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Gruß der Queen beeindruckt

Paralympics Gruß der Queen beeindruckt

Der 23-jährige gebürtige Stadtallendorfer nahm vergangenes Jahr als Schütze an den Paralympics teil. Beim AWO-Frühstückstreff berichtete über seine persönlichen Erlebnisse.

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Michael Schaub zeigte beim AWO-Frühstückstreff sein Sportgewehr. Foto: Jonas Hielscher

Stadtallendorf. Einmal im Monat treffen sich Mitglieder der AWO Stadtallendorf zum Frühstückstreff. Der Referent beim jüngsten Frühstückstreff, Michael Schaub, hat seit seiner Geburt eine Spastische Paraparese, eine unheilbare Krankheit, die die Muskeln in den Beinen schwächt. Zwar kann er sich im Alltag größtenteils selbstständig bewegen und ist nicht auf einen Rollstuhl angewiesen, allerdings reichte die Einschränkung aus, um sich für die paralympischen Spiel zu qualifizieren.

Seit mehr als zehn Jahren ist er Mitglied im Schützenverein Horrido in Stadtallendorf und schießt dort Luftgewehr und Kleinkaliber. Er hat schon auf fast allen Ebenen Wettkämpfe bestritten und war zuletzt im deutschen Kader für Schützen mit körperlichen Einschränkungen. Als Mitglied in diesem Kader war er unter anderem bei der Weltmeisterschaft 2010 in Zagreb und eben auch vergangenes Jahr in London (die OP berichtete mehrfach). Mehr als 20 Tage war er mit den anderen deutschen Athleten, darunter acht Sportschützen, in der paralympischen Stadt und nahm an drei Wettkämpfen teil. Geschossen wurde mit Luftgewehr und Kleinkaliber über zehn und fünfzig Meter im liegen, sitzen und knien. Im Gegensatz zu anderen Teamkollegen mit weitaus schweren Einschränkungen wie Querschnittslähmungen hatten, brauchte er nur leichte Hilfsmittel: einen Stuhl zum Sitzen, sowie ein Stativ zum Stabilisieren des Knies.

Persönliche Höhepunkte bei den Paralympics in London waren für ihn der Einzug in die Arena, die Begrüßung durch die Queen, sowie die Begegnung mit Bundespräsidenten Joachim Gauck. All das, sowie den Weg der Entstehung der paralympischen Bewegung ab 1948, konnten die Zuhörer des AWO Frühstücks erfahren. Außerdem präsentierte er sein Sportluftgewehr, welches er mit in London hatte und was ihm zum Titel des besten deutschen Schützens bei den 2012er Paralympics verhalf.

Wie es beruflich nach dem Studium weitergeht weiß er noch nicht, wohl aber, dass demnächst eine Operation ansteht, die seine Einschränkungen nicht beseitigen, aber lindern wird.

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