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Große Erfolge, aber auch große Sorgen

Schwimmabteilung Große Erfolge, aber auch große Sorgen

Die Schwimmabteilung des TSV Eintracht Stadtallendorf hat aktuell etwa 220 Mitglieder, von denen 160 aktiv sind. Derzeit hofft die Abteilung, dass sie diese Zahlen auch halten kann, wenn das Hallenbad saniert wird.

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Helen Schneider (von links), Karin Berneburg und Gabriele Dingel gaben einen amüsanten Einblick ins Schwimmtraining der Abteilung. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Es war am Samstag auf den Tag genau 40 Jahre her, dass die Schwimmabteilung des TSV Eintracht Stadtallendorf gegründet wurde. In der „Notkirche“ feierte die Abteilung die häufig erfolgreiche Vergangenheit. Abteilungsleiterin Gabriele Dingel blickte kurz zurück: In der Vergangenheit stehen Namen wie Jens Beck, Karl-Christian Wege, Johannes Oesterling mit seiner Olympia-Teilnahme, Christian Meissner oder aktuell Jonathan Berneburg für die erfolgreiche Arbeit der Schwimmabteilung im Leistungssport. Eine Damenmannschaft aus Stadtallendorf schwamm in der ersten Bundesliga, eine Herrenmannschaft in der zweiten.

Hinzu kommen die hunderte Kinder, die beim TSV das Schwimmen erlernten und häufig eben auch der Abteilung und dem Sport treu blieben. Dabei ist der Schwimmsport zugleich auch einer der trainingsintensivsten: „Zwischen 30 und 70 Kilometer legen Leistungssportler pro Woche im Wasser zurück“, verdeutlichte Dingel den Besuchern der Feier. Hinzu kämen die Stunden im Kraftraum, auf der Rollbank. Es blieb keineswegs bierernst bei der Feier in der Notkirche. Für ausgiebiges Gelächter sorgte etwa die kleine Vorführung von Helen Schneider, Karin Berneburg und Gabriele Dingel. Sie ließen einen kleinen Blick in den Trainingsalltag zu, versehen mit Schwimmbrettern und Flossen und viel Humor.

Doch beim Ausblick von Gabriele Dingel zeigten sich auch die Zukunftsängste der Abteilung. Diese Sorgen sind unmittelbar mit der beschlossenen Hallenbadsanierung verbunden.

Zum einen beklagte Dingel, dass für die Abteilung immer noch nicht klar ist, wann das Bad genau geschlossen wird, verschiedene Termine stünden im Raum. Und dann ist auch noch offen, welche Ausweichkapazitäten den Schwimmern etwa im Bundeswehr- oder Mengsberger Hallenbad wirklich zur Verfügung stehen werden. „Ich habe die Sorge, dass sich die Kleinen abwenden und möglicherweise einen neuen Verein suchen könnten“, formuliert es Dingel.

Bisherige Planungen gehen davon aus, dass Stadtallendorf etwa 16 Monate auf sein Hallenbad verzichten muss.

Und offen ist aus Abteilungssicht auch, ob das Hallenbad nach der Sanierung wettkampftauglich sein wird. Auf Wettkämpfe ist die Abteilung in mehrerer Hinsicht angewiesen. Hessen-Meisterschaften hat sie bereits ausgerichtet, Länderkämpfe auch. Doch derzeit bescheinigt der hessische Schwimmverband dem Bad bereits, dass es technisch nicht mehr wettkampfgeeignet ist. „Von hessischen Meisterschaften profitieren alle, auch Geschäfte, Gaststätten und Hotels in der Region“, sagt Dingel beim Blick auf frühere Veranstaltungen in Stadtallendorf.

Wolfgang Schüddemage, seit 1981 Schwimmtrainer in Stadtallendorf bei der Eintracht, wurde bei seinem Redebeitrag noch deutlicher: Er verwies auf den Zuschuss von 1,3 Millionen Euro, den Stadtallendorf aus dem hessischen Sonderprogramm HAI zur Badsanierung bekommt. „Bisher steht bei der Förderung des Leistungssports eine Null bei den Bauplanungen“, sagte Schüddemage - und verwies darauf, dass hessischer Schwimmverband und Innenministerium bei der Planung eigentlich einzubinden seien. So sähen es die HAI-Richtlinien vor (die OP berichtete), es sei aber nicht so geschehen.

Wolfgang Salzer (SPD) als stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher und Stadträtin Olga Schmitt für den Magistrat überbrachten Glückwünsche und versuchten, etwas Spannung abzubauen. So hob Salzer hervor, dass das Hallenbad eine breit angelegte Funktion für viele Gruppen habe. „Ich sehe Ihre Probleme, weiß auch, dass das Bad nicht aus dem Vereinsleben wegzudenken ist“, sagte Salzer.

Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) verweist auf OP-Anfrage darauf, dass über die Berücksichtigung von Wünschen derzeit noch beraten wird. Am 25. November soll in einer Arbeitsgruppen-Sitzung von der Verwaltung präsentiert werden, welche Anforderungen und Wünsche von Schulen und Vereine Gehör finden.

Was beispielsweise eine Zeitmess-Anlage angeht, will die Verwaltung zumindest die nötigen Kabelverbindungen vorbereiten lassen. Doch ob es eine solche Anlage dann auch geben wird, ist offenbar noch nicht entschieden. Was den Schließungstermin angeht, so bleibt es noch bei ungefähren Aussagen. Die Rede ist weiter vom ersten Quartal, Anfang zweites Quartal 2014.

von Michael Rinde

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