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Auszeichnungen

Große Ehre für zwei verdiente Politiker

„Mit diesen Auszeichnungen sind wir eigentlich extrem sparsam“, betonte Bürgermeister Thomas Groll, als die Neustädter Manfred Schmitz und Wilfried Kritzler ehrten.

Wilfried Kritzler (rechts) und Ehefrau Ilona nehmen von Klaus Schwalm Glückwünsche entgegen.

Neustadt. Seit der Gebietsreform im Jahr 1974 verlieh die Stadt Neustadt zweimal den Titel „Ehrenstadtrat“ und dreimal den Titel „Stadtältester“. Seit Mittwochabend gibt es in Manfred Schmitz (SPD) und Wilfried Kritzler (FWG) zwei weitere Stadtälteste – es hätten aber auch drei sein können, doch Werner Kappel hatte bereits im Vorfeld darauf verzichtet, sich auszeichnen zu lassen.

Als „zwei, die es verdient haben“, bezeichnete Bürgermeister Thomas Groll die Geehrten und gab einen kurzen Überblick über das Engagement der langjährigen Kommunalpolitiker: Kritzler war von 1985 bis 2001 Stadtverordneter und gehörte eigentlich jedem Ausschuss eine Zeitlang an.

Als Stadtrat fungierte er von 2006 bis 2016, zudem war er von 1997 bis 2011 Mitglied der Festkommission – ein weiterer Posten, bei dem sich engagierte Menschen ruckzuck den Unmut von Mitbürgern zuziehen können, wie Groll betonte: Er appellierte an die Neustädter, sich einzubringen und Vorschläge zu machen – und sich nicht nur aufs Kritisieren zu konzentrieren.

Der Bürgermeister bezeichnete Kritzler als einen Ehrenamtler, der nie ein Mann des lauten Wortes gewesen sei, sondern viel eher einer, der ruhig und sachlich nachgefragt und die Kernstadt betreffende Themen angesprochen habe: „Wilfried Kritzler war der Anwalt für die kleinen Sorgen und Nöte der Menschen.“

„Manfred Schmitz wäre hingegen Sprecher für Baustellen und Forstpolitik“, sagte Groll und übertrug die Kommunal- auf die Bundespolitik. Es gebe vermutlichen im Momberger Wald keinen Baum, den sich der Sozialdemokrat nicht angeschaut habe – aus diesem Grund werde er Schmitz auch weiterhin aus erster Hand mit Infos rund um den Forst versorgten.

Der Geehrte war von 1974 bis 2011 (mit Unterbrechungen) Stadtverordneter, gehörte dem Momberger Ortsbeirat von 1977 bis 2011 an – und musste das Gremium nur verlassen, weil er für die SPD von da an als Stadtrat fungierte. Der Bürgermeister sprach dem „konservativen Sozialdemokraten“ zudem seine Bewunderung aus.

Als Kind habe er sich immer über dessen Hartnäckigkeit gewundert, weil Schmitz mit zwei Mitstreitern immer wieder für die SPD bei Wahlen angetreten sei – in den 80er-Jahren noch ohne jegliche Chance auf Erfolg. „Heute weiß ich, dass dies ein wichtiger Baustein der Demokratie ist“, lobte er den Momberger dafür, den Wählern stets eine Alternative zur dominanten CDU geboten zu haben.

Stadtverordnetenvorsteher Franz-W. Michels blieb es vorbehalten, folgende Ehrenamtler zu verabschieden, die sich in der Stadtverordnetenversammlung oder den Ortsbeiräten engagiert hatten: Michael Dippel, Jan von Holten, Gerhard Heinmöller, Holger Gnau, Björn Wolfig, Karlheinz Kurz, Jürgen Ripken, Hermann Schulze, Eckhard Bieker, Arno Sack und Burkhard Stern.

von Florian Lerchbacher


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