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Groll fordert großräumige Umleitung

Autobahn 49 Groll fordert großräumige Umleitung

Die Autobahn 49 soll zwischen ihrem Ausbauende bei Neuental und Schwalmstadt bis 2020 fertiggestellt werden. Das teilte Hessen Mobil gestern in Neuental bei einer Info-Veranstaltung mit.

An der A-49-Trasse zwischen Neuental und Schwalmstadt müssen noch unzählige Kubikmeter Erde bewegt werden.

Quelle: Matthias Mayer

Neustadt. Zu dieser waren die Bürgermeister der betroffenen Anlieger-Kommunen eingeladen: Jesberg, Gilserberg, Neuental, Bad Zwesten, Borken, Schwalmstadt, Willingshausen und Neustadt.

Hessen Mobil Kassel hat den VKE 20 genannten 13,4 Kilometer langen Abschnitt geplant, von dem bisher allein eine Brücke und der Frankenheimer Tunnel fertiggestellt sind. Wie Neustadts Bürgermeister Thomas Groll (CDU) aus der Versammlung der OP berichtete, stehen die 205 Millionen Euro für den Weiterbau der Autobahn bis Schwalmstadt im Bundeshaushalt bereit. Spätestens ab 2017 sollen alle Teilstücke des Abschnitts im Bau sein, spätestens 2020 soll die Verkehrsfreigabe erfolgen, gab Thomas Groll den Bauzeitenplan wieder.

Und mit diesem Zeitpunkt drohen Schwalmstadt, Neustadt, Stadtallendorf und vermutlich auch der Landesstraße, die ab dem Amöneburger Kreisel durch den Ebsdorfer Grund bis zur B 3a führt, der Verkehrs-GAU durch den zu- und abfließenden Verkehr der A 49.

Wie lang ist ein „kurzer Zeitraum“?

„Die Autobahn wird für eine Zeitspanne x bei Schwalmstadt enden“, stellte Thomas Groll nüchtern fest. Für welche Zahl die Variable x steht, wussten die Fachleute von Hessen Mobil nicht zu sagen. Es sei lediglich von einem möglichst kurzen Zeitraum gesprochen worden, sagte der Neustädter Bürgermeister.

Ein Problem: Hessen Mobil hat mit der Verwirklichung der Autobahnabschnitte VKE 30 Schwalmstadt-Stadtallendorf Nord und VKE 40 Stadtallendorf-Nord bis zur Einmündung in die A 5 bei Gemünden/Felda nichts mehr zu tun. Beide Abschnitte werden als ÖPP-Projekte privat finanziert und gebaut. Hessen Mobil ist für Ausschreibung, Bauzeitenplan und Bauleitung nicht verantwortlich.

Dafür stammen die Pläne von den staatlichen Planern. So entstanden die Pläne für die planerisch höchst anspruchsvolle VKE 40 in Marburg von einem Team unter Leitung des Mengsbergers Karl-Friedrich Friauf.

Was passiert mit diesen beiden Abschnitten, die durch Ostkreis und Vogelsbergkreis führen? Anfang 2016 soll eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für beide Teilstücke erstellt werden. Diese prüft, ob dieses relativ kurze Autobahnstück von privaten Investoren gewinnbringend betrieben werden kann. Das Ergebnis soll Mitte 2016 vorliegen.

Erster Spatenstich liegt fast fünf Jahre zurück

Banken und Versicherungen, die ihr Geld während der Tiefzinsphase kaum gewinnbringend anlegen können, gelten als mögliche Investoren, wie Thomas Groll auf Nachfrage erfuhr. Hessen Mobil gehe davon aus, dass die privaten Bauherren an mehreren Stellen zugleich mit den Bauarbeiten beginnen werde, sagte Thomas Groll.

Über ein mögliches Bautempo an der VKE 30 und er VKE 40 kann nur spekuliert werden. Als Gradmesser mag der Baufortschritt an der VKE 20 gelten: Der erste Spatenstich liegt fast fünf Jahre zurück, ohne dass die Konturen der Straße auch nur ansatzweise zu erkennen sind. Aus der Bauverwaltung war das Jahr 2030 als möglicher Fertigstellungstermin genannt worden.

Das ist ein Zeitraum, der nicht unrealistisch erscheint. Das würde bedeuten, dass die Grollsche „Zeitspanne x“ für zehn Jahre stehen könnte. Vorsorglich fordert der Neustädter Bürgermeister, dass es ab der Verkehrsfreigabe der A 49 bei Schwalmstadt eine großräumige Umleitung um Neustadt geben müsse. Es reiche nicht aus, diese zu beschildern. Die Einhaltung der Umleitung durch den überörtlichen Verkehr müsse auch durch Kontrollen überwacht werden.

Diese Forderung des Bürgermeisters fußt auf leidvollen Erfahrungen der Stadt mit der Langzeit-Umleitung um Neustadt herum. „Wir haben vom 30. November bis zum 6. Dezember mit einem Gerät die Lkw in Momberg gezählt. Es sind 1000 Lastwagen in einer Woche. In Mengsberg sind es bestimmt ebenso viele. Dort haben wir nur nicht gezählt“, reportierte Thomas Groll über die Umleitungs-Abkürzer, die 40-Tonner über schmale Straßen bewegen.

von Matthias Mayer

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