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Glocken weichen Turmsanierung

Spektakuläre Aktion bei St. Michael Glocken weichen Turmsanierung

Die Kindergartenkinder von St. Michael hatten gestern früh viel zu gucken: Vielleicht zum einzigen Mal in ihren Leben sahen sie, wie tonnenschwere Glocken aus einem Kirchturm gehoben wurden.

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Werner Krupa fotografiert die spektakuläre Aktion.

Quelle: Nadine Weigel

Stadtallendorf. Zwei Monteure einer Glockenguss-Manufaktur lösten die drei Glocken von St. Michael aus dem Glockenstuhl und hängten sie an den Haken eines schweren Autokrans. Dessen Führer hievte - über Funk vom Kirchturm aus dirigiert - die kostbare Fracht mit sicherer Hand und mehreren 100 PS über das Kirchendach und setzte die 1850, 1250 und 750 Kilo schweren Glocken zur Erleichterung von Pfarrer Diethelm Vogel und des stellvertretenden Verwaltungsratsvorsitzenden Werner Krupa vor dem Gotteshaus sicher ab.

Fachkräfte lösten drei tonnenschwere Glocken aus dem Glockenstuhl von St. Michael in Stadtallendorf. Die spektakuläre Aktion ist der Auftakt für die Sanierung des maroden Glockturms.

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Das ganze dauerte noch nicht einmal eine Stunde und ist der Auftakt zur Sanierung des maroden Glockenturms. Der Turm war von einem Gutachter wegen schwerer Betonschäden bereits aufgegeben worden. Beton-Spezialisten aus Braunschweig erkannten dann doch einen Weg zur Sanierung, für deren Umsetzung ein Konzept mit der Universität Braunschweig entwickelt wurde, wie Architekt Kurt Bieling erklärte.

 

Technisch aufwändiges Vorhaben

Mit einem aufwändigen Verfahren möchte Bieling den 51 Jahre alten Turm retten. Dazu müssten die Stahlträger freigelegt und saniert und der zum Teil auf der kompletten Wandstärke von 35 Zentimetern durchkarbonisierte Beton durch das Einbringen von Spritzbeton so stabilisiert werden, dass der Turm seine ursprüngliche Standfestigkeit erhalte, erläuterte Bieling.

Die Arbeiten sollen zwischen Frühjahr und Oktober 2013 erfolgen. In dieser Zeit stehen die Glocken in der Kirche. So können die Gläubigen die Glocken von St. Michael zumindest sehen. Zu hören ist das Geläut schon seit rund drei Jahren nicht mehr. Wegen der statischen Probleme im Turm durfte nicht mehr geläutet werden.

Die Sanierungskosten werden auf 452.800 Euro geschätzt. Das ist in etwa so viel, wie die ganze Kirche vor 51 Jahren gekostet hat. Aber es ist noch nicht einmal die Hälfte dessen, was ein Turm-Neubau gekostet hätte.

Ein Drittel der Kosten hat die Gemeinde zu tragen, zwei Drittel steuert das Bistum bei. Wer sich an der Spendenaktion beteiligen möchte, findet dazu Informationen unter www.katholische-kirche-Stadtallendorf.de

von Matthias Mayer

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