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Hausmann macht klar, wofür er stehen will

Bürgermeisterwahl Hausmann macht klar, wofür er stehen will

Am Donnerstagabend hat Kirchhains SPD-Stadtverband seinen Bürgermeisterkandidaten Olaf Hausmann gekürt und ihm demonstrativ den Rücken gestärkt.

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Nach seiner Rede vor dem Stadtverbands-Delegierten-Parteitag bekam Olaf Hausmann stehende Ovationen. Foto: Michael Rinde

Kirchhain. Vielleicht war es ­sogar eine glückliche Fügung, dass Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) am Schluss des Stadtverbandsparteitags sprach statt wie ursprünglich geplant am Anfang. Denn Vaupel verstand es, die vorhandene Aufbruchstimmung unter den Sozialdemokraten noch einmal zu steigern. „Singt am Wahlabend ,We are the champions‘, aber arbeiten müsst ihr dafür“, schloss er die kämpferische Rede.

Eingestimmt hatte Bundestagsmitglied Sören Bartol die 19 Delegierten und knapp 80 weiteren SPD-Mitglieder. Er erinnerte an die Tradition der SPD-Bürgermeister Heinrich Röder und Klaus Hesse. Dann gehörte der Abend im Bürgerhaus dem Kandidaten selbst. Olaf Hausmann brachte herüber, dass er bereits sehr detaillierte Vorstellungen für den Wahlkampf hat. Sein Motto lautet: „Miteinander, fair, verantwortungsvoll“. Unter den einzelnen Schlagworten formulierte Hausmann inhaltliches. Einige Beispiele: In der Wirtschaftsförderung sähe er sich als ersten Ansprechpartner für Unternehmen und er erkennt klares Potenzial in Kirchhain für weitere Ansiedlungen. Aus seiner Sicht könnte Kirchhain auch wesentlich mehr mit seinen Direktvermarktern werben. All das will er in der Verwaltung bündeln. Kirchhains Haupteinnahmequelle sei die Einkommens- und nicht die ­Gewerbesteuer. „Hier haben wir einen enormen Nachholbedarf“, resümierte Hausmann.

Ein ganz wesentlicher Punkt seiner Rede war auch ein Mehr an direkter Bürgerbeteiligung bei Entscheidungsprozessen. Gleichzeitig machte Hausmann klar, dass er künftig eine stärkere Gleichbehandlung von allen zwölf Stadtteilen und der Kernstadt zum Ziel hat und zwar auf Grundlage einer gemeinsam zu erarbeitenden Prioritätenliste.­ Er erneuerte eine alte SPD-Forderung, die Dorferneuerung wieder aufleben zu lassen, auch wenn die Förderung deutlich geringer ist als in der Vergangenheit. Unter dem Begriff „fair“ forderte Hausmann zu einem bewussten Umgang mit Ressourcen auf. Weitere Windenergieanlagen sind für ihn dabei nur in den bereits genehmigten Vorranggebieten vorstellbar. Stattdessen sieht er Potenzial bei den Bioenergiedorf-Plänen in Kleinseelheim und Stausebach oder für einen Anschluss der westlichen Kirchhainer Kernstadt an das Biomassezentrum Stausebach.

Auch städtebaulich formulierte Hausmann erste Stichpunkte. So will er sich dafür stark machen, den Annapark im Herzen der Stadt stärker als Begegnungsstätte zu nutzen. Die Bratpartie der Kirchhainer Feuerwehr sei ein Beispiel dafür, welches Potenzial dort vorhanden ist. Auch für den Freibad­erhalt will sich Hausmann einsetzen. Wobei er angesichts von Kirchhains Kassenlage klarmachte, dass das mit den Bürgern gemeinsam geschafft werden müsse.

Die Kassenlage, also die Haushaltssituation, firmierte bei Olaf Hausmann unter dem Stichwort „verantwortungsvoll“. Der amtierende SPD-Fraktionsvorsitzende verwies auf aktuell 27 Millionen Euro Schulden, die die Ohmstadt angehäuft hat. Wie bei allen anderen Punkten seiner Rede verzichtete der 50-Jährige auf Schuldzuweisungen oder Kampfansagen in Richtung der Koalition oder seines Mitbewerbers Dietmar Menz (CDU). Einen künftigen Investitionsschwerpunkt sieht er bei allen Sparzwängen bei Kirchhains Straßen.

Natürlich gab es von Hausmann auch persönliches zu hören. Er schilderte den Genossen seinen beruflichen wie privaten Lebensweg, betonte seine Kirchhainer Wurzeln, sein Aufwachsen in einer Großfamilie. Hausmann arbeitet seit nunmehr 23 Jahren beim Unternehmen International Building Products (IBP), ist dort inzwischen im internationalen Management tätig (die OP berichtete).

Wie nicht anders zu erwarten, erhielt Hausmann das klare Votum. Alle 19 Delegierten stimmten für ihn als Bürgermeisterkandidaten.

von Michael Rinde

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