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Georgsteich hat wieder Perspektive

Sanierung Georgsteich hat wieder Perspektive

Der Georgsteich im Hatzbachtal zwischen Hatzbach und Speckswinkel bleibt als Kleinod der Natur erhalten. Es wurde der undicht gewordene Damm saniert.

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Uwe Krüger vom Fachdienst Wasser und Naturschutz des Kreises (rechts) erklärt (von links) dem Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow, Andreas Sommer und Marcus Ritter, beide Hessen Forst, den Überlauf des Georgsteiches.Foto: Klaus Böttcher

Hatzbach. Wanderer des permanenten Wanderweges „Rund um den Wetzstein“ oder Spaziergänger haben sich gewundert, dass der Georgsteich trocken ist. Er war für Naturliebhaber ein herrlicher Anblick beim Anstieg aus dem Hatzbachtal empor. Der ursprüngliche Nutzen des Teiches lag nicht etwa in der Fischzucht. Er diente dem Antrieb der Mühlräder zweier Mühlen. Die Mühlen werden längst nicht mehr betrieben, aber der Georgsteich hat einen ökologischen Nutzen der von unschätzbarem Wert ist, für eine Vielzahl von Organismen, meint der Revierförster Mattias Sandrock.

Da der Damm undicht geworden war, wurde das Wasser vor Monaten abgelassen. Der Damm wurde abgedichtet und mit einem sogenannten Mönch versehen, der es erlaubt im Bedarfsfall das Wasser abzulassen. Teilweise mussten Bäume auf dem Damm gefällt werden. Der Abfluss des Teiches wurde bei den Bauarbeiten so verändert, dass das Wasser zukünftig in der Regel nicht über den Mönch mit seinen Abflussrohren, sondern über ein neugestaltetes offenes Gerinne abfließen kann. Dies ermöglicht Fischarten wie der Bachforelle, auch in den Oberlauf des aufgestauten Gewässers zu gelangen.

Aussetzen von Goldfischen schadet dem Gewässer

Uwe Krüger vom Fachbereich Wasser und Wirtschaft bei der Kreisverwaltung befürchtet allerdings, dass in ein bis zwei Jahren wieder Goldfische im Teich zu finden wären. Darum äußerte Krüger die Bitte an die Bevölkerung, Goldfische auf keinen Fall in den Teich zu setzen. „Der Goldfisch ist ein fremdländischer Fisch, der die Eier von Amphibien auffrisst.“ Im Teich im Heinz-Lang-Park hatte die Aussetzung von Aquariums-Fischen zu großen Problemen mit dem Gewässer geführt.

Andreas Sommer von Hessen Forst erklärte die Notwendigkeit der Sanierungsarbeiten, die rund 9500 Euro gekostet hat. Der Damm sei immer mehr durchgeweicht. Von den Kosten hat die Untere Naturschutzbehörde 8000 Euro aus dem Etat „Ersatzgeld“ (früher Ausgleichsabgabe genannt), das bei Eingriffen in die Natur zu zahlen ist, getragen. „Die Arbeiten sind abgeschlossen, aber der Teich wird noch nicht gefüllt. Er soll erst durchfrieren“, erklärte Sommer und Uwe Krüger ergänzte: „Im Frühjahr wird der Mönch geschlossen, dann kommt der harte Test.“ Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow freute sich über das Zusammenarbeiten der Unteren Naturschutzbehörde und von Hessen Forst. Beeindruckt war er von dem Zusammenspiel Mensch und Natur. Ursprünglich sei es ein menschlicher Eingriff gewesen, jetzt werde hier Naturschutz gelebt. Das sollte auch der Bevölkerung nähergebracht werden, zum Beispiel durch den Besuch von Schulklassen. „Naturschutz darf es nicht nur auf der Fläche geben, sondern auch in den Köpfen“, stellte er heraus und Andreas Sommer sagte: „Das Georgstal ist der Urwald von morgen.“

von Klaus Böttcher

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