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„Gott sieht alles“

Ramadan „Gott sieht alles“

Auch für die mehr als 4.000 Stadtallendorfer Muslime bedeutet die Fastenzeit Ramadan 30 Tage der Entbehrung, aber auch des Kraftschöpfens.

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Cem Turgut isst ein Eis vor der Fatih-Moschee. Ab Freitag Morgen darf er das tagsüber nicht mehr tun. Freitag beginnt die 30-tägige Fastenzeit der Muslime – der Ramadan.

Quelle: Nadine Weigel

Stadtallendorf. Cem Turgut steht am Donnerstag vor der Fatih-Moschee und isst ein Eis. Bei 35 Grad Hitze ist das für den jungen Muslim eine willkommene Abkühlung. Doch für 30 Tage wird es das letzte Eis sein, dass er im Sonnenschein essen darf, denn am freitag beginnt der muslimische Fastenmonat Ramadan. Vier Wochen lang verzichten gläubige Muslime zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex. „Ab 4.45 Uhr dürfen wir nichts mehr zu uns nehmen“, sagt Cem Turgut. Für den 20-jährigen Gymnasiast ist Ramadan das Natürlichste der Welt. „Man gewöhnt sich schnell daran.“

Das Fasten im neunten Monat des Mondjahres ist einer der fünf Grundpfeiler des Islam neben dem Glaubensbekenntnis, täglichen Gebeten, Almosen und einer Wallfahrt nach Mekka. Cem hält sich strikt an die Fastenregeln. Auch bei dieser Hitze? „Klar, Gott sieht alles“, sagt er lächelnd und erntet von einem Bekannten energisches Kopfnicken. „Ich faste seit mehr als 30 Jahren“, sagt der Stadtallendorfer und erzählt, dass er das Fasten auch nicht an der Arbeit unterbrochen habe, obwohl es vor den Gießerei-Öfen bis zu 100 Grad hatte. „Die ersten Tage ohne Wasser sind ein bisschen unangenhem, aber dann gewöhnt sich der Körper daran“, sagt der Mann und betont: „Gott hilft dabei, das durchzustehen.“

von Nadine Weigel

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