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Große Herausforderung mitten im Wald

Übung der Feuerwehr Kirchhain Große Herausforderung mitten im Wald

Nach der langanhaltenden Trockenperiode brennt der Wald bei Kirchhain. Das ist ein durchaus realistisches Szenario für die Großübung der Kirchhainer Feuerwehr.

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Wie schwierig und aufwendig der Aufbau einer Löschwasser-Versorgung im Wald ist, zeigt dieses Foto. Mobile Wassercontainer werden fernab einer Wasserleitung befüllt.

Quelle: Klaus Böttcher

Kirchhain. Eine nicht alltägliche Übung für einige Kirchhainer Feuerwehren lief am Samstag im Wald bei den Windrädern nahe Emsdorf. Die Bekämpfung von Bränden und die Hilfen bei Verkehrsunfällen sind für die Frauen und Männer der Feuer­wehren Alltag; ein Flächenbrand im Wald ist es nicht.

Rund 100 Frauen und Männer im Einsatz

Das Hauptaugenmerk dabei liegt auf dem Wasser. Denn im Wald gibt es keine Hydranten, die man anzapfen kann, sondern man muss das in den Fahrzeugen mitgeführte Wasser verwenden oder lange Schlauchverbindungen legen. Das kann auch bei einem Hydranten oder einem offenen Gewässer sein, aus dem dann Wasser abgesaugt wird.

Thorsten Thierbach hatte mit einem Team die Übung vorbereitet und die gewünschte Lösung in den Übungsverlauf eingearbeitet. Doch der Einsatzleiter, der Kirchhainer Stadtbrandinspektor Reinhold Bonacker, hatte vor Ort zu entscheiden, was wer machen soll und welche zusätzlichen Wehren er noch alarmiert. Die Übung war mit dem zuständigen Förster abgesprochen, die geschotterten Wege zu den Windrädern kamen den schweren Fahrzeugen entgegen.

Für die Wasserversorgung alarmierte der Einsatzleiter über die Leitstelle weitere Löschfahrzeuge aus Gemünden/Wohra und Homberg/Ohm, die, wie das Kirchhainer Löschfahrzeug, 7000 Liter Wasser für den Erstangriff mit sich führen. Sie bildeten einen Pendelverkehr zu einem Hydranten in Emsdorf. Neben den Wehren des Schutzbereichs Burgholz/Emsdorf/Langenstein wurden das Tragkraftspritzenfahrzeug aus Niederwald und der Schlauchwagen aus Bad Endbach alarmiert. Zudem setzte der Einsatzleiter den Kirchhainer Katastrophenschutzzug mit Löschgruppenfahrzeug und Logistik-Gerätewagen ein. Mit dem Einsatzleitwagen des Kreises und den örtlichen Einsatzleitwagen waren mehr als ein Dutzend Fahrzeuge sowie an die 100 Frauen und Männer im Einsatz.

1,5 Kilometer lange Schlauchleitung verlegt

Eine große Herausforderung war der Aufbau einer langen Schlauchleitung über gut 1,5 Kilometer. Mit dieser wurde Wasser aus der Wohra gesaugt und mit mehreren Pumpen den Berg hinauf in den 14 Kubikmeter Wasser fassenden Container der Ferrero Werksfeuerwehr gepumpt.

Neu war der Einsatz der Feuer­wehrdrohne, die es etwa seit einem halben Jahr beim Kreis­feuerwehrverband gibt und die von allen Wehren angefordert werden kann. Die Drohne diene der Erkundung der Lage und solle der Einsatzleitung Fotos von den Einsatzstellen liefern, erklärte Denis Korn, einer der acht ausgebildeten Drohnenoperatoren.

Das Fazit des Stadtbrandinspektors Reinhold Bonacker: „Das Übungsziel ist erreicht worden.“ Dafür sollten etwa 1000 Liter Wasser pro Minute zur Verfügung gestellt werden. „Es war eine Aufgabenstellung in einer Konstellation, die wir noch nicht erprobt haben, die im Ergebnis aber dazu geführt hat, dass die vorgegebene Wassermenge erreicht wurde“, sagte Bonacker nach der Übung und fügte an: „Ich bin zufrieden. Die heute gewonnenen Erkenntnisse sind für uns sehr wertvoll.“

von Klaus Böttcher

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