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Günstigeres Dach lindert Preisschock

Bauhofsneubau Günstigeres Dach lindert Preisschock

Der Magistrat hat am Dienstag den Auftrag für die Rohbauarbeiten am neuen Baubetriebshofs erteilt - und damit mangels Alternative die drastische Verteuerung dieser Arbeit akzeptiert.

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Auf dem Bauhofsgelände sind die Erdarbeiten in vollem Gange. Foto: Michael Rinde

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Am vergangenen Samstag hatte die OP darüber berichtet, dass es bei der Ausschreibung der Rohbauarbeiten für den neuen Baubetriebshof eine böse Überraschung gegeben hat: Nach Auswertung der einzigen beiden abgegebenen Angebote hatte sich herausgestellt, dass das günstigste Angebot rund 378000 Euro teurer ausgefallen ist als vorher vom Planungsbüro prognostiziert.

Regierungspräsidium rät ab, Ausschreibung aufzuheben

Offen war zu diesem Zeitpunkt noch, wie die Stadt mit dem Ergebnis umgehen will. Das Regierungspräsidium Gießen hatte auf Anfrage der Stadt bereits davon abgeraten, die Ausschreibung aufzuheben. Von der Behörde kam allerdings auch der Hinweis, dass das beauftragte Planungsbüro aus Norddeutschland die aus dem Jahr 2012 stammende Kostenkalkulation nicht mehr aktualisiert hat. Am Dienstagabend hat der naturgemäß nichtöffentlich tagende Magistrat nun den Auftrag an das Bauunternehmen vergeben. Damit steigen die Nettokosten für den Baubetriebshofs-Neubau nunmehr dementsprechend an. Ursprünglich war die Stadt von einer Bausumme von 5,4 Millionen Euro einschließlich Mehrwertsteuer ausgegangen. Dies teilte Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) gestern auf Nachfrage dieser Zeitung mit. Am Tag zuvor hatte es eine Sondersitzung der Betriebskommissionen von „Dienstleistung und Immobilien“ und der Stadtwerke sowie des Magistrats gegeben. Darin habe sich der Architekt für die nicht aktualisierte Kostenschätzung entschuldigt. Und es gab noch eine Information, die für Magistrat und Verwaltung wohl neu war: Das Architektenbüro hat mehr Beton für die Fundamente ausgeschrieben als bisher angenommen. Dies sei aufgrund der besonderen Bodenverhältnisse nötig gewesen. Allein das macht laut Somogyi Mehrkosten von 210000 Euro aus.

Stadt will an Planungsbüro festhalten

„Doch das Hauptproblem ist, dass es auf die Ausschreibung hin so wenige Interessenten gegeben hat“, sagt Somogyi. Der Markt sei bei den Baufirmen im Moment offenbar abgegrast. Nichtsdestotrotz will die Stadt am Planungsbüro weiterhin festhalten. Allerdings soll die Zusammenarbeit und Abstimmung nunmehr wesentlich enger erfolgen. Dies habe man dem Büro „ins Stammbuch geschrieben“. Das Planungsbüro habe auch einen Vorschlag unterbreitet, wie sich am Ende wiederum Geld einsparen ließe. So soll die Dachkonstruktion jetzt einfacher ausfallen als zunächst geplant, was bei entsprechenden Ausschreibungsergebnissen dann unter dem Strich eine Ersparnis von 100000 Euro bedeuten soll.

Kann die Stadt das Planungsbüro in Haftung nehmen? „Nein, die eigentliche Ausschreibung war korrekt“, sagt Somogyi.

Noch vor Baubeginn hatten sich Stadtparlament und Magistrat darauf verständigt, dass es beim Projekt Baubetriebshof ein intensives Kostenmanagement geben soll. Seinerzeit waren dadurch schon im Vorfeld die Baukosten um fast eine Million Euro gegenüber der Ursprungsplanung gesenkt worden.

von Michael Rinde

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