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Große Anstrengung für ein Ziel: 50 Punkte

Himmelsberg will Premium Wanderregion werden Große Anstrengung für ein Ziel: 50 Punkte

Um „Premium Wanderregion“ zu werden, hat der Verschönerungsverein am Flachsrosenteich einen geschichtlichen Informationspunkt eingerichtet.

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Am Flachsrosenteich wurden drei geschichtliche Informationspunkte eingerichtet, die Willibald Preis vorstellte. Das eingeklinkte Foto zeigt das Grenzdenkmal. Fotos: Karin Waldhüter

Himmelsberg. Premium-Wanderregionen sind die Avantgarde des Wanderns, hier wird den Wandergästen ein umfassendes Wandererlebnis garantiert. Die Zertifizierung erfolgt durch das Deutsche Wanderinstitut und hat eine Gültigkeit von drei Jahren.

Gut komponiert führt der Premiumwanderweg Himmelsbergtour seit neun Jahren abwechslungsreich durch Wälder, Wiesen und Felder. Der ­Informationspunkt ist eine weitere Attraktion entlang der 18 Kilometer langen Strecke. Man erlebt herrliche Aussichten, bekommt Informationen zu ­historischen Stätten, Quellen, Streuobstwiesen und jetzt auch viele geschichtliche Informationen am Flachsrosenteich.

Direkt neben dem Teich trifft der Wanderer auf eine Infostele mit einem Buch aus neun metallenen Seiten, die über den Flachsanbau, seine wirtschaftliche Bedeutung, über Verarbeitung bis hin zum fertigen Leinen informiert. Letztmalig erfolgte der Flachsanbau in Himmelsberg in den Jahren 1946-1948, wobei die Teichanlage bei der Flachsverarbeitung eine­ ­bedeutende Rolle spielte. Der ­alte Postamentstein zum Bildstock des Hl. Johannes Nepomuk trägt nun eine Tafel, die Auskunft über Wegkreuze und Bildstöcke in der Himmelsberger Gemarkung gibt.

Wenige Meter entfernt steht der Dritte, im Laufe des Jahres entstandene geschichtliche Informationspunkt. Hier ist mit je einem Wappen- und Nummernstein von der letzten Absteinung der Landesgrenze zwischen dem Kurfürstentum Mainz und der Landgrafschaft Hessen im Jahre 1756 ein Grenzdenkmal entstanden. Restauriert durch den Verschönerungsverein sollen künftige Generationen an die einstmalige Grenze erinnert werden. Die Infostele wurde von der Region Burgwald Ederbergland und der Stadt Kirchhain finanziert, die beiden anderen Projekte aus Mitteln des Verschönerungsvereins.

Kirchhains Ehrenbürger Willibald Preis, seit über vier Jahrzehnten Vorsitzender des Verschönerungsvereins kümmert sich als Wegepate um die Himmelsberger Seite des Wanderweges. Er freute sich, zur Übergabe viele Gäste, die in besonderer Weise geholfen hatten, begrüßen zu können. Darunter beteiligte Firmenvertreter, Vereinsmitglieder und Archivamtsrat Dieter Pelda aus Kirchhain und Professor Dieter Werkmüller aus Schönbach. Besonders begrüßte Willibald Preis Marianne Beckmann. Ihr vor wenigen Wochen verstorbener Gatte, Dietrich Beckmann, hatte den Mainzer Wappenstein zur Verfügung gestellt.

Preis überraschte mit einem herbstlichen Gedicht, vielen ­geschichtlichen Hintergründen und berichtete der rund 60-köpfigen Versammlung, warum es zu der Initiative gekommen ist. Der Premiumwanderweg Himmelsbergtour sei ein Wanderweg, der laufend überprüft und alle drei Jahre zertifiziert werde. Die letzte Zertifizierung habe eine Punktzahl von 48,83 gebracht. „Das ist eigentlich nicht schlecht, wenn aber die Region als Premium Wanderregion anerkannt werden soll, dann müssen alle Wanderwege mehr als 50 Punkte erreichen“, so Preis.

Gemeinsam mit Berater Gert Daubert sei er die Himmelsberger Seite abgegangen, und Wegepate Hermann Engst habe das Gleiche auf der Burgholzer Seite getan. Dabei habe es eine ganze Reihe von Anregungen, unter anderem das Asphaltband zu verlassen, gegeben. „Die Hoffnung ist groß, dass wir nun bei der nächsten Zertifizierung, die innerhalb der nächsten Tage ansteht, die notwendige Punktzahl erreichen, damit wir Premium Wanderregion werden“, erläuterte Preis.

Das Thema „Mainzer Grenze von 1756“ habe den Verein schon seit Jahren beschäftigt. Der Verein habe einen Stein gesucht. Dann sei der Anruf von Dietrich Beckmann aus Frankenberg gekommen. Preis bedauerte, dass Beckmann die Übergabe des Grenzdenkmals nicht mehr erleben konnte. Er würdigte insbesondere Dieter Pelda aus Kirchhain sowie Professor Dieter Werkmüller. Pelda hatte den Grenzschied komplett fotografiert und ausgedruckt und auch bei der Übertragung der Schulchronik ins Schriftdeutsch geholfen. „Es war eine wunderbare Arbeit von unserem Dorf und dem Verein“, hob Preis hervor und lud alle Helfer zu Waffeln, Speisen und Getränken in die Grillhütte ein.

von Karin Waldhüter

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