ausgestellt. Die Mehrzahl befindet sich im Foyer des Rathauses und ist dort noch bis zum 23. Februar zu sehen. Wie Projektleiter Jakob Fischer, selbst Deutscher aus Kasachstan, verdeutlichte, informiert die Ausstellung auch über Beispiele gelungener Integration berühmter Russlanddeutscher aus Politik und öffentlichem Leben. Eine Rubrik befasst sich mit oft verbreiteten Vorurteilen gegenüber Deutschen aus Russland, ihnen werden aus Sicht der Ausstellungs-Macher Tatsachen gegenübergestellt.

Fischer stellte die Ausstellung vor und führte durch die 250-jährige Geschichte der Russlanddeutschen vom Manifest Katharina II. vom Juli 1973 bis hin zur heutigen Integration in Deutschland. Dabei rief er dazu auf, einander kennen zu lernen: „Machen Sie sich selbst ein Bild, lernen Sie Ihre Vorfahren, Nachbarn und Arbeitskollegen kennen“, forderte er die Besucher auf, denn nur durch Informationen komme man sich näher. Als Beispiel einer gelungenen Integration nannte Projektleiter Fischer die derzeit äußerst erfolgreiche Schlagersängerin Helene Fischer, deren Familie 1988 zurück nach Deutschland gekommen war, aber auch Oksana Walth aus Stadtallendorf. Unter ihrer Leitung unterhielten drei Tanzgruppen mit orientalischen Tänzen das Publikum.

Jugendliche benennen Probleme

Eine Filmvorführung rückte konkret die Probleme wie die oft fehlende Akzeptanz für die Russlanddeutschen als Deutsche in den Mittelpunkt. „In Russland werden wir als Deutsche, in Deutschland als Russen bezeichnet“, bringt es ein interviewter Jugendlicher in dem Filmbeitrag auf den Punkt. Zuvor hatte Bürgermeister Christian Somogyi die Ausstellung offiziell eröffnet. „Stadtallendorf ist für viele Deutsche aus Russland und den ehemaligen GUS-Staaten in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einer neuen Heimat geworden“, sagte das Stadtoberhaupt. Am eigenen Leib hätten Russlanddeutsche vor und während des Zweiten Weltkriegs erfahren müssen, was es heiße, zwischen zwei Fronten zu geraten.

Heute sei die Mitwirkung der Deutschen aus Russland in der Stadtgesellschaft mittlerweile sehr vielfältig, in Kultureinrichtungen, in sozialen Projekten, in vielen Berufszweigen und auch in der Stadtpolitik. „Sie alle sind mit ihrem persönlichen Engagement positive Beispiele der Integration“, so der Bürgermeister. Otto Kotke, Vorsitzender der Orts- und Kreisgruppe Stadtallendorf der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und Bundesvorsitzender des Vereins der Wolgadeutschen, rief Ausstellungsbesucher dazu auf, als Multiplikatoren zu wirken. An einem Tisch hatte die Stadtallendorfer Autorin Frieda Bayer einige ihrer, in russischer und deutscher Sprache erschienen enWerke, ausgestellt. Die Wanderausstellung ist Teil eines bundesweiten Integrationsprojektes und wird vom Bundesministerium des Innern gefördert.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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