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Geschichtsunterricht im Wald

Grenzgang Geschichtsunterricht im Wald

Der zweite Teil des Rosenthaler Grenzgangs zog rund 150 Wanderfreunde auf die Strecke entlang der Südroute. Die Wanderer wurden von Wohratalern und Rauschenbergern empfangen.

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Ortsvorsteher Karl-Heinz Koch (rechts) und Karin Lippert begrüßten für den Ortsbeirat Bracht Rosenthals Bürgermeister Hans Waßmuth an der Gemarkungsgrenze.Foto: Jürgen Jakob

Langendorf. Die vom Verein für naturnahe Erholung Rosenthal organisierte zweite Etappe des Rosenthaler Grenzgangs anlässlich der 675-Jahr-Feier hatte damit noch mehr Zuspruch als der erste Teil im April. Zudem nahmen am Sonntag 200 Teilnehmer am zeitgleich stattfindenden Rosenthaler Wandertag teil.

Bei der Begrüßung an der Seegerteichhütte machte Bürgermeister Hans Waßmuth deutlich, dass Grenzgänge zwar historisch oft mit Streitigkeiten verbunden waren, aber heute als verbindendes Element zu sehen sind. Helmuth Vaupel, Rosenthals Obmann für historische Grenzsteine, erläuterte die ursprüngliche Bedeutung der Grenzgänge und erinnerte an die rauen Sitten, die damals die Grenzgänge begleiteten. Heute wird der Grenzgang als Teil der Heimatgeschichte gepflegt. Die erfahrenen Wanderführer des Vereins für naturnahe Erholung hatten unterwegs viel Interessantes zu berichten.

Die Rosenthaler Grenzgänger wurden zunächst mit einem Bus in zwei Gruppen zum Start an den Krimmelsbachgrund gebracht. Dort gab es nicht nur Informationen zu den historischen Grenzsteinen und dem Grenzverlauf zwischen den Kreisen Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf, sondern auch Hinweise zum Naturschutzgebiet Merzhäuser Teiche und der dort vorhandenen Flora und Fauna.

Die Nachbargemeinden beteiligten sich am Grenzgang. Zahlreiche Langendörfer waren vom Start an mit dabei, und unterwegs erwartete Brachts Ortsvorsteher Karl-Heinz Koch die Grenzgänger mit einem Präsent.

Nach einer kurzen Rast gab es am ehemaligen Ordenshof Merzhausen, der fast sechs Jahrhunderte zur Niederlassung der Marburger Deutschherren gehörte, einige Auskünfte zur historischen Entwicklung.

Erinnerung an die Köhler

Im weiteren Verlauf des Grenzgangs hielt Siegmar Salzmann einen Vortrag über die Geschichte der Köhleröfen. Unweit der Landstraße nach Bracht gibt es die Nachbildung eines historischen Kohlemeilers, an dem Salzmann die Herstellung von Holzkohle erläuterte.

Eine letzte Verschnaufpause gab es am „Krebs Pfeil“, bevor es über „Atzelspfuhl“ und den „Alten Wetterweg“ Richtung Ziel ging. Beendet wurde der gelungene Tag mit einem gemütlichen Beisammensein an der Seegerteichhütte, bei dem sich die Wanderer bei Kaffee, Kuchen, Gegrilltem und gekühlten Getränken stärkten. Nicht nur Rosenthals Bürgermeister Hans Waßmuth zeigten sich zum Abschluss sehr zufrieden: „Eine gelungene Veranstaltung mit einem harmonischen Verlauf.“

Die dritte und letzte Etappe des Grenzgangs folgt am Sonntag, 11. Oktober, auf der Ost-route. Höhepunkt des Rosenthaler Stadtjubiläums ist am Sonntag, 6. September, ein stehender Festzug im Stadtzentrum.

von Jürgen Jacob

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