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Großseelheim zieht‘s nach Europa

Vom Land Hessen nominiert Großseelheim zieht‘s nach Europa

Großseelheim wird als ­einziges Dorf Hessen beim Europäischen Dorferneuerungspreis vertreten. Das steht seit Freitag­nachmittag offiziell fest.

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Ein wichtiger Baustein der Großseelheimer Zukunft und Offenheit: Hamersch Hob wurde auf ­Nutzen bringende Art und Weise saniert und erhalten.

Quelle: Matthias Mayer

Großseelheim. Die Großseelheimer boten im vergangenen Jahr beim Landesentscheid des Wettbewerbs Unser Dorf hat Zukunft eine grandiose Wettbewerbs-Präsentation, landeten aber in der großen Gruppe der Orte ohne Dorferneuerung „nur“ auf Platz zwei - hauchdünn hinter Oedelsheim.

Mit Blick auf den Wettbewerb hatten die in einem Arbeitskreis zusammengeschlossenen Vereine und Bürger einen Kultur- und Geschichtspfad und auf einer Brachfläche das Luther-Gärtchen angelegt. Aber so richtig gepunktet hat Großseelheim mit dem von Peter Gade erdachten Konzept zur Umnutzung der landwirtschaftlich nicht mehr genutzten Höfe.

Neues Leben und Arbeitsplätze im Ortskern

Die Umsetzung des Konzepts hat neues Leben und Arbeitsplätze in den Ortskern gebracht, diesen zukunftssicher gemacht und die Offenheit der Großseelheimer für Veränderungen dokumentiert. „Offen sein“ ist das Motto des Europa-Wettbewerbs in diesem Jahr.

Und dies war auch der Grund, warum das Hessische Umweltministerium nur Großseelheim, und nicht die beiden auf Landesebene siegreichen Orte, für den europäischen Wettbewerb nominierte. Diese Ehre wurde zuvor, bezogen auf den Landkreis, allein dem Gold-Dorf Mengsberg im Jahr 2014 zuteil.

„Wir waren schon überrascht, als der Anruf aus dem Umweltministerium kam“, bekannte Ortsvorsteher Helmut Hofmann am Freitagnachmittag bei einem Pressegespräch im Bürgerhaus. Selbstverständlich hatte er ein offenes Ohr für das Anliegen aus Wiesbaden und selbstverständlich stieß er auf selbiges bei seinen Mitstreitern der sofort reaktivierten Arbeitsgruppe. Die brachte die sechzigseitige Antragsmappe pünktlich zur Post nach Sankt Pölten, von wo aus der europaweite Wettbewerb mit 24 teilnehmenden Dörfern koordiniert wird.

Die Jury kommt am16. Juni nach Großseelheim

Auch an den Präsentationen für den Besuch der Jury wird bereits gearbeitet, sagte Hofmann. Das ist auch gut so, denn die wird bereits am 16. Juni in Großseelheim zu einer vierstündigen Visite erwartet. Die Zusammensetzung der Jury ist auch schon bekannt: Eine Polin, ein Bürgermeister aus den Niederlanden und ein Staatssekretär aus Luxemburg. Vorteil für Großseelheim: Wettbewerbssprache ist Deutsch, die Moderationen müssen nicht zweisprachig erfolgen.

Großprojekte, wie die Anlegung des Kultur- und Geschichtspfades und den Bau des Luther-Gärtchens, die im Vorfeld des Landesentscheides umgesetzt wurden, wird es nicht geben, wie Helmut Hofmann auf Nachfrage erklärte. Die Projekte würden im Sinne der Nachhaltigkeit fortgeführt, sagte Evelyn Leukel.

Ortsvorsteher würdigt ehrenamtliche Engagemen

Beispielhaft dafür nannte Pfarrerin Evelyn Koch das „Tischlein-deck-dich“-Projekt im Gemeindehaus, dessen ehrenamtliches Team künftig zweimal statt einmal im Monat die älteren Mitbürger zum Mittagstisch bittet. Helmut Hofmann ergänzte, das dass Luther-Gärtchen bis zum Lutherjahr 2017 endausgebaut werde.

Auch der Großseelheimer Kultur- und Geschichtspfad werde nicht nur so dastehen, sondern seinen Zweck erfüllen. Geplant seien weitere öffentliche Führungen an der Route, um den 2000 Großseelheimerinnen und Großseelheimern und deren Besuchern das Dorf näher zu bringen.

Der Ortsvorsteher würdigte das gewaltige ehrenamtliche Engagement, das die Dorfgemeinschaft auch abseits der Arbeitsgruppe erbringe und Großseelheim erst zu einem offenen und liebenswerten Gemeinwesen mache. Ins gleiche Horn stieß Klaus Weber, der als Kreisbeigeordneter und Stadtverordnetenvorsteher Landkreis und die Stadt Kirchhain vertrat. Weber sprach von großartigen, beispielgebenden Leistungen und einem Glücksfall für Kirchhain und den Landkreis.

Da bleibt eine spannende Frage: Spielt Großseelheim am 16. Juni auf Sieg oder auf Platz? Helmut Hofmann drückte sich diplomatisch um eine klare Antwort. Etwas deutlicher Jürgen Wenz: „Der Sieger muss ein dreitägiges Fest ausrichten. Das können wir gut.“ Schließlich gab der künftige Kirchhainer Bürgermeister Olaf Hausmann Formulierungshilfe: „Natürlich tritt Großseelheim an, um zu gewinnen. Klappt‘s nicht, ist das auch nicht schlimm.“

von Matthias Mayer

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