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Gräber dürfen auch länger als 30 Jahre bleiben

Amöneburg Gräber dürfen auch länger als 30 Jahre bleiben

Die Verlängerung der Ruhefrist von Grabstätten hatte einst für massive Diskussionen gesorgt. Diesmal stimmten die Stadtverordneten dem Anliegen relativ flott zu.

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Die Stadt Amöneburg ermöglicht, die Liegezeit von Grabstätten zu verlängern.

Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Die Ruhefrist für Grabstätten endete bisher nach 30 Jahren - nur, wenn es sich beim Verstorbenen um ein Kind gehandelt hatte, war eine Verlängerung möglich. Dieses „weiterführende Nutzungsrecht“ gilt nun für alle Gräber, „sofern keine übergeordneten Interessen der Stadt Amöneburg entgegenstehen“, heißt es in der Satzung. „Übergeordnete Interessen“ seien zum Beispiel Platzmangel, Wiederbelegung des betroffenen Grabfeldes oder erhebliche Erschwernisse bei der Friedhofsbewertung.

Vor fast sechs Jahren hatten CDU und FWG dieses Vorgehen noch angelehnt, nun war es die FWG selbst, die den Antrag einbrachte (die OP berichtete). Vorsitzender Rudi Rhiel begründete dies mit der „großen Weiterentwicklung im Beerdigungsbereich“ - die vor einigen Jahren aufgebrachte Platzfrage stehe heutzutage nicht mehr zur Debatte.

Jan-Gernot Wichert (CDU) betonte, dass die Thematik in der Bevölkerung für heftige Diskussionen sorge, entsprechend sollten die Mitglieder seiner Fraktion nach eigenem Empfinden entscheiden. Stimmten 18 Stadtverordnete zu, so enthielt sich lediglich Dirk Wieber, während Wolfgang Riehl (beide CDU) dagegen stimmte. Die beiden hatten in der vorvergangenen Sitzung bereits betont, dass „Friedhof“ ein heikles Thema sei, bei dem es oftmals zu Streitigkeiten über Ansichten oder vermeintliche Ungleichbehandlungen komme (die OP berichtete).

Rasengräber waren unumstritten

Unstrittig war die Einführung von Rasengräbern. Einen entsprechenden Antrag hatte die SPD einst gestellt, um die Pflege von Grabstätten zu erleichtern. Grabstätten bestehen aus einer rund 40 x 40 Zentimeter großen, in die Erde eingelassen Platte mit den Daten des Verstorbenen. Dies habe für die Hinterbliebenen den Vorteil, dass sie sich keine Sorge mehr um den Grabschmuck und die Pflege machen müssten, da einfach um die Platte herumgemäht werden könne, hatte Fraktionsvorsitzender Winfried Kaul einst erläutert. Eine Rasengrabstätte, in die ein Sarg kommt, kostet inklusive Rasenpflege für die Dauer des Nutzungsrechtes 950 Euro, bei einer Urnenrasengrabstätte werden 475 Euro fällig. Zum Vergleich: Ein Reihengrab kostet 800 Euro, bei Urnen sind es 400 Euro.

- Während der Stadtverordnetenversammlung informierte Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg die Stadtverordneten über überplanmäßige Ausgaben in Höhe von insgesamt rund 75000 Euro. 58000 Euro entfielen dabei auf Ausgaben für die Kindergärten Amöneburg und Mardorf, 5000 Euro auf die Instandsetzung der Fassade des Museums.

- Des Weiteren machten die Stadtverordneten den Weg frei für den Ausbau des Aldi-Marktes in Mardorf (die OP berichtete). Hildegard Kräling, SPD-Stadtverordnete und Vorsitzende des Seniorenbeirates in Personalunion, regte an, im Markt Bänke für Senioren aufstellen zu lassen. Der Bürgermeister entgegnete, das Unternehmen, das als Mieter auftritt, werde sich wohl keine Vorschriften machen lassen bei der Ausstattung - auch wenn es den demografischen Wandel als Grund angegeben hatte für die geplanten Veränderungen, die das Einkaufen für Senioren bei Aldi einfacher machen solle. Nichtsdestotrotz werde er das Anliegen dem Investor mitteilen: „Ich denke, mit Bänken im Markt wird das nichts - aber bestimmt lassen sich welche davor aufstellen.“

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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