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Gewerbe floriert, Einnahmen steigen

Gewerbesteuer-Rekord Gewerbe floriert, Einnahmen steigen

Stadtallendorfs Stadtkasse profitiert ganz besonders vom Erfolg der heimischen Unternehmen. Die Gewerbesteuereinnahmen dürften in diesem Jahr mit 39 Millionen Euro deutlich über allen Erwartungen liefen.

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Wieder erwirtschaften Stadtallendorfer Industriebetriebe mehr als von der Verwaltung im voraus erwartet. Archivfoto

Stadtallendorf. In einem Punkt unterscheidet sich Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) nicht von seinem Vorgänger Manfred Vollmer (CDU). Auch Somogyi warnt vor jedweder Euphorie angesichts deutlich steigender Gewerbesteuer-Einnahmen in diesem Jahr. Genaue Zahlen dürften erst im ersten Quartal nächsten Jahres vorliegen. Doch aktuell erwartet die Stadtverwaltung, dass Stadtallendorf rund 39 Millionen Euro Einnahmen allein bei der Gewerbesteuer.

Das wären etwa neun Millionen Euro mehr, als die Verwaltung und der damalige Kämmerer Vollmer bei der Haushaltsaufstellung noch erwartet hatten.

„Im Augenblick sieht es so aus, dass das Plus sogar noch höher ausfallen könnte. Doch die Zahlen ändern sich täglich“, sagte Klaus Peter Riedl von der Stadtverwaltung während einer Ausschuss-Sitzung. 39 Millionen Euro Gewerbesteuer wären eine Rekordeinnahme für die „junge Stadt im Grünen“. Im vergangenen Jahrzehnt war das Jahr 2007 Spitzenreiter mit einer Gewerbesteuer-Einnahme von 33 Millionen Euro.

Eine gute Nachricht gibt es in jedem Falle: Aktuell liegt der Fehlbetrag, den Stadtallendorfs Haushalt ausweist, bei 1,9 Millionen Euro. „Wir werden in jedem Fall nach dem Abschluss dieses Jahres ein Plus haben“, betont Bürgermeister Somogyi. Mehreinnahmen kann Stadtallendorf in jedem Falle wie jede andere Kommune im Moment sehr gut gebrauchen. Trotz Millioneninvestitionen wie in den Bau eines neuen Bauhofes oder den Beginn der Hallenbadsanierung wird Stadtallendorf aller Voraussicht nach im Jahr 2013 ohne eine Netto-Neuverschuldung auskommen.

Doch genau an diesem Punkt tritt Bürgermeister Somogyi verbal auf die Bremse: „Es gibt jetzt schon deutliche Signale, dass sich die Situation bei der Gewerbesteuer im nächsten Jahr wieder ändern wird.“ Das heißt im Klartext: Heimische Unternehmen haben signalisiert, dass sie im nächsten Jahr mit einer Konjunkturabschwächung rechnen. Das führt zwangsläufig zum gegenteiligen Effekt, nämlich zu Gewerbesteuer-Rückzahlungen. „Euphorie dürfen wir uns nun nicht erlauben“, fasst Somogyi seine Sichtweise zusammen.

Dass sich Stadtallendorfs Haushaltslage am Ende eines Jahres besser darstellt als bei der Haushaltsaufstellung erwartet ist auch nicht neu. Die Gewerbesteuer unterliegt in der zweitgrößten Stadt des Landkreises steten Schwankungen.

Schon beim Haushalt 2011 hatte die Stadt am Ende des Jahres rund sechs Millionen Euro mehr eingenommen als veranschlagt. In der Vergangenheit tendierte die Stadtverwaltung dazu, die Gewerbesteuereinnahmen bei der Haushaltsaufstellung eher vorsichtig anzusetzen.

Einen dürfte Stadtallendorfs wohl sicherlich zu erwartende Mehreinnahmen wohl ganz besonders freuen: Landrat Robert Fischbach (CDU). Schon jetzt zahlt Stadtallendorf rund 20 Millionen Euro Kreis- und Schulumlage. Und deren Höhe errechnet sich nach der Höhe der Einnahmen. Im nächsten Jahr dürfte Stadtallendorfs direkter Beitrag zum Kreishaushalt dank höherer Einnahmen ebenfalls weiter wachsen. Der Kreis berechnet seine Umlagenhöhe für 2013 aufgrund der Einnahmen in der Zeit vom 30. Juni 2011 bis 30. Juni diesen Jahres. Damit ist klar, dass Stadtallendorf stärker zur Kasse gebeten wird.

Für die Prognosen zur Gewerbesteuer will Somogyi den Kontakt zu heimischen Unternehmen weiter ausbauen. Regelmäßigere Treffen seien bereits vereinbart, erklärte der Kämmerer.

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