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Hechte rücken Goldfisch-Flut zu Leibe

Stadtallendorf Hechte rücken Goldfisch-Flut zu Leibe

Vor dem Hessentag 2010 ließ die Stadt den Heinz-Lang-Park neu gestalten. Der Park ist seitdem bei den Bürgern immer beliebter geworden. Doch jetzt gibt es Probleme mit dem zentralen Teich.

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Jugendliche arbeiteten am Samstagmorgen mit Scheren und Händen direkt an der Wasserlinie.

Stadtallendorf. Rund 20 ehrenamtliche Helfer schnitten und rupften am Samstag bereits ab 8 Uhr rund um den Teich im Heinz-Lang-Park. Im Fokus stand vor allem das Schilf. Es hat sich seit der Neugestaltung des Parks in den Jahren 2009 und 2010 der Uferanlagen des Teiches bemächtigt. An den meisten Stellen ist der Blick auf das Gewässer nur noch eingeschränkt möglich. Darum organisierte die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Angelsportclub Stadtallendorf, der Feuerwehr und Jugendwehren diese besondere Reinigungsaktion. Außerdem unterstützte ein Bauhofsteam die Aktion.

Doch nach den ersten zwei Stunden Arbeit musste Bürgermeister Christian Somogyi einräumen: „Wir stoßen hier etwas an unsere Grenzen.“ Dem Schilf ließ sich am Samstag trotz großem Einsatz nicht Herr werden. Die Helfer, die teilweise tief ins Gewässer stiegen, beschränkten sich zunächst darauf, Sicht­achsen freizulegen. Die Stadtverwaltung will beim Thema Schilf jetzt nach einer anderen Lösung suchen.

Doch das Schilf ist nicht das einzige Problem. Auch der Wasserknöterich hat sich über das verträgliche Maß breitgemacht. Auch er ließ sich trotz des Einsatzes einer durchs Wasser gezogenen Egge nur teilweise aus dem Teich holen.

Vor der Aktion am Samstag hatte sich die Stadt Expertenrat vom hessischen Fischereiverband geholt. Der Fachmann hatte die Verwaltung auf die Gefahr, dass das Gewässer umkippen könnte, hingewiesen. Aktive Unterstützung bekommt die Stadt von heimischen Anglern. Denn im Wasser gibt es noch eine weitere Schwierigkeit, die dem Teich zu schaffen macht. Denn dort tummeln sich Goldfische im Überfluss. Sie haben sich sprunghaft vermehrt.

„Ein Grund sind auch die Fütterungen, die gut gemeint sind, dem Gewässer aber eher schaden“, sagt Herbert Dotzauer, Vorsitzender vom Angelsportclub. Außerdem komme es immer wieder vor, dass Bürger überzählige Goldfische einfach im Teich entsorgen. Der Goldfisch-Überpopulation will Dotz­auer zusammen mit der Verwaltung auf natürliche Weise Herr werden. Er hat einige Hechte und Barsche bestellt, natürliche Feinde der kleinen Fische. Sie sollen den Bestand wieder regulieren. Außerdem setzen die heimischen Angler einige Wassermuscheln ein, um etwas für das Gleichgewicht des Biotops zu tun. „Im Moment ist das Gleichgewicht gestört“, sagt Dotzauer.

Der Einsatz lohnt. Denn eigentlich habe der Fischereiverbands-Experte bestätigt, dass der Teich von der Anlage her ein gutes Gewässer und für Fische wie Wasservögel attraktiv sei, erläutert Uwe Volz, in der Stadtverwaltung für Umweltfragen zuständig. Das soll mit den jetzt eingeleiteten Schritten auch langfristig so bleiben. Angesichts der Fischbestände hat sich im übrigen auch schon ein Graureiher am Gewässer blicken lassen.

Der Angelsportclub will noch an anderer Stelle etwas tun: Er will gezielt Schulen und Kindergärten besuchen und über die Folgen von Fischfütterungen und weitere Themen rund um Stadtallendorfs großen Teich informieren.

von Michael Rinde

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