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Großes Lob für eine Gemeinschaftsleistung

Europäischer Dorferneuerungspreis Großes Lob für eine Gemeinschaftsleistung

Der Ort Fließ in Österreich gewinnt den Europäischen Dorferneuerungspreis. Die Bewertungskommission lobt allerdings auch Großseelheim als hessischen Vertreter in ganz besonderem Maße.

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Begleitet von Großseelheimer Bürgern zog die Bewertungskommission durch das Dorf.

Quelle: Matthias Mayer

Großseelheim. 24 Orte in Europa nahmen teil, nur einer konnte die Auszeichnung erringen. Dass Großseelheim es nicht auf den Spitzenplatz schaffte, ist für Ortsvorsteher Helmut Hofmann aber keine Enttäuschung. „Das ist ein ganz toller Erfolg für unser Dorf und ein riesengroßer Imagegewinn“, freute er sich am Dienstag beim Gespräch mit der OP.

Die Nachricht ereilte die Arbeitsgruppe Dorfwettbewerb am späten Montagabend. Großseelheim gehört zu den zehn Orten, die die Bewertungskommission auf eine Liste der Dörfer mit „besonderen Leistungen in der Dorfentwicklung“ gesetzt hat.

Am 15. Juni hatte die Bewertungskommission Großseelheim einen halben Tag lang besucht (die OP berichtete ausführlich). Dass große Teile der Bewohner des Dorfes hinter „ihrem“ Großseelheim stehen, war dabei augenscheinlich. Etwa 350 Bürger hatten sich Zeit genommen und die Kommission bei ihrem Rundgang begleitet.

16 Referenten informierten die Kommission

Vier Stunden dauerte allein der Rundgang, sechs Monate besondere Vorbereitung steckten in der Teilnahme. Allein 16 Referenten informierten die hochkarätig besetzte Kommission seinerzeit über einzelne Projekte im Ort. Am Dienstagabend wollten die Mitglieder der Arbeitsgruppe, Helfer und Unterstützer die Teilnahme und das Abschneiden bei diesem großen europäischen Wettbewerb zunächst einmal feiern.

Ortsvorsteher Helmut Hofmann lagen Teile der Bewertung der Kommission vor. So hat Großseelheim Pluspunkte bei der belegbar guten Integration von Neubürgern und Zugezogenen gesammelt. Ein Punkt, der der Kommission angesichts des Wettbewerbmottos „Offen sein“ sicherlich besonders ins Auge gefallen ist. Sonderlob hat es laut Hofmann aber auch für den „Werkhof 07“ mit mindestens 100 Partnerfirmen gegeben.

Und auch mehrere mit großem Erfolg abgeschlossene Projekte im Ort fanden in der ersten Bewertung eine lobende Erwähnung. Helmut Hofmann zählt auf: die Gestaltung des Luthergärtchens ist darunter oder der Geschichts- und Kulturpfad mit seinen 17 Stationen.

Ergebnis ist Motivation weiterzumachen

Auch die Tatsache, dass es im größten Stadtteil der Stadt Kirchhain keinen Leerstand gibt, ist ins Gewicht gefallen.

An dieser Stelle wird Großseelheims Ortsvorsteher persönlich. Er würdigt die Leistungen des Unternehmers Peter Gade, der leider viel zu früh verstorben sei. Gade habe frühzeitig damit begonnen, Gebäude im Ort zu sanieren und sie wieder als Wohnraum nutzbar zu machen. Hofmann betont, dass Großseelheim grundsätzlich zuerst auf Innen- und erst dann auf Außenentwicklung setze. Wobei der Ort derzeit über ein neues Baugebiet verfügt.

Immer wieder betonte Hofmann am Dienstag, dass das Erreichte eine Leistung von allen Beteiligten gewesen ist. „Das haben wir alle zusammen geschafft“, freut sich der langjährige Ortsvorsteher. Er sieht das Ergebnis als Motivation und Verpflichtung, weiterzumachen, Projekte neu anzustoßen und Begonnenes zu Ende zu bringen.

Im September gibt es eine große Siegerehrung in Tihany in Ungarn. Die Großseelheimer haben für sich schon beschlossen, dass sie dorthin fahren werden.

Lob gab es am Dienstag auch von Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner: „Ich freue mich, dass Großseelheim teilgenommen und wieder einen Erfolg erzielt hat“.

von Michael Rinde

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