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Grundschule erstrahlt in neuem Glanz

60 Jahre Grundschule erstrahlt in neuem Glanz

Die Mitglieder des Fördervereins schenkten der Grundschule Hatzbach gemeinsam mit Kindern, Eltern und Großeltern anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens ein neues Aussehen der Außenanlage.

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An der Entstehung der neuen EzyRoller-Bahn war auch Marian Zachow beteiligt.

Quelle: Klaus Böttcher

Hatzbach. Als der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow am Samstagmittag nach Hatzbach kam, bot sich ihm ein tolles Bild. Nicht nur die Mitglieder des Fördervereins der Grundschule Erksdorf/Hatzbach/Wolferode, sondern auch Mütter und Väter, Großeltern und die Kinder selbst waren bei dem Aktionstag im Einsatz. „Ich bin überwältigt“, rief der Erste Kreisbeigeordnete und ergänzte: „Es ist eindrucksvoll, wenn der Förderverein und die Dorfgemeinschaft an einem Strang ziehen.“ Bevor er seine Jacke und die Krawatte ablegte, die Hemdsärmel hochkrempelte, um selbst Hand anzulegen, erklärte er noch: „Wir wollen uns als Schulträger nicht aus der Verantwortung stehlen, aber der Einsatz von Fördervereinen hilft ungemein bei der Aufgabenerfüllung.“

Schon am frühen Morgen wurde Beton gemischt und in die ausgehobene Grube geschüttet, wodurch die Stange für den Basketballkorb einen sicheren Halt hat. Arbeitsmaterialien, Basketballkorb und Bälle - alles Spenden des Fördervereins. Alleine die Basketballanlage kostet 600 Euro.

Haus für die Außenspielgeräte erstrahlt in neuem Glanz

Die Helfer reparierten verschiedene Dinge, verpassten dem Gebäude einen neuen Anstrich, und einige Eltern malten kunstvolle bunte Fensterbilder. Die Außenwände erhalten durch aufgeklebte überdimensionierte Bleistifte einen bunten, schulischen Touch. Zudem befindet sich auf dem Schulhof nun ein Spielfeld, und rund um den Hof führt eine „EzyRoller-Bahn“ -der EzyRoller ist ein bei den Kindern beliebtes Fortbewegungsmittel, auf dem man sitzt und es mit den Füßen sowohl antreibt als auch lenkt.

„Wir haben heute rund 40 Leute hier im Einsatz“, freute sich der Fördervereinsvorsitzende Armin Naumann. Besonders schön sei, dass selbst die Grundschulkinder Hand anlegten, wenngleich die Eltern später nicht von den Farbflecken in der Kleidung begeistert waren.

„Der Förderverein unterstützt die Bildungs- und Erziehungsarbeit“, erklärte Naumann im Gespräch mit der OP und berichtete: „Die Fördermittel setzten sich aus den Mitgliedsbeiträgen der derzeit 70 Mitglieder und Spenden zusammen.“ Es habe schon zahlreiche Anschaffungen gegeben, so im vergangenen Jahr unter anderem ein Klavier. Der Förderverein der Grundschule Erksdorf/Hatzbach/Wolferode wurde 1999 auf Initiative der damaligen Schulleiterin Brigitte Hosemann mit Hilfe von Eltern und Ortseinwohnern gegründet.

Alle Bürger zahlten Anteil

Der Beisitzer im Förderverein Karsten Schmidt hat sich mit der 60-jährigen Geschichte der Schule in Hatzbach beschäftigt und erzählt: Es gab eine Vereinbarung mit dem damaligen Regierungsoberinspektor Menkel zum Schulneubau. Danach waren pro Familie und Haus 80 Mark sowie pro Hektar Land 15 Mark zu zahlen. Familien ohne Haus und Grundbesitz zahlten 40 Mark. Das sei zu der Zeit für viele eine große Belastung gewesen, und die Menschen hätten ihre Beiträge teilweise in Raten zahlen müssen. Aber: Sie hätten es gerne in Kauf genommen, weil sie erkannt hatten, wie wichtig eine Schule im Dorf ist. Die Bereitschaft, sich für die Schule einzusetzen, habe auch die Sammlung von Eiern, Speck und Wurst im ganzen Dorf für das Richtfest im September 1954 gezeigt.

Am 23. Juli 1955 war große Einweihung, und es wurden fortan acht Klassen in den beiden Räumen gleichzeitig unterrichtet. Die Schule war zugleich ein kleines Bürgerhaus. Der Mehrzweckraum diente als Vereinsraum: Dort gab es Feierlichkeiten und Ortsversammlungen sowie Sitzungen des Ortsparlaments. Außerdem gab es in der Schule ein Gemeinschaftsbad für alle Familien, die zu Hause keine Möglichkeit zum Baden hatten. So war die Grundschule über Jahrzehnte der zentrale Ort in Hatzbach.

von Klaus Böttcher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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