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Großes Interesse an der Nahwärme

120 Besucher in Stausebach Großes Interesse an der Nahwärme

120 Stausebacher kamen zur Informationsveranstaltung der Initiativgruppe Nahwärmenetz, die kompetente Ansprechpartner für die Bürger eingeladen hatte.

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Die leergeräumte Maschinenhalle fasste die Besucher nicht. Einige Stausebacher verfolgten die ­Infoveranstaltung zur Nahwärme vom Hof aus.

Quelle: Klaus Böttcher

Stausebach. Es wurde eng in der ausgeräumten Maschinenhalle hinter der Kirche, denn es waren mehr interessierte Bürger gekommen, als die Organisatoren erwartet hatten. Vor der Halle stand ein großer Truck der Firma Yados, auf dem der Gebietsleiter der Firma, Marcus Gigl, die kompakten Hausübernahmestationen zeigte und erklärte, dass diese in Stausebach künftig Heizkessel ersetzen könnten.

Gerhard Schmidt von der Firma ISO Plus stellte die doppelrohrigen Nahwärmeleitungen vor, die in Stausebach verbaut werden - sofern das Projekt zustande kommt. Die EAM wiederum soll die Wärme für das Netz liefern. Wie das geschieht, erläuterten Siegmund Laufer und ­Ulrich Löttert-Götz.

Harald Bromm von der Stausebacher Initiativgruppe moderierte den Nachmittag und stellte die Initiativgruppe vor. Diese habe sich im März vergangenen Jahres gegründet und die Vorarbeiten für das Projekt und die geplante Genossenschaftsgründung gemacht. Dazu habe der Besuch von Bioenergiedörfern gehört, um von den Erfahrungen bestehender Genossenschaften zu profitieren. Jeder könne in der Gruppe mitmachen, die sich immer mittwochs ab 19 Uhr im Feuerwehrhaus treffe, erklärte Bromm.

Heinz Heilemann war aus ­Wasenberg gekommen, um den Stausebachern Mut zu machen. In Wasenberg ist man schon zwei Schritte weiter. Innerhalb eines Jahres wurden dort 30 ­Kilometer Nahwärme-Leitungen verlegt und 230 Häuser an das Netz angeschlossen. Auch in dem Willingshäuser Ortsteil habe es unter den Bürgern anfangs Ängste und Bedenken gegeben. Letztlich sei nicht ein Anschlusswilliger zurückgetreten. Im Gegenteil, heute gebe es für den Anschluss an das Netz eine Warteliste. Mit Blick auf das gemeinschaftliche Werk und die Chance, künftig den Wärmepreis im Dorf selbst zu bestimmen, sagte Heilemann: „Denkt daran, Ihr sitzt alle in einem Boot.“

Die Mutmacher sehen gute Chancen für das Projekt

Ermutigende Worte für das Nahwärmenetz fand auch Dr. Norbert Clement, der Fachdienstleiter erneuerbare Energien und Klimaschutz beim Landkreis, der auch liebevoll Vater der Bioenergiedörfer genannt wird. „Man engagiert sich in der Gemeinschaft und das macht ein Dorf aus“, rief er den Stausebachern zu und stellte die Bedeutung der Bioenergiedörfer für den Klimaschutz und die autarke Energieversorgung im Landkreis heraus.

Siegmund Laufer von der EAM stellte die technische Seite des Projektes vor. „Wir haben Wärme, sie brauchen welche“, brachte er es mit Blick auf das nahegelegene Biomassenzentrum auf den Punkt. Dort wird in zwei Biomassekesseln das sogenannte Landschaftspflegematerial (Baum- und Heckenschnitt) bislang nutzlos verbrannt.

Mit der erzeugten Wärme könnten Stausebach, die beiden großen Kirchhainer Schulen und das Kirchhainer Hallenbad mit Nahwärme versorgt werden. Als Back-up-Systeme für besonders kalte Tage stehen zwei Wärmepufferspeicher und ein Blockheizkraftwerk bereit, erklärte der EAM-Geschäftsführer, der die Anschlüsse für die Großabnehmer in Kirchhain als äußerst positiv für das Projekt bezeichnete.

80 Anschlusswillige gibt es schon, 100 sind nötig

Geichwohl brauche Stausebach 100 Hausanschlüsse, um das Netz wirtschaftlich betreiben zu können. Kirchhains künftiger Bürgermeister Olaf Hausmann erklärte, dass möglicherweise in Kirchhain noch weitere Gebäude angeschlossen würden.

Vonseiten der Bürger gab es viele Fragen, die sich meist um die Versorgungssicherheit zu jeder Jahreszeit, die Finanzierung des von der Genossenschaft zu bauenden und zu bezahlenden Netzes und dessen Kosten drehten. Es wurde aber auch gefragt, ob sich das 600 Meter außerhalb des Ortes gelegene Schützenhaus anschließen lasse - bei Kosten von gut 200000 Euro sicherlich nicht.

Bisher sind 80 Anschlusswillige für das Nahwärmenetz bereit. Die Mitglieder der Initiative sind optimistisch, dass es bald 100 oder mehr sein werden. Für August/September sind die verbindlichen Beitrittserklärungen zur Genossenschaft geplant. Danach folgt die Genossenschaftsgründung. Das Netz könnte zwischen Mai und November 2017 gebaut werden.

von Klaus Böttcher

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