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Grau meliert und höchst engagiert

Willis Erinnerungen an die Schulzeit Grau meliert und höchst engagiert

Es sind emotionale Erfahrungen, die Willi Weitzel beim Einsammeln der Spenden für seinen Syrien-Hilfstransport macht. Besonders emotional war der Fernseh-Star am Mittwoch, als er seine ehemalige Schule besuchte.

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Einmal abklatschen mit Willi und dann dem prominenten Gast beim Einladen der Hilfsgüter für seinen
Syrientransport helfen – die Stiftsschüler waren gleichermaßen aufgeregt wie hilfsbereit.Fotos: Lerchbacher

Amöneburg. Erinnerungen werden wach, als Willi Weitzel vor mehr als 200 Fünft- und Sechstklässlern in der Aula steht. Eigentlich will er über seine Hilfsaktion für syrische Kinder berichten, doch die Vergangenheit holt ihn ein: „Vor über 30 Jahren saß ich als Sextaner dort hinten und hatte Angst - Angst davor, mit Kindern zusammen zu sein, die mich nicht mögen. Oder die ich nicht mag.“ Er sei dann in die Klasse (5c) eines „ganz jungen Lehrers“ gekommen, der auch am Mittwoch wieder neben ihm stand. Inzwischen ist Hans-Georg Lang Leiter der Stiftsschule und Willi Weitzel Fernsehstar - und auch nicht jünger geworden: „Ich habe vorhin ein paar Mädchen flüstern gehört. ,Man, ist der alt geworden. Der hat ja schon graue Haare‘ haben sie gesagt“, berichtet er den Schülern und ruft: „Ja, was erwartet Ihr denn???“

Nun, vornehmlich Autogramme, Erinnerungsfotos und der direkte Kontakt zu einem Star stehen im Mittelpunkt der Erwartungen der Schüler. Über Willis Aktion für notleidende Flüchtlingskinder haben sie im Vorfeld bereits einiges erfahren und ordentlich Hilfsgüter gesammelt. Kisten, Taschen und Rucksäcke voll mit Stofftieren, Hygieneartikeln, Kleidung und vielem mehr warteten gut sortiert auf den, so Lang, „wichtigsten Ex-Schüler“ der Stiftsschule, den sein Bruder Manuel, Vater Guntram und Tochter Lana unterstützen. „So ordentlich sortiert und vorbildlich verpackt“, freut sich Willi, als Lehrer Sebastian Heß, der die Sammlung an der Schule koordinierte, die Hilfsgüter präsentiert. „Seife ist besonders wichtig“, betont Bruder Manuel und verweist auf die mangelhafte Hygiene, die notgedrungen in Flüchtlingslagern herrsche. „Wir möchten den syrischen Kindern ein Stück weit Normalität zurückgeben - aber auch Kindheit“, ergänzt Willi mit Blick auf Schul-, aber auch Spielsachen.

Besonders angetan ist er von zwei Aktionen, die einige Schülerinnen inszenierten: Rica Lauer, Lilly Noll und Franka Paul übergeben ihm einen Umschlag mit Geld, das sie während eines Geburtstages in Gemünden gesammelt haben. „Auf Geburtstagsfeiern kann man so tolle Sachen machen. . . Flaschendrehen, Kuchen essen - und Ihr zieht los und sammelt Geld. Das ist toll“, lobt Willi und zeigt sich ebenso beeindruckt von einer Sammlung, die Schülerinnen des Englisch-Leistungskurses der Jahrgangsstufe E ankündigen: Sie möchten in den kommenden Tagen von jedem Schüler einen Euro entgegennehmen und das Geld Willi dann auf seine am Dienstag beginnende Reise zu den Flüchtlingskindern mitgeben.

Die Abfahrt steht also kurz bevor, entsprechend war die Zeit des Stars knapp bemessen. Einigen Schülern stand er rasch für Erinnerungsfotos zur Verfügung, Autogrammwünsche erfüllte er nicht - sagte jedoch entgegen seiner üblichen Gepflogenheiten zu, eines der nächsten Feste der Stiftsschule zu besuchen und dann Autogramme zu geben. Enttäuschen will er seine Fans schließlich nicht. Nein, er verbeugt sich sogar vor ihnen als Zeichen seiner Anerkennung für die Beteiligung an der Sammelaktion.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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