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Gruppe zeigt, "wey‘s fraiher woar"

Mundarttheater Gruppe zeigt, "wey‘s fraiher woar"

40 Aktive der Trachten- und Volkstanzgruppe Großseelheim haben mit viel Spaß, schauspielerischem Talent und tänzerischen "Schmankerln" bei ihrem Mundarttanztheater "Koadds ean laag" ("Kurz und lang") gut unterhalten.

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Die Trachtentänzer begeisterten auch bei ihren Showtanz-Einlagen.Foto: Erich Frankenberg

Quelle: Erich Frankenberg

Großseelheim. Karten waren heiß begehrt, denn seit Wochen waren die beiden Vorstellungen im Bürgerhaus ausverkauft. Bereits zum siebten Mal hatten sich die Trachtentänzer einem Thema gewidmet, immer unter dem Motto: „Mier erzehn ach waerre eh Geschichde meadd Daaze, Seange ean Gedicht“ („Wir erzählen euch wieder eine Geschichte mit Tänzen, Singen und Gedichten“).

Die Tänzer überzeugten nicht nur in Tracht, sondern auch in anderen „Outfits“

Die Idee zu der neuen Aufführung war während einer Tanzstunde und mit dem Blick auf das Gründungsjahr des Vereins 1971 und der Kindergruppe 1978 entstanden. Und so lag es nah, in dem Stück die 70er Jahre aufzugreifen. Heraus kam ­eine „Liebeserklärung“ an das rege­ Vereinsleben der damaligen Zeit, an die Zeit mit Hot Pants, des Minirocks, an Discobesuche in der näheren Umgebung, an die „Mopeds“ und Kinobesuche in Marburg.

All diesen Themen widmeten sich die Aktiven des Vereins seit Monaten, informierten sich, befragten Zeitzeugen, holten alte Requisiten aus den Kellern und von den Dachböden. Und so entstand ein sehr vergnüglicher und begeisternder Abend, der bei vielen Besuchern Erinnerungen an diese Zeit hervorrief. Neben den Einheimischen, die viele ihrer „Originale“ aus dem Dorf bei der Aufführung wiedererkannten, konnten auswärtige Besucher viele Parallelen zu ihrer eigenen Jugend und ihres Dorfes oder ihrer Stadt herstellen. So spielten die Gründung der Großseelheimer Volkstanzgruppe, die Olympischen Spiele in München, das Sängerfest als Höhepunkt des dörflichen Lebens, der Blaue Bock im HR-Fernsehen und der Fasching eine bedeutende Rolle. All dies war eingebettet in einen Reigen von humorvollen und manchmal auch nachdenklich stimmenden Dialogen, von Liedern und von unzähligen Tänzen, die von Volks-, über Show- bis hin zu Gardetänzen reichten. Wer gedacht hatte, dass die Tracht und die Volkstänze im Vordergrund stehen würden, wurde eines Besseren belehrt: Neben den Volkstänzen in der evangelischen Marburger Tracht überzeugten die Tänzer auch in anderen „Outfits“ und mit modernen Tänzen.

Lang anhaltender Beifall war der Dank des Publikums für diesen besonderen Theaterabend. Das Lob des Vereinsvorsitzenden Jürgen Wenz galt allen ­Akteuren vor unter hinter den Kulissen.

von Erich Frankenberg

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