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„Halleluja, das Klo ist da“

Karneval in Emsdorf „Halleluja, das Klo ist da“

„Helau ihr Narren hier im Saal…“ grüßt Sitzungspräsident Timo Biecker und ein Chor von Clowns, Cowboys und wilden Tieren antwortet „… und wieder mal ist Karneval!“

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Das Frauen-Ballett stellte sich beim Emsdorfer Karneval mit einem Zombie-Tanz vor. Das gemischte Ballett hatte mit seinem Zwergentanz die Lacher auf seiner Seite. Fotos: Sophie Kaufmann

Emsdorf. Die vierstündige Narretei wurde mit dem Tanz der großen Funken eröffnet, die auch die erste Rakete des Abends zündeten. Als Junggeselle trat Lisa Lecher auf, die den Zuschauern in Emsdorfer Platt die Leiden eines Junggesellen näherbrachte. Sie sei kurz vor der Hochzeit gewesen, doch der Junggesellenabschied habe alles vermasselt. „Ai, mei Brill luff je oh“, war ihr einziger Kommentar zu dem Besuch in einem Stripclub.

Für ein weiteres Highlight des Abends sorgten die kleinen Funken. Die jüngsten Emsdorfer Karnevalisten ließen die Beine fliegen wie die Profis. In seinen „Bekaaanntmachungen“ nahm Ortsdiener Rainer Jüngst die Arbeitszeiten der Beamten aufs Korn, gab die Dorfgeschichten des vergangenen Jahres zum Besten, kritisierte das Ausbauende der Stadtallendorfer Straße 400 Meter vor dem Ortseingang und sang ein Loblied auf den neuen Donnerbalken an der Kirche: „Halleluja, das Klo ist da!“

Akrobatik und Kunststücke zeigte nicht nur das Gardepärchen, sondern auch das neue EKC-Tanzpaar. Zum 44. Mal traten die Heuler auf und sangen sich Reih um durch das Emsdorfer Bühnenbild mit dem Motto: „Gelogen wird fast überall, die Wahrheit gibt’s beim Karneval!“ Skandale wie der vom DFB und von Volkswagen kamen dabei auf den Tisch. Positiv kam ihr Dorf dabei weg, sie dichteten einen Kölner Hit um und sangen gemeinsam mit dem ganzen Saal „Nur du bist meine Liebe, mein Dorf und mein Verein, es gibt eine Millionen Gründe, um auf dich stolz zu sein!“

Ein Urgestein des Emsdorfer Karnevals ist Holger Jüngst in seiner Rolle als Vorstandstochter Renate. Er berichtete über die neuesten Insider-Geschichten des Sechser-Rates und dessen Präsidenten, testete Pfarrer Weber mit einer Runde Bibelkunde und ließ den Aufstieg des SV Emsdorf Revue passieren. „Es wird sogar Narren geholfen, die am Aschermittwoch sterben wollen“, wirbt er um neue Mitglieder für den Förderverein des SVE.

Zwergentanz und Alf Igel

Anschließend rockte das gemischte Ballett mit einem Zwergentanz den Saal und Alf Igel (alias Matthäus Otte) besang seinen Besuch beim Zahnarzt.

Passend zum Motto des Abends hielten die „Vier lustigen Sechs“ die Jahreshauptversammlung der unbestechlichen Gentleman ab, an der Sepp Blatter, ein Scheich aus Katar, Wladimir Putin, Kaiser Franz und Darth Vader teilnahmen.

Nicht mehr aus dem Emsdorfer Karneval wegzudenken sind die Dorfmusikanten. Zu bekannten Melodien von Dschingis Khan besangen sie unter anderem das Kirchenklo. Zur neuen deutschen Welle stürmten die „Flash lights“ die Bühne, das Frauenballett ließ die Zuschauer mit ihrem Zombie-Tanz gruseln, die Tanzgruppe „Star dust“ reiste mit den Emsdorfern in die 90er Jahre zurück und das „Klim-Bim“-Männerballett tanzte zu Star Wars.

Zum großen Finale sangen alle Akteure mit allen Narren das Emsdorfer Dorflied und mit einer Polonaise tanzten sie bis weit in die Nacht hinein.

von Sophie Kaufmann

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