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Großes Interesse an Infoveranstaltung

Bioenergie Großes Interesse an Infoveranstaltung

Machen sich Amöneburg, Roßdorf und Rüdigheim mithilfe der Stadt auf den Weg zum Bioenergiedorf? 130 Besucher kamen zur ersten Informationsveranstaltung zu diesem Thema.

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Die Besucher lauschten Bernd Rhiels flammendem Plädoyer für Bioenergiedörfer.

Quelle: Klaus Böttcher

Roßdorf. „Das Bioenergiedorf für alle“, lautete der Titel der von der Stadt Amöneburg initiierten Veranstaltung, die Bürgermeister Michael Plettenberg moderierte. Zunächst erinnerte er daran, wie sich Mardorf und Erfurtshausen auf den Weg gemacht hatten und zu Bioenergiedörfern wurden. Mit der jetzigen Veranstaltung wollte die Stadt es den Bürgern schmackhaft machen, sich auch für diesen Schritt zu entscheiden.

Als erstes möchte die Stadt der Kernstadt, Roßdorf und Rüdigheim eine Machbarkeitsstudie finanzieren - die aber nur in Auftrag gegeben werden soll, wenn die Bürger Interesse zeigen. Deshalb hatten die drei Ortsvorsteher Sefa Elmaci (Amöneburg), Bernhard Becker (Rüdigheim) und Stephan Maus (Roßdorf) auf dem Podium Platz genommen und Listen vorbereitet. Darin konnten sich nach der Veranstaltung die Bürger eintragen und damit unverbindlich ihr Interesse bekunden. „Es geht heute darum, Menschen zu begeistern, sich dem Vorhaben anzuschließen“, sagte Plettenberg. Ganz wichtig sei auch, dass sich Bürger zur Mitarbeit bereiterklären, sodass sich eine Initiativ-/Arbeitsgruppe findet.

Als Fachmann hatte die Stadt Georg Stegemann von der Firma Viessmann eingeladen. Der verdeutlichte, wie wichtig die Findung einer Projektgruppe ist, bevor er erklärte, was überhaupt ein Bioenergiedorf ist. Er erläuterte die ersten Schritte auf dem Weg dahin und ging auf den gesamten Prozessablauf ein - von der Idee bis zur Umsetzung. Stegemann, der sich in Mengsberg um das Solarthermie-Projekt kümmert, stellte wichtige Punkte heraus, so beispielsweise die Ausnutzung von Fördermitteln. Noch dazu wies er darauf hin: Je mehr Hausanschlüsse es gibt, desto besser.

Erfurtshäuser Genosse „würde es wieder tun“

Er ging auf die möglichen Anlagen in den drei Orten ein, die nicht auf eine Biogasanlage und deren „Abfallprodukt“ Wärme zurückgreifen können. Er erklärte die Funktionsweise einer Solarthermieanlage. Als Beispiel ging er auf die Anlage in dem Neustädter Stadtteil Mengsberg ein, die sich in der Realisierungsphase befindet.

Bernd Rhiel vom Vorstand der Genossenschaft in Erfurtshausen hielt ein flammendes Plädoyer für ein Bioenergiedorf. Er erzählte, wie es in Erfurtshausen gelaufen ist, wo von den 174 Häusern 126 an die Anlage angeschlossen sind. Er erläuterte die vielen Vorteile der Einrichtung und sagte abschließend: „Ja, ich würde es wieder tun!“

Dr. Helmut Otto vom Landkreis war als Gast gekommen und berichtete davon, wie erfolgreich und federführend der Kreis auf diesem Gebiet sei. „Wir sind der Landkreis mit den meisten Bioenergiedörfern“, betonte er ein wenig stolz und sagte auch den potenziellen Anwärtern die Unterstützung zu. Aus eigener Erfahrung erklärte er: „Solarthermie funktioniert nicht nur im Sommer.“ Als einen weiteren großen Vorteil eines Bioenergiedorfes nannte er das bessere soziale Verhältnis der Bürger untereinander.

Bernd Rhiel hatte in seinem Kurzvortrag von der Wichtigkeit der Machbarkeitsstudie gesprochen, das vertiefte der Bürgermeister noch. „Die 30.000 Euro dafür sind da“, betonte er. Die Bürger sollten nur ihrem Ortsvorsteher durch den Listeneintrag das Signal geben, dass die Machbarkeitsstudie gemacht werden soll.

Die Ortsvorsteher gaben alle­ drei eine positive Stellungnahme ab. „Wir sind Feuer und Flamme, glücklich, dass wir die Chance haben“, betonte Sefa Elmaci. Bernhard Becker erklärte: „Persönlich bin ich dafür, aber viele Bürger sagen: Muss das sein?“ Er hofft allerdings auf eine Umsetzung. Stephan Maus möchte unbedingt die Machbarkeitsstudie. „Ich sehe die Chance, dass wir autark werden.“ Plettenberg freute sich im Nachgang der Sitzung: „Die Resonanz bei den Bürgern war sehr gut und die Listen gut gefüllt.“ Er geht anhand des Feedbacks und der Reaktionen der Ortsvorsteher davon aus, dass die Stadt für alle drei Ortsteile die Machbarkeitsstudien auf den Weg bringen wird.

von Klaus Böttcher

 
 
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