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Genossen sollen am Wind verdienen

Bürger-Windpark Genossen sollen am Wind verdienen

Auf dem Weg zu einem Bürger-Windpark muss die Stadt Stadtallendorf noch einige Herausforderungen meistern. Die Anlagen sollen auf einer neuen Vorrangfläche für Windenergie entstehen.

Stadtallendorf. Es ist erklärter Wille der Stadt Stadtallendorf, dass bei zusätzlichen Windkrafträdern das Geld, das von ihnen gewonnen wird, in der Region bleiben soll. Vor diesem Hintergrund ist der Plan der Stadt für einen Bürger-Windpark entstanden. Dieser besondere Windpark könnte in den Gemarkungen Hopfenberg und Trugelrode entstehen. Er läge in direkter Nachbarschaft zu den vorhandenen Windrädern zwischen Erksdorf, Stadtallendorf, Speckswinkel und Neustadt.

Sechs bis acht neue Windräder, die zum überwiegenden Teil in Waldflächen stünden, wären dort möglich. Fachbereichsleiter Klaus Hütten hatte die politischen Gremien der Stadt kürzlich über den Status des Projekts informiert. Unabhängig davon gab es eine Anfrage von Winand Koch (FDP) dazu. Regionalplanerisch ist die neue Vorrangfläche für die Windenergie-Nutzung bereits so gut wie anerkannt. Das geschah, nachdem die Städte Stadtallendorf und Neustadt ein eigenes Windertragsgutachten vorlegten. Das bescheinigt dem Gelände seine Eignung.

Klar ist auch, dass sich ein solcher neuer Windpark auch nach den Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wirtschaftlich betreiben ließe. Geplant ist, dass der Windpark von einer Genossenschaft, beispielsweise der Energiegenossenschaft Marburg-Biedenkopf betrieben wird. Stadtallendorfer Bürger könnten über einen Beitritt entsprechend partizipieren. Ein Projektentwickler soll das Vorhaben zuvor bis zur Genehmigungsreife vorantreiben. Auch dort gibt es schon erste Kontakte.

Anlagen werden versetzt platziert

Doch es gibt auch noch einige Hürden, die zu nehmen wären. Zunächst drängt sich die Frage auf, ob die betreffende Gemarkung, insbesondere die Bewohner der Dörfer Erksdorf und Speckswinkel noch weitere Windräder „verkraften“ könnten. Sie lägen in einer Entfernung von rund anderthalb Kilometern von Erksdorf aus gesehen. Zwischen Dorf, bestehenden Windkrafträdern und neuem Windpark verläuft die geplante Trasse der A 49.

„Die Windräder dürften eine Gesamthöhe von etwa 200 Metern bekommen“, schätzt Uwe Volz, Umwelt-Beauftragter der Stadtverwaltung. Volz wie auch Fachbereichsleiter Hütten betonen im Gespräch mit der OP, dass die geplanten neuen Anlagen so aufgestellt werden sollen, dass der Park lediglich einen optisch verdichteten Eindruck vermitteln soll. „Die Anlagen werden versetzt platziert“, versichert Hütten.

Zwei planungsrechtliche Hürden müssen auch noch bewältigt werden: So liegt die vorgesehene Fläche in einem Gebiet, das eigentlich für Ersatzquartiere von Rot- und Schwarz-Milanen und Waldohreulen vorgesehen ist. Der Ersatz dient für Tiere, die von der A 49 betroffen werden. Dies ist rechtlich bereits festgelegt. Die Verwaltung hat aber bereits Alternativ-Vorschläge für diese Ersatzquartiere. Doch dem muss das hessische Verkehrsministerium zunächst zustimmen. Auch das Flurbereinigungsverfahren für die A-49-Trasse könnte noch zu einem großen planungsrechtlichen Hemmschuh werden. Deshalb wagt im Moment keiner in der Verwaltung eine Aussage dazu, wann sich dort Windräder drehen könnten.

von Michael Rinde

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