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Hausmann stoppt den Verkehrsversuch

Freie Fahrt ab Montag Hausmann stoppt den Verkehrsversuch

Versuch macht klug, heißt ein Sprichwort. Schlagen die Versuche fehl, ist klug, wer nicht sklavisch an den Versuchen festhält. Das gilt auch für die Verkehrsversuche in der Brießelstraße.

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Noch geht es an diesem Sackgassenschild in Richtung Annapark nicht weiter. Ab Montag kann die Brießelstraße wieder durchgehend in beiden Richtungen befahren werden. Allein die Verengung der Straße an der Kreuzung Borngasse bleibt. Archivfoto: Matthias Mayer

Kirchhain. Auch der dritte Verkehrsversuch in der Kirchhainer Problemstraße wird vorzeitig abgebrochen. Das teilte Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) gestern gegenüber dieser Zeitung mit. Ab Montag, 29. Mai, könne die Brießelstraße mit Ausnahme des Schwerverkehrs wieder durchgehend in beiden Richtungen befahren werden.

Mit Rücksicht auf das Kinderfest am Freitag in der Innenstadt habe er auf eine früherer Aufhebung der geänderten Verkehrsführung verzichtet, um die Gäste nicht zu verirren, sagte der Bürgermeister.

Dieser ist in Personalunion auch die Straßenverkehrsbehörde der Stadt Kirchhain und kann solche Entscheidungen auch ohne die Zustimmung der parlamentarischen Gremien treffen. Damit ist die Zeit der Versuche auf der Brießelstraße vorbei, denn der Bürgermeister hatte zuvor schon angekündigt, dass es einen vierten Verkehrsversuch nicht geben werde.

Mit den Verkehrsversuchen hatte die Stadt ein ehrgeiziges Ziel verfolgt: Die schmale Brießelstraße sollte verkehrstechnisch deutlich entlastet werden, ohne dass dem Einzelhandel daraus Nachteile entstehen. Die Entlastung der Brießelstraße brachten alle drei Versuche, aber der Einzelhandel und Anlieger hatten darunter zu leiden. Am größten war der Aufschrei aus der Bürgerschaft und der Geschäftswelt beim ersten Versuch. Beim zweiten und dritten Versuch flauten die Proteste deutlich ab, ohne dass der Einzelhandel wieder seine übliche Kundenfrequenz erreichte.

Das zeichnete sich schon zwei Wochen nach Beginn des dritten Versuchs bei einem informellen Gespräch dieser Zeitung mit der Verkehrsvereinsvorsitzenden und Stadträtin Hannelore Wachtel und dem Bürgermeister ab. „Wir wollen den Einzelhandel fördern und nicht behindern“, hatte Olaf Hausmann bei diesem Anlass gesagt. Und Hannelore Wachtel hatte bedauert, dass die Kunden sich in der Praxis wesentlich schwerer an neue Wege gewöhnten, als in der Theorie erdacht.

Für den Bürgermeister sind die Versuche nicht vergebens. Für 2018 sei eine Fortschreibung des Kirchhainer Verkehrsentwicklungsplans geplant. In diesen würden die an der Brießelstraße gewonnenen Daten einfließen - für eine ergebnisoffene Gestaltung der Straße. Auch die Realisierbarkeit eines Fußgängerüberwegs am Rathaus werde weiter geprüft, sagte Olaf Hausmann, der Geschwindigkeitskontrollen für die Brießelstraße ankündigte.

von Matthias Mayer

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