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Große Ehre für zwei „Persönlichkeiten“

Ehrungen Große Ehre für zwei „Persönlichkeiten“

Heißt die Treppe zum Burgcafé bald Herbert-­Fischer-Treppe? Und gibt der Bischof grünes Licht für Männer als Mitglieder von Frauengemeinschaften? Geht es nach Freddy Greib, dann lauten die Antworten: „Ja“.

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Quelle: Florian Lerchbacher

Rüdigheim. Würdevoll und teilweise unterhaltsam ging es am Montag vor der Stadtverordnetenversammlung während der Ernennung von Herbert Fischer zum Amöneburger Ehrenortsvorsteher und von Helmut Brand zum Rüdigheimer Ehrenwehrführer zu. Die Titel würden nicht nur dem Wirken der beiden "Persönlichkeiten" gerecht,  sondern wären auch die, die sich die beiden Männer wahrscheinlich ausgesucht hätten, betonte ihr langjähriger Weggefährte und Laudator Freddy Greib: „Denn das waren die Ämter, die die beiden am liebsten ausübten.“

Es war für die Stadt und ihre Vertreter schließlich nicht so einfach gewesen, sich für eine Auszeichnung zu entscheiden – sowohl Fischer als auch Brand hatten zahlreiche Posten bekleidet und sich in den verschiedensten Bereichen engagiert (beziehungsweise engagieren sich noch).

„Ortsvorsteher war seine größte Leidenschaft“, sagte Greib über Fischer, der unter anderem Stadtverordneter, Elternbeiratsvorsitzender, erster Stadtrat und zwischenzeitlich gar aushilfsweise ehrenamtlicher Bürgermeister gewesen war. Als Vorsitzender des Ortsbeirats sei Fischer jedoch den Bürgern am Nächsten gewesen, betonte Greib und lobte auch dessen Hartnäckigkeit: „Wenn er von einer Idee überzeugt ist, kämpft er so lange, bis sie umgesetzt wird.“ Bestes Beispiel sei die Sanierung der Treppe zum Burgcafé gewesen, hinter der Fischer so lange her war, bis der Rundweg diesen Namen auch wieder verdiente. Vielleicht sei es ja eine Idee, das Bauwerk in Herbert-Fischer-Treppe umzubenennen, schlug Greib vor und sagte in Richtung des neuen Ehrenortsvorstehers: „Es ist eigentlich noch viel zu früh, um die Hände in den Schoß zu legen.“ Zum einen animierte er ihn dazu, das Hobby des Fotografierens weiterhin zu verfolgen. Zum anderen schlug er vor, Fischer könnte sich beim Projekt „Überdachung des Zwingers“ einbringen. Diesen Posten (im Wert von rund 38 000 Euro) hat der Amöneburger Ortsbeirat für den Haushalt 2017 vorgeschlagen – ein Ansinnen, das seit Jahren immer wieder durch die politischen Gremien geistert und das wahrscheinlich nur durch Hartnäckigkeit à la Herbert Fischer tatsächlich auch umgesetzt werden kann.

Über Helmut Brand orakelte Greib, der Rüdigheimer habe als Baby wahrscheinlich bereits einen Strampelanzug mit der Aufschrift 112 getragen. Und obwohl er eigentlich auf Zahlen hatte verzichten wollen, führte er einige noch einmal an: Mit 18 war Brand der Feuerwehr beigetreten. Danach gründete er die Jugendfeuerwehr, die er sieben Jahre lang leitete, ehe er zum Wehrführer aufstieg – ein Amt, das er von Januar 1978 bis Februar 2010 bekleidete, ehe er weitere fünf Jahre als Stellvertreter seinem Nachfolger zur Seite stand. Zudem ist er noch immer Vorsitzender des Vereins und war 25 Jahre lang Kreisausbilder: „Alle Details zu erwähnen, würde den Abend sprengen“, betonte Greib – der auch jeweils nur einen Auszug der verschiedenen Auszeichnungen aufzählte, die sowohl Brand (ebenfalls viele Jahre Stadtverordneter und Stadtrat) als auch Fischer im Laufe ihrer Tätigkeit erhalten hatten.

„Die Feuerwehr Rüdigheim ist Helmut Brand“, resümierte Greib, um gleich darauf zu fragen: „Oder ist Helmut Brand die Rüdigheimer Feuerwehr?“ Für welche Version er sich letztendlich entschied: Zum Abschluss wagte er sich auf die humoreske Ebene: Er sei froh, dass Brand seinem früheren Hobby, dem Stockcar-Rennen fahren, nicht hinter dem Steuer von Einsatzfahrzeugen nachgegangen sei. Noch dazu lobte er den Rüdigheimer, in allen Ortsvereinen Mitglied zu sein – mit Ausnahme der Frauengemeinschaft: „Aber man muss ja auch Ziele haben. Ich werde mal mit dem Bischof reden, ob sich da nicht etwas machen lässt“, sagte Greib und äußerte die Hoffnung, der neue Ehrenwehrführer möge der Feuerwehr noch lange erhalten bleiben: „Er ist schließlich einer der wenigen Kameraden, die einen Schlips richtig binden können.“
von Florian Lerchbacher

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