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"Haut wet nur oberflächlich gewischt"

Büttenabend "Haut wet nur oberflächlich gewischt"

Die Faschings-Hochburg in Roßdorf hat seit diesem Jahr einen Leckerbissen in der närrischen Zeit hinzugewonnen - den Büttenabend.

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Die Roßdorfer Garden tanzten und die „Rathaus-Putzen“ Stephan Maus (links) und Winfried Bieker lästerten beim ersten Roßdorfer Büttenabend. Fotos: Yanik Schick

Roßdorf. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut wird“, resümierte der zufriedene Sitzungspräsident Christopher Greb. Rund 150 Roßdorfer lachten und sangen mit den Rednern, bestaunten aber auch die hochklassigen Tanz-Auftritte, mit denen das knapp dreistündige Programm gespickt war. „Die Leute haben mitgemacht, das war echt super“, freute sich Greb über die stimmungsvolle Atmosphäre im Saal.

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen - nach diesem Motto klagte der „Beigefreite“ (Albert Bieker) über sein Leben, berichtete von einem typischen Tagesablauf und sorgte somit für Heiterkeit im Publikum. „Wei giht mersch so dreckig“, jammerte er sichtlich frustriert, „aich hu noch nit a mal por Strümp.“

„Borchermeester“ Michael Richter-Plettenberg hatte sein Double zum Büttenabend geschickt, dass sich in gänzlich ungewohntem Jargon präsentierte. Gekleidet mit Kapuzen-Pullover und Baseball-Cap sprach der Redner unter anderem von Analraupen, Gesichtsgrätschen und Schnittenmillionären und demonstrierte damit seinen breit gefächerten Wortschatz im jugendlichen Sprachstil - oder, wie er selbst sagte: „ey mega assi“.

Aufmerksam wird das Amöneburger Stadtoberhaupt der darauffolgenden Bütt vom Ortsvorsteher und Ersten Vorsitzenden des RCC, Stephan Maus, sowie Altpräsident Winfried Bieker gelauscht haben, denn die beiden gaben sich auf der Bühne als die „Rathausputzen“ Pauline und Erna aus. Im Büro des Bürgermeisters diskutierten sie nicht nur kräftig, sondern gönnten sich auch das ein oder andere Schnäpschen. „Haut wet nur oberflächlich gewischt“, war den Reinigungskräften schnell klar. Stattdessen nutzen sie lieber die Zeit, um über allerlei Geschehnisse des Jahres zu sprechen. Die Mardorfer Biogasanlage zum Beispiel: „Dos Stinkegas kimmt mir net in die Bude!“, sagte Stephan Maus alias Pauline bestimmt. Auch die neue schwarz-grüne Koalition in Hessen wurde zum Gesprächsthema. „De Bouffier en de Walli worn doch wie de Teufel en es Weihwaas, en alleweil kisse se sich fast“, meinte Erna.

Ergänzt wurden die Ansprachen an die Roßdorfer durch den Amöneburger Arno Müller, der von seinem Anreiseweg, den ersten Erfahrungen in der Liebe und beim Bund sowie einschneidenden Erlebnissen mit Mardorfern berichtete, und dem Niederkleiner Christoph Grimmel. Der „Gleer Jung“ sang am Ende seiner Rede mit dem Publikum „Über sieben Brücken musst du gehn“.

Dazu kamen zahlreiche tänzerische Darbietungen. Allen voran die Auftritte dreier Roßdorfer Garden. Die Prinzengarde, die Jugendgarde und die Präsidentengarde des RCC brachten allerbeste Stimmung bei den Närrinen und Narren. Zu zweit beeindruckten jeweils die beiden Tanzmariechen Dana Luzius und Alissa Jansen sowie das RCC-Tanzpaar Tessa Wiegand und Max Pöltl. Schließlich legten die Klatschweiber und die Flying Hipos grandiose Shows hin, die das Märchen vom „Dornmöschen“ beziehungsweise einen orientalischen Bauchtanz aufführten. So hallte der Karnevals-Schlachtruf „Rissdorf Deer zou“ wieder unzählige Male durch die Mehrzweckhalle.

von Yanik Schick

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