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Gerätehaus-Neubau darf teurer werden

Hatzbach Gerätehaus-Neubau darf teurer werden

Einen genauen Termin für den Baubeginn beim Hatzbacher Feuerwehrgerätehaus gibt es zwar immer noch nicht. Doch zumindest sind die jüngsten Hürden rund um die Baukosten genommen.

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Das neue Fahrzeug der Feuerwehr Hatzbach steht beengt im alten Gebäude – eine Notlösung, weil sich der Neubau verzögert hatte. Foto: Michael Rinde

Hatzbach. Dass der Ersatzbau für das aktuell schlechteste Gerätehaus in Stadtallendorf teurer wird als mal angepeilt, hatte sich vor einigen Wochen herausgestellt (die OP berichtete). Architekt und Verwaltung planten neue, günstigere Varianten gegenüber den fertigen Planungen.

Das Stadtparlament hat in seiner jüngsten Sitzung schließlich „Variante A 1.1.“ zugestimmt. Auch bei dieser Variante hat es noch einmal Änderungen gegeben, Änderungen, die die Hatzbacher Feuerwehr für unabdingbar hielt. Dabei hatte sich die Wehr unmittelbar vor der Sitzung des Stadtparlaments wieder einmal kompromissbereit gezeigt - und auf einen Wunsch, eine geringfügige Verlängerung des Gebäudes, verzichtet.

Hinter den Kulissen muss es im Vorfeld der Entscheidung nach OP-Informationen erhebliche Bemühungen gegeben haben, um zu einer zustimmungsfähigen Lösung zu kommen.

Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht die Entwicklung: Ursprünglich hatten sich Verwaltung, Feuerwehr, Ortsbeirat und Politik auf eine Planung geeinigt, die unter dem Strich 537553 Euro hätte kosten sollen. Doch nach der Feinplanung durch einen Architekten hatte sich herausgestellt, dass sich der vom Stadtparlament festgelegte Kostenrahmen nicht halten lässt.

Die Variante, die am Ende ausgewählt wurde, kostet „nackt“ 600950 Euro, wobei dort das Gebäude insgesamt verkleinert wurde.

Auf zwei Änderungen wollte die Hatzbacher Wehr aber auf gar keinen Fall verzichten: eine leichte Verlängerung der Fahrzeughalle (Mehrkosten 8355 Euro) und eine separate Teeküche (Mehrkosten 2692 Euro). Das hatte die Wehr kurzfristig auch den Parlamentariern in einem Brief klargemacht. Erwartungsgemäß verfolgten auch zahlreiche freiwillige Feuerwehrleute aus Hatzbach die Debatte am Donnerstagabend.

Warum der Wehr die Verlängerung der Halle wichtig war, machte Wehrführer Torben Knoch gegenüber der OP klar. „Wir hätten ansonsten keine Lagerfläche für feuerwehrtechnisches Gerät gehabt, wie zum Beispiel Ölbindemittel oder Wassersauger“, sagt Wehrführer Knoch. Und die separate Teeküche sei in allen Feuerwehrgebäuden Stadtallendorfs Standard, dahinter wollte Hatzbach nicht zurückfallen. Dass es nun Änderungen beim Schulungs- und Beratungsraum gibt und alles insgesamt schrumpft, ist für den Wehrführer wie auch seine Kameraden hinnehmbar. „Wir können damit leben, weil wir die Kostensituation sehen“, sagt Knoch.

Wehr will selbst Hand anlegen

Ausdrücklich erneuert er das Angebot von Eigenleistung, um der Stadt Geld zu sparen. Eigenleistung hat in dem Stadtallendorfer Stadtteil Tradition. Bereits bei den ersten Planungen für das Gebäude hatten die Hatzbacher klargemacht, dass sie bereitstehen. Im Stadtparlament hatte ein gemeinsamer Änderungsantrag von CDU und SPD den Ausschlag für die Verbesserungen bei Sparvariante A1.1. gegeben.

Frank Hille (CDU) gab der Hoffnung Ausdruck, dass es nun das letzte Mal sein möge, dass sich das Parlament mit dem Gerätehaus Hatzbach auseinandersetzen müsse. Er erinnerte kurz an den Werdegang des ganzen Projekts, um dann klarzumachen, dass seine Fraktion hinter der jetzt gefundenenen Lösung stehe. Für die SPD machte Fraktionsvorsitzender Werner Hesse klar, dass es nun gelte, einige emotionale Gräben wieder zuzuschütten. Dass die Hatzbacher auf eine Gebäudevergrößerung verzichteten, verdiene Respekt. „Noch weniger als das, was wir tun, kann man nicht mehr machen“, sagte er.

Kritischere Töne schlug Michael Feldpausch (B 90/Die Grünen) an. Er betonte die Wertschätzung seiner Fraktion für die Feuerwehren. „Aber wir als Stadtverordnete sind auch für die Finanzen verantwortlich“, machte er klar. Die Grünen enthielten sich bei den Abstimmungen aber dann der Stimme, um einer Lösung nicht im Wege zu stehen. Winand Koch erinnerte an die wenige Minuten vorher stattgefundene Diskussion über Steuererhöhungen. „Für so etwas werden wir in Zukunft keinen Platz mehr haben“, sagte Koch.

Dass die Entscheidung am Ende so gefallen ist, hat die Gemüter bei der Hatzbacher Feuerwehr beruhigt. Torben Knoch lobte Dieter Erber (CDU) für seine Vermittlung und seinen Einsatz im Vorfeld.

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