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Große Lösung für Feuerwehr

Neubau-Projekt ohne Abstriche Große Lösung für Feuerwehr

Mit Naturschutz und dem Rauschenberger Feuerwehrhaus befasste sich der Ausschuss Umwelt, Landwirtschaft und Bauwesen am Dienstagabend.

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Um die Fahrzeughalle vor weiteren Feuchtigkeitsschäden zu schützen, wurde an der Rückseite das Erdreich abgetragen. Das Gebäude wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Foto: Mayer

Rauschenberg. Ab dem kommenden Jahr soll der Feuerwehrstützpunkt in der Kernstadt erneuert und erweitert werden. Dieser Tagessordnungspunkt gab dem Ausschussvorsitzende Hermann Koch (parteiloses Mitglied der SPD-Fraktion) die nicht alltägliche Gelegenheit, seine eigenen Planungen vorzustellen. Der Architekt aus Bracht hat das Vorhaben geplant.

Wie bereits berichtet, solle die alte Fahrzeughalle abgerissen und durch einen Neubau mit vier Einstellplätzen an gleicher Stelle ersetzt werden. Neben der neuen Halle entsteht ein Anbau mit Umkleide-, Sanitär- und Funktionsräumen. Außerdem gehört die energetische Sanierung der Schulungs- und Aufenthaltsräume zum Bauprogramm.

Der Ausschuss klopfte das 850000 Euro teure Projekt nach Einsparmöglichkeiten ab. Die Stadtverordneten Dagmar Althainz (CDU) und Karin Lippert (FBL, beide aus Bracht) sahen diese im Raumprogramm. Sie erfuhren von den Repräsentanten der Rauschenberger Feuerwehr, dass an den Abmessungen der Fahrzeughalle wegen der Norm-Vorgaben nicht zu rütteln sei. Und Hermann Koch erläuterte in seiner Eigenschaft als Planer, dass der Anbau zwar eine Raumreserve (80 Plätze für derzeit 42 Feuerwehrmänner und 16 Mitglieder der Jugendfeuerwehr) beinhalte, aber eine Verkleinerung des Anbaus um 30 Quadratmeter finanziell kaum ins Gewicht falle.

Dagegen stellte der Bürgermeister zwei besonders gewichtige, weil nicht bezuschussungsfähige Einsparpotenziale vor: Die Photovoltaikanlage (50000 Euro) und die Außenanlage (90000 Euro). Die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage sei wegen der mit den EEG-Änderungen verbundenen Unwägbarkeiten nicht unbedingt gewährleistet. Und für die Parkplätze hinter dem Haus reiche anfangs vielleicht auch eine mit Schotter befestigte Fläche, sagte Emmerich unter Hinweis auf die komplett gepflasterte Fläche vor dem Feuerwehrhaus.

Ist Schotter eineStolperfalle?

Hermann Koch warb dafür, zumindest die Stromleitungen auf das perfekt nach Süden geneigte Dach zu verlegen. Und gegen den geschotterten Parkplatz wandte er ein, dass niemand auf dem Weg zum Einsatzfahrzeug stolpern dürfe.

Werner Metke (SPD) schlug vor, an der Planung festzuhalten, um eine Dauer-Baustelle zu verhindern. Dem schloss sich der Ausschuss ohne seinen persönlich betroffenen Vorsitzenden mit vier Ja-Stimmen und einer Enthaltung an.

Zuvor hatte Heidrun Hess-Mittelstädt vom Fachbereich Ländlicher Raum des Landkreises Marburg-Biedenkopf den Ausschuss umfassend über Fördermöglichkeiten im Zusammenhang mit der vom Stadtparlament gewünschten Optimierung der ökologischen Vielfalt aufgeklärt. Die Fachfrau hatte drei gute Nachrichten mitgebracht:

n Es gibt für dieses Ziel gewichtige Förderprogramme mit einer Förderquote von fast immer 100 Prozent. n Der Fachbereich Ländlicher Raum ist in dieser Angelegenheit im Raum Rauschenberg schon sehr aktiv. Schwerpunkt ist das Wohratal mit seinem Auen- und seinem FFH-Gebiet. n Auch die Arbeiten an den Gewässern im Sinne der Europäischen Wasser-Rahmenrichtlinie werden zu 100 Prozent gefördert. Der Rat der Fachfrau: „Machen Sie Gebrauch davon, denn irgendwann greift die Wasser-Rahmenrichtlinie!“ Die meisten Projekte - so Hess-Mittelstädt - werden zusammen mit den Landwirten umgesetzt. Daraus folgerte der Ausschuss den ersten Schritt: Die Landwirte gewinnen und motivieren. Dass diese zum Teil schon motiviert sind, berichtete Karin Lippert am Beispiel Bracht. Dortige Landwirte wollen die von Überwucherung bedrohte Aue am Roten Wasser retten.Der Ausschuss kam überein, im Zuge eines Gesamtkonzeptes der Region Burgwald-Ederbergland die ökologische Aufwertung der Feldgemarkungen anzugehen. Einzelne Projekte wie Blühstreifen sollen vor Ort mit den Landwirten besprochen werden.

von Matthias Mayer

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