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Heiße Rhythmen in alten Gemäuern

Nacht der Keller Heiße Rhythmen in alten Gemäuern

Jahrhunderte alte Keller verbreiten eigenes Flair, sie sind schummrig, mitunter ein wenig feucht, eignen sich an diesem Samstag aber auch für Pianosound, spannende Geschichten oder kleine Ausstellungen.

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Amöneburg. Die „Nacht der Keller“ an diesem Samstag ist zugleich der Abschluss des Kulturspektakels 2013. Sie ist eine Premiere, erdacht vom Verein Kulturspektakel. Eigentümer von sieben Kellern haben sich bereiterklärt, sich an dieser Erstauflage zu beteiligen. „Wenn die Nacht so erfolgreich wird, wie wir es uns wünschen, dann beteiligen sich beim nächsten Male sicherlich noch mehr“, hofft Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg.

Das Programm, was in den Kellern am Samstag ab 20 Uhr zu sehen und zu hören sein wird, entspricht dem bewährten Prinzip der Vielfältigkeit beim Amöneburger Kulturspektakel. Tanz, Kunst, Musik und Erzählkunst erwartet Besucher zweieinhalb Stunden lang auf und rund um den Amöneburger Marktplatz. Es gibt heiße Salsa-Rhythmen, Pianomusik, erlesene Weine Aquarellkunst.

Eintritt: drei Euro

Die Gastronomen auf dem Berg gestalten dabei wieder eine „lange Tafel“, an der sich die Teilnehmer der „Nacht der Keller“ stärken können.

Wer in die Kellergewölbe über mitunter steile alte Treppen hinabsteigt ist mit den vielleicht ältesten Zeugnissen Amöneburger Siedlungsgeschichte konfrontiert. „Denn die Keller sind häufig das einzige, was nach dem Brand im Jahre 1646 übrigblieb“, erläutert Winfried Kaul. Neue Fachwerkhäuser entstanden auf alten Kellern und Fundamenten - darum sind Keller und Häuser mitunter vom Grundriss her nicht identisch.

In zwei der historischen Gebäude, die ihre Keller öffnen, existieren auch noch eigene Brunnen, mit denen Grundwasser gefördert werden kann. Wer an die Kellerdecken schaut, wird auch noch die Luken erkennen, durch die früher Bewohner Kartoffel in ihren Keller beförderten.

Auf dem Marktplatz gibt es am Samstagabend eine zentrale Eintrittskasse, drei Euro nimmt die Stadt, um die „Kosten etwas in Grenzen zu halten“, wie es Bürgermeister Richter-Plettenberg formuliert.

Mancher, der seinen Keller für diese besondere Nacht bereitstellt, hat in den vergangenen Wochen sogar noch Geld in die Hand genommen, damit alles ansehnlich aussieht. Im Normalfall dienen die meisten Keller schließlich als Lagerflächen.

Zum Abschluss, nach Kunst und gastronomischem Genuss, gibt es noch eine kleine Wanderung zur Wenigenburg. Gegen 22.30 Uhr startet sie am Marktplatz. Im früheren Verlies der Burg hören alle Teilnehmer dann noch einmal Dr. Henning Smolka mit einer Gruselgeschichte, passend zum Verlies-Ambiente.

Das passiert in den sieben Kellern:

  • Keller 1 (Frey-Keller, Am Markt 4): Ulla B. Keller singt Jazz und Swing aus den 40er Jahren und im zweiten Teil Bossanova, Auftritte sind um 20.15, 20.45, 21.15 und um 21.45 Uhr.
  • Keller 2 (Heiland-Keller, Brücker Straße 2): Unter dem Motto „Kunst im Keller“ zeigt der heimische Künstler Norbert Heiland Federzeichnungen und Aquarelle. Außerdem stellt Renate Höhle Natur-Motive aus. Heiland serviert den Besuchern außerdem einen „Berger Lupcher“.
  • Keller 3 (Rathaus-Keller): Der Verein für Internationale Kultur und Bildung präsentiert die kubanische Tänzerin Martha Beatrice Suarez Canciano, die zwei Salsa-Tänze tanzt, Aufführungen im 20-Minuten-Takt.
  • Keller 4 (Sparkasse, Eingang Schulstraße): Dr. Henning Smolka von der Erzählschule Burgwald erzählt spannende Geschichten im illuminierten Keller. Auftritte um 20.15, 20.45, 21.15 und 21.45 Uhr.
  • Keller 5 (Dombäcker-Keller, Am Markt 5): Im Restaurant Dombäcker gibt es eine Weinprobe und kleine, passende kulinarische Köstlichkeiten. Je nach Platz ist die Teilnahme jederzeit möglich. Das bekannte Restaurant erhebt einen geringen Kostenbeitrag.
  • Keller 6 (Kathrein-Keller, Kolpingstraße 2): Der bekannte Pianist, Songwriter und Entertainer Sascha Dürfeld spielt im Gewölbekeller der Gaststätte Kathrein auf dem E-Piano.
  • Keller 7 (Probstei-Keller, Untergasse 1): Die kleinsten Künstler treten auf: Schüler der vierten Klasse aus der Wichtelhäuser-Schule in Sterzhausen spielen bei Schwarzlicht „Thriller“ von Michael Jackson und „Veronika der Lenz ist da“ von den Comedian Harmonist.

von Michael Rinde

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