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Hatzbacher werfen ersten „Stein ins Wasser“

Aktiv gegen Leerstand Hatzbacher werfen ersten „Stein ins Wasser“

Bei der in Hatzbach laufenden Dorferneuerung möchte man den drohenden Leerständen von Wohnhäusern und Wirtschaftsgebäuden im Ortskern entgegenwirken.

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In Diskussionsrunden sprachen Hatzbacher mit Experten über ihren Ort. Foto: Klaus Böttcher

Hatzbach. Seit 2009 ist der Stadtallendorfer Stadtteil in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen aufgenommen ,und es hat sich in den vergangenen Jahren auch schon einiges getan. Weil auch in Hatzbach, wie in vielen anderen Dörfern, ein Leerstand von Immobilien droht, wurde die „NH ProjektStadt“ (dahinter verbirgt sich die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte) mit dem Leerstandsmanagement beauftragt.

Bei einer Auftaktveranstaltung wurden Bürger informiert und dazu eingeladen, sich einzubringen.

Rund 20 Hatzbacher Bürger begrüßte der Ortsvorsteher Frank Drescher im Bürgerhaus. Er skizzierte den Besuchern, um was es geht. Ein Team von der „NH ProjektStadt“, namentlich Karolin Stirn und Dominik Reimann, hätten schon im September ihre Arbeit in Hatzbach aufgenommen. „Das mit dem Leerstand ist bei uns noch sehr moderat“, erklärte Drescher. Doch der Wegzug von jungen Leuten und viele Zwei-PersonenHaushalte bergen die Gefahr der Überalterung und der Leerstände. „Das wird in den nächsten 10 bis 20 Jahren noch stark zunehmen, wenn wir nicht entgegensteuern“, betonte der Ortsvorsteher und ergänzte: „Der Zerfall von unbewohnten Gebäuden ergibt einen negativen Touch.“ Die Attraktivität des Ortes und dadurch der Zuzug sinken, als Folge fallen die Immobilienpreise. „Deshalb ist es wichtig, dass wir uns den Herausforderungen stellen und aktiv werden. Wir müssen uns alle einbringen.“

Auch Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi stellte die Wichtigkeit des Leerstandsmanagement heraus. Er meinte symbolhaft: „Wir werfen heute einen Stein ins Wasser und erzeugen Wellen.“

Karolin Stirn von dem beauftragten Team erklärte den Hatzbachern detailliert, was der Ortsvorsteher schon angesprochen hatte. Sie beleuchtete zunächst die Ursachen und die Folgen des demografischen Wandels, erklärte aber auch, dass wirtschaftliche Umbrüche und veränderte Immobiliennachfrage ebenso Ursachen für Leerstände seien. Sie sprach von einer Kettenreaktion zum Immobilienleerstand: Die ehemals landwirtschaftlichen Gebäude stehen leer, die Wohnhäuser werden vielfach durch ältere Leute bewohnt, die Investition wird als nicht lohnenswert eingestuft, die Gebäude verfallen schneller, der Ort verliert an Attraktivität, die Bevölkerung wandert ab, was weiteren Leerstand bedeutet. Nachdem Karolin Stirn erklärt hatte, was Leerstandsmanagement ist und erreichen möchte, zog sie ein positives Zwischenfazit für Hatzbach. Das ist die frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema, denn nach den ermittelten Altersstrukturen in den Ortsteilen bestehe durchaus die Gefahr größerer Leerstände in den nächsten 10 bis 20 Jahren. Bei der Entwicklung von Konzepten dem entgegenzuwirken sollen die Bürgerinnen und Bürger auf jeden Fall tatkräftig mitwirken.

Ein erster Schritt dazu waren dann zwei Diskussionsrunden, bei denen die Bürger unter anderem dazu etwas sagen sollten, was ihnen gut oder nicht so gut an Hatzbach gefällt, warum sie gerne dort wohnen oder was ihnen im Ort fehlt. Dabei wurden einige positive, aber auch negative Punkte herausgearbeitet, die für die zukünftige Arbeit schon segensreich sein könnten. Das reichte vom Erhalt von Grundschule und Kindergarten bis zu fehlenden Baugrundstücken und den hohen Kosten bei der Sanierung der Gebäude.

von Klaus Böttcher

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