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Große Hitze, schwere Aufgabe

Großübung der Neustädter Feuerwehren Große Hitze, schwere Aufgabe

Vor große Herausforderungen stellte die Einsatzkräfte eine Feuerwehrübung an der alten Speckswinkeler Grundschule.

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Feuerwehrleute aus Speckswinkel tragen Luca Ringleb aus dem völlig verrauchten Gebäude. Glücklicherweise war der Großeinsatz an der alten Speckswinkeler Schule nur eine Übung. Fotos: Alfons Wieber

Speckswinkel. Vor allem auch das Wetter mit Temperaturen von weit über 30 Grad machte den Frauen und Männern am Freitagnachmittag schwer zu schaffen. Die jetzigen Besitzer der ehemaligen Schule, die vor geraumer Zeit vom Landkreis verkauft worden war und jetzt zum Wohnheim für Saisonarbeiter umgebaut wird, hatten im Vorfeld der Nutzung für die Feuerwehrübung zugestimmt. Zahlreiche Speckswinkeler sowie auch Bürgermeister Thomas Groll und Ortsvorsteher Karl Stehl ließen es sich nicht nehmen, sich vor Ort von der Leistungsfähigkeit ihrer Freiwilligen Feuerwehren zu überzeugen.

Unter der Leitung von Speckswinkels Wehrführer Oliver Stabilin und unter den prüfenden Augen von Stadtbrandinspektor Erhard Wölk waren die Floriansjünger in drei Gruppen alarmiert worden. Vorab über eine Übung informiert, warteten die Feuerwehren von Speckswinkel und Erksdorf, Mengsberg und Hatzbach sowie Neustadt und Momberg bei Übungsbeginn bereits an den Ortseingängen. In der angenommenen Lage hatte ein Passant die Rauchentwicklung in der alten Schule festgestellt und die Feuerwehr alarmiert. Nach dessen Informationen befanden sich noch Personen in den Räumen der alten Schule. Diese galt es vornehmlich zu retten und anschließend den Brand zu bekämpfen.

Zusammenarbeit und Gebäudeinspektion im Fokus

Als Ziel der Übung nannte Oliver Stabilin die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Wehren sowie auch das Kennenlernen des im Inneren sehr verwinkelten Objektes: „Falls wirklich mal was passiert“, betonte Stabilin.

Mit einem ganzen Kofferraum voller Wasserflaschen hatte er darüber hinaus die Löschwasserversorgung der Kehlen seiner Schwerstarbeit leistenden Feuerwehrleute sichergestellt. „Ich gehe davon aus, dass die Feuerwehrkameraden, die heute unter Atemschutz in das Haus gehen, Probleme bekommen werden“, bemerkte auch Stadtbrandinspektor Erhard Wölk mit Blick auf die erbarmungslos vom Himmel scheinende Sonne.

Als um 18.10 Uhr die Sirene heulte, die auch noch auf dem Dach des ehemaligen Schulgebäudes montiert ist, waren als Erste die Wehren von Speckswinkel und Erksdorf vor Ort, unmittelbar gefolgt von Momberg und Neustadt und von Mengsberg und Hatzbach. Eingewiesen von Wehrführer Oliver Stabilin, der wie alle anderen Feuerwehrleute in der vollen Einsatzmontur solidarisch schwitzte.

Den Ersten nach fünf Minuten gerettet

Sieben Trupps rüsteten sich sofort mit Atemschutzgeräten aus, um in dem verrauchten Gebäude nach den Übungsverletzten zu suchen. Alles lief routiniert und professionell ab. Auf Grund vieler Übungsstunden saß jeder Handgriff.

Ganze fünf Minuten dauerte es, bis Nico Heyde als Erster, von Feuerwehrfrau Daniela Korell über die Leiter begleitet, wieder sicheren Boden unter den Füßen hatte. Nach rund 20 Minuten waren weitere vier Kinder „gerettet“ und nach rund einer halben Stunde alle sechs aus ihrer misslichen Lage befreit.

Anschließend wurde mit einem Druckbelüfter Frischluft in das völlig verrauchte Gebäude geblasen und dieses zur Sicherheit noch einmal abgesucht.

Am Ende zeigte sich sowohl Stadtbrandinspektor Wölk als auch Oliver Stabilin als Leitender mit dem Ablauf zufrieden. „Die Übung hat uns aber auch gezeigt, was in Zukunft verbessert werden muss. Sieben Atemschutztrupps bei einem Gebäude dieser Größe sind einfach zu wenig“, so Stabilin. Darüber hinaus deckte das Szenario Probleme im Bereich der Funktechnik auf, da noch nicht alle Wehren auf Digitalfunk umgestellt haben. „Damit alle miteinander kommunizieren können, ist ganz wichtig, dass alle mit einem gemeinsamen System arbeiten“, resümierte Stadtbrandinspektor Wölk.

Eingesetzt waren rund 50 Feuerwehrfrauen und -männer, die mit sieben Fahrzeugen vor Ort waren. Die sechs Übungsverletzten stellte die Jugendfeuerwehr Neustadt.

von Alfons Wieber

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