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Gleich drei Postagenturen machen dicht

Kirchhain, Biedenkopf, Gladenbach Gleich drei Postagenturen machen dicht

Am nächsten Dienstag wird die Postagentur am Marktplatz in Kirchhain schließen. Ebenso die Agenturen in Gladenbach und Biedenkopf. Die Post teilte auf Nachfrage der OP am Donnerstag mit, dass das Betreiberunternehmen Insolvenz angemeldet hat.

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Die Postagentur am Kirchhainer Marktplatz wird am 25. März schließen, wie lange, ist offen. Foto: Michael Rinde

Kirchhain. Gleich drei Agenturen der Post sind von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Betreiberunternehmens betroffen: Kirchhain, Gladenbach und Biedenkopf. Das bestätigte am Donnerstag Postsprecher Thomas Kutsch auf Anfrage der OP. Bei allen drei erfolge die Schließung am Dienstag, 25. März, erklärte Kutsch. Die Postkunden sollen davon kurzfristig durch einen Aushang erfahren. In Gladenbach war die Schließung wie die OP erfuhr bereits Gesprächsthema im Laden. Auf dem Aushang gibt es auch Informationen, an wen sich die Kunden von Post, DHL und Postbank danach zumindest vorübergehend wenden können.

Das kommt sehr plötzlich für die Post, deren Kunden wie auch die drei Städte. „Eigentlich hatte ich das Gefühl, dass die Agentur sehr gut läuft. Es gab dort täglich Schlangen, gerade kurz vor Geschäftsschluss zum Beispiel“, sagt Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner auf Anfrage der OP. Kirchner hat von seinem Büro aus einen direkten Blick auf die Postagentur.

Er selbst wurde am Donnerstag ebenfalls von der Post über die Situation und die Hintergründe unterrichtet. Er hat aber noch keine Informationen darüber erhalten, wie es mit dem Postangebot in Kirchhain weitergehen wird, weil es dazu noch keine Aussagen seitens der Post gibt.

„Eine solche Situation ist eine absolute Ausnahme für uns“, betont Postsprecher Kutsch. Es sei ohnehin selten, dass ein Betreiber gleich drei Agenturen an verschiedenen Standorten habe. Ganz überraschend kam die neue Situation zumindest für die Postbank nicht. Die hatte das Bankgeschäft bei den drei betroffenen Partnerbetrieben nämlich bereits vor einigen Tagen eingestellt. Seitdem läuft auch die Suche nach möglichen Nachfolgern. Ideal wäre natürlich eine Neueröffnung am alten Standort und das so schnell wie möglich. Das ist auch erklärtes Ziel der Post. „Wir stehen schon in aussichtsreichen Verhandlungen“, sagt Postsprecher Thomas Kutsch. Kutsch betonte am Donnerstag allerdings auch, dass die Situation für die Agenturen in Kirchhain, Gladenbach und Biedenkopf unterschiedlich sei. Was das konkret bedeutet, ließ er aber mit Blick auf laufende Gespräche offen. Kirchhains Bürgermeister Kirchner drängte am Donnerstag: „Es muss so schnell wie möglich weitergehen. Bei der Frequenz, die hier herrscht, darf die Zeit ohne Postagentur nicht zu lange dauern.“ Dabei denkt Kirchner gleichermaßen an Privat- und Geschäftskunden.

Der vorläufige Insolvenzverwalter des Betreiberunternehmens, ein Marburger Rechtsanwalt, war am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

In Kirchhain gibt es bereits einige negative Erfahrungen mit dem Postangebot. Den jetzigen Standort am Marktplatz gibt es seit 2009.

Dem war eine lange Suche nach einem möglichen Standort und einem Betreiber vorausgegangen. Davor unterhielt die Post AG jahrzehntelang eine eigene Filiale in der Ohmstadt. In dem damaligen Gebäude befindet sich mittlerweile eine Bank. Für Kunden der betroffenen drei Agenturen gibt die Post aktuell folgende Hinweise:

Kirchhain: Dort wenden sich Kunden von Post, Postbank und DHL an die Stadtallendorfer Filiale. Außerdem verweist das Unternehmen auf die Postagentur in Cölbe, Hofackerstraße 1.

Gladenbach: Postkunden wenden sich an die Postagentur im Edeka-Markt im Stadtteil Weidenhausen oder in Dautphe.

Biedenkopf: Die Post verweist auf die Agentur in Wallau, für die Postbank außerdem auf die Agentur in Breidenbach, Breslauerstraße 3.

Briefmarken gibt es laut Thomas Kutsch außerdem weiterhin an Automaten.

von Michael Rinde

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