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Großer Anklang beim Fest des Jubilars

MGV Stadtallendorf Großer Anklang beim Fest des Jubilars

„Kultur hat mit dem Gesang angefangen“, sagte Michael Feldpausch, Vorsitzender des Kulturkreises. Es passte also, dass ein Konzert des Männergesangvereins die Kunst- und Kulturtage eröffnete.

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Unter Leitung von Tamara Zitzer eröffnete der Jubiläumschor den Abend.

Quelle: Yanik Schick

Stadtallendorf. Seit nunmehr 125 Jahren besteht der Männergesangverein, dessen Geschichte eng mit der Geschichte Stadtallendorfs selbst verbunden ist. 1891 war der MGV erst als zweiter Verein überhaupt im damals noch kleinen Dorf gegründet worden. Er sollte helfen bei der „Vermittlung deutschen Kulturgutes“, so die Satzung (die OP berichtete).

Ein Jahrhundert später litten die Sänger unter zwei Weltkriegen und insbesondere einer Diktatur der Gleichschaltung unter dem NS-Regime. Trotzdem stand der Verein auch nach 1945 wieder auf und half prompt bei der Integration vieler Heimatvertriebener in Stadtallendorf. Altbürgermeister Heinz Lang bescheinigte den Aktiven später, wichtige Brücken nach der Zeit des Krieges geschlagen zu haben.

Nur noch 30 aktive Sänger

Und heute? Heute scheint der Stadtallendorfer MGV entsprechend der Situation vieler Gesangvereine in der Region an gesellschaftlicher Relevanz zu verlieren: Noch beim 100-jährigen Jubiläum, so berichtet der Vorsitzende Guntram Weitzel, habe der Verein 60 aktive Sänger in seinen Reihen gehabt. Heute ist es nur noch die Hälfte. Auch die Zahl der Gesamtmitglieder ist gesunken: Waren es einst mehr als 200, sind es heute nur noch 132. „Natürlich kommen momentan nur wenige Leute nach“, weiß Weitzel. Dennoch macht der Vorsitzende Mut für die Zukunft. Auf den Verein sieht er durchaus gute Jahre zukommen.

Zum Chorkonzert anlässlich seines 125-jährigen Bestehens hatte der MGV verschiedene Chöre und Musiker aus Stadtallendorf eingeladen. Der Anklang war bemerkenswert: Fast 250 Gäste füllten den kleinen Saal der Stadthalle. Gekommen waren Chöre der Kirchengemeinden und der Evangelischen Sing- und Musikschule, die Stadtallendorfer Musikanten, eine italienische Schola, die Gruppe „Cantamus“ sowie die beiden Solisten Luisa Müller und Anika Wandersee.

Ergänzt durch die Auftritte des Männergesangvereins selbst reichte das, um ein umfassendes und anspruchsvolles Abendprogramm auf die Beine zu stellen. Aus Sicht von Guntram Weitzel ein eindeutiges Zeichen: „Die Leute in Stadtallendorf scheinen Sehnsucht danach zu haben, gemeinsam zu singen“, sagte er.

Schulprojekte und Angebote für Senioren

Dieses Potenzial möchte der MGV in den kommenden Jahren nutzen - und zwar in verschiedenen Altersklassen. Bei Schulprojekten soll einerseits um junge Sänger geworben werden. Aber auch für ältere Menschen, so Weitzel, sei die Chormusik eine gute Freizeitbeschäftigung. „Die Menschen vereinsamen durch die demografische Entwicklung immer mehr“, betonte er, „dabei ist der Chorgesang auch etwas für die Gesundheit.“

Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi lobte den Stadtallendorfer MGV als „Musterbeispiel für einen intakten Verein“. Gleichzeitig eröffnete er die 24. Stadtallendorfer Kunst- und Kulturtage. Sie dauern bis zum 12. Juni.

von Yanik Schick

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