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Genossenschaft legt Traumstart hin

Energiewende Genossenschaft legt Traumstart hin

Der Ostkreis ist drauf und dran, seine einsame Vormachtstellung in Sachen Erneuerbare Energien in der Region auszuweiten. Stausebach vollzog jetzt einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zum Bioenergiedorf.

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Großes Interesse an der Gründungsversammlung der Energie Stausebach iG. Das Stausebacher Schützenhaus war zu diesem wichtigem Ereignis auf dem Weg zum Bioenergiedorf überfüllt. Fotos: Matthias Mayer

Stausebach. Für die Initiativgruppe Nahwärme Stausebach hatten Günter Meixner, Georg Rhiel und Michael Leis die Dorfgemeinschaft zur Gründungsversammlung der Genossenschaft eingeladen, die ein Nahwärmenetz bauen will, dass die Stausebacher Bevölkerung sowie das Kirchhainer Schulzentrum mit der Alfred-Wegener-Schule und den Beruflichen Schulen sowie das Kirchhainer Hallenbad mit biologisch erzeugter Nahwärme versorgen soll. Wärmelieferant ist das Biomassezentrum Stausebach, das die EAM Natur betreibt. Sie ist eine Tochtergesellschaft des wieder im Eigentum der Kommunen befindlichen Energiekonzerns EAM.

Das vom Schützenverein Hubertus zur Verfügung gestellte Schützenhaus platzte aus allen Nähten, als Ortsvorsteher Günter Meixner, der zu den treibenden Kräften des Nahwärmeprojektes zählt, die ­Versammlung eröffnete. Zu den Besuchern zählte auch Klaus Pfalz, Fachberater Energieentwicklungsprojekte bei der VR Bank HessenLand, die Finanzpartner zahlreicher Nahwärme-Projekte in der Region ist, und Dr. Norbert Clement, ­Fachdienstleiter Klimaschutz und Erneuerbare Energien beim Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Meixner machte deutlich, dass es an diesem Abend nicht um Themen wie Wärmepreis und Technik gehe, sondern allein um die Gründung der Genossenschaft. Die Sachfragen sollten später in folgenden Versammlungen nochmal erörtert werden, sagte der Ortsvorsteher, um die Versammlungsleitung gleich an Daniela Watzke vom Genossenschaftsverband in Neu-Isenburg zu übergeben.

Die Fachfrau brachte den Versammelten den umfangreichen Satzungsentwurf der zu gründenden Genossenschaft näher, der sich an einer Mustersatzung orientierte. Darin ist unter anderem geregelt, dass ein ­Geschäftsanteil an der Genossenschaft 1000 Euro kostet. Wer an das Nähwärmenetz angeschlossen werden möchte, bezahlt einmalig 6000 Euro in die Genossenschaftskasse. In dieser Summe ist der Genossenschaftsanteil enthalten. Die Satzung verbietet dem Vorstand, von den Mitgliedern ein „Nachschießen“ in die Kasse zu verlangen. Außerdem hat jedes Mitglied nur eine Stimme, unabhängig von der Zahl seiner Anteile.

Meixner, Jenneman, und Leis bilden den Vorstand

Daniela Watzke hatte etliche Fragen zu beantworten und einige Bestimmungen zu erörtern. Nachdem auf Intervention der Versammlung eine überflüssige Bestimmung aus der Satzung gestrichen wurde, gab es keine Kritik mehr an dem Regelwerk. Die spannendsten Minuten des Abends konnten beginnen: Die Unterzeichnung der Satzung und der Eintrag in die Mitgliederliste durch die Interessenten.

Das dichte Menschenknäuel um den hinten im Saal aufgebauten Einschreibe-Tisch ließ ein gutes Ergebnis erwarten. Das Ergebnis, das Günter Meixner schließlich verkündete, war dagegen geradezu sensationell: 70 der 92 aktenkundig gewordenen Interessenten traten schon zur Gründungsversammlung der Genossenschaft bei. „Das ist eine Superzahl“, feierte Günter Meixner den Traumstart der soeben aus der Taufe gehobenen Genossenschaft Energie Stausebach iG (in Gründung).

Die trat sogleich in ihre ­erste Generalversammlung ein und wählte sieben Aufsichtsräte: Gerold Vincon, Christian Prölß, Reinhard Nicolai, Thorsten Pawlazik, Peter Bromm und Matthias Fritsch. Das Gremium konstituierte sich während einer Sitzungsunterbrechung. Dabei wählte das Kontrollorgan Peter Bromm zum Vorsitzenden und Gerold Vincon zum stellvertretenden Vorsitzenden.

Dann wählten die Aufsichtsräte den dreiköpfigen Vorstand, der die Geschäfte der Genossenschaft in Absprache mit dem Aufsichtsrat führen wird. Gewählt wurden Günter Meixner, Winfried Jennemann und Michael Leis.

Damit dieser überhaupt tätig werden kann, wurde der Vorstand von der Generalversammlung dazu formal ermächtigt.Erste Aufgaben werden die Beauftragung eines Businessplans, eine Kontoeröffnung und die Beantragung der Gründungsprüfung durch den Genossenschaftsverband sein. Erst wenn dieser den Geschäftsplan geprüft und für tragfähig erachtet hat, kann die Genossenschaft beim Registergericht eingetragen werden.

von Matthias Mayer

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