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Großes Angebot in der kleinen Stadt

Rauschenberger Jugendpflege Großes Angebot in der kleinen Stadt

Die offene Jugendarbeit hat deutlich an Gewicht gewonnen. Das sagte der neue Rauschenberger Stadtjugendpfleger Stefan Ullrich vor der Stadtverordnetenversammlung.

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Stadtjugendpfleger Stefan Ullrich stellte den Stadtverordneten die Arbeit der Rauschenberger
Jugendpflege vor. Foto: Matthias Mayer

Rauschenberg. Ullrich war ins Parlament gekommen, um Arbeit und Ziele der Stadtjugendpflege vorzustellen.

„Wir sind voll ausgelastet“, sagte Stefan Ullrich, der den großen Zuspruch auf das Prinzip der offenen Jugendarbeit zurückführte. „Der Trend weg von den festen Vereinszeiten nimmt zu. Die Kinder und Jugendlichen können ohne Druck und ohne Verpflichtungen zu uns kommen und gehen, wann sie wollen. Und sie kommen immer wieder“, erklärte Ullrich, der seine Arbeit jedoch nicht als Konkurrenz zu den Vereinen ansehe. Im Gegenteil, die Jugendpflege seit bereits mit einigen Vereinen vernetzt und kooperiere mit diesen sowie mit der Kirche.

Der Schwerpunkt der Jugendpflege liege eindeutig in der freizeitpädagogischen Arbeit mit regelmäßigen Angeboten (siehe Info-Box). Dazu kämen weitere wichtige Aufgaben:

n Jugendkulturarbeit: Die Kinder und Jugendliche sollen Kultur erleben und reflektieren, zugleich aber auch Gelegenheit bekommen, ihre eigenen kulturellen Neigungen zu erkennen und zu erproben. n Cliquenorientierte Arbeit: Die Jugendpflege sucht die Cliquen an den bekannten Treffpunkten in der Stadt auf. „Wir fragen nach, wo wir die jungen Leute unterstützen können“, erklärte Stefan Ullrich. n Gewalt- und Suchtprävention: Zielsetzung ist die Stärkung des Selbstwertgefühls der Kinder und Jugendlichen, ihnen Lebens- und Alltagskompetenz zu vermitteln. n Medienpädagogische Arbeit: Für den Jugendpfleger ein ganz wichtiger Punkt: „Sechsjährige schauen sich auf ihren Smart-phones Gewaltvideos an und Zehnjährige sehen Filme mit sexuellen Inhalten. Das kann es nicht sein“, sagte Stefan Ullrich. In spielerischer Form sollen Kompetenzen für den Umgang mit alten und neuen Medien vermittelt werden. n Beratung, biografische Begleitung und Einzelhilfe: Aktuelle Krisen von Kindern und Jugendlichen sollen erkannt und bearbeitet werden. n Qualifizierende Arbeit: Da ein hauptamtlicher Jugendpfleger allein die verschiedenen Angebote nicht stemmen kann, bildet die Jugendpflege ihre Gruppenleiter selbst aus. Ehrenamtlich Interessierte werden so ausgebildet, dass sie die pädagogisch sinnvolle Leitung einer Gruppe übernehmen können. Da auch die Jugendclubs zur Jugendpflege gehören, ist das Altersspektrum, mit dem sich die Jugendpflege zu befassen hat, ziemlich weit. Es reicht von 6 bis 27 Jahren. Nicht zuletzt mit Projektarbeit erreicht die Jugendpflege auch die etwas älteren Jahrgänge. Stefan Ullrich erinnerte an das soeben mit drei Aufführungen einer Bühnenfassung des Dschungelbuchs in der Kratz‘schen Scheune beendete Theater-Projekt. Das Projekt Schüler-Betreuung an der Alfred-Wegener-Schule laufe einmal pro Woche. Im Mai nehme eine Projektgruppe für Jugendliche zum Thema Ernährung ihre Arbeit auf. Ziel sei, es Alternativen zum in dieser Altersgruppe besonders häufig konsumierten Fastfood aufzuzeigen.Eine weitere Projektgruppe nimmt im August die Arbeit auf. Das Kürzel „S.K.I.R“ steht für selbstbewusste Kinder in Rauschenberg und verfolgt die unter „Gewalt- und Suchtprävention“ formulierten Ziele. Dieses Projekt wird, so Stefan Ullrich, in Kooperation mit dem Jugendamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf und der Rauschenberger Kindertagesstätte Mäuseburg angeboten. Schließlich formulierte der Jugendpfleger noch zwei Ziele für die Zukunft: Die Gründung eines Fördervereins könne helfen, die Jugendarbeit in Rauschenberg auf eine bessere finanzielle Grundlage zu stellen. Wünschenswert sei zudem ein Projekt gegen die Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen, das jungen Leuten Wege aufzeige, wie sich Konflikte gewaltfrei lösen lassen.

von Matthias Mayer

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