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General nimmt reitend Abschied von der Truppe

Stadtallendorf General nimmt reitend Abschied von der Truppe

Seit diesem Donnerstag ist Brigadegeneral Reinhardt Zudrop stellvertretender Kommandeur der Division Spezielle Operationen (DSO). Er übernahm diese Aufgabe von Brigadegeneral Volker Bescht.

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Brigadegeneral Volker Bescht nahm reitend Abschied vom angetretenen Fahnenzug der Division Spezielle Operationen. Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Zum letzten Male sprang Brigadegeneral Volker Bescht gestern mit dem Fallschirm ab, erstmals, wie er sagte, mit der Krawatte unter der Sprungausrüstung. Sein Verabschiedungsappell begann allerdings mit dem Schreckensmoment, als sich ein Fallschirmjäger bei der Landung auf dem Sportplatz verletzte und mit dem Rettungswagen in die Klinik gebracht werden musste.

Bescht wurde gestern nach 41 Dienstjahren in den Ruhestand verabschiedet. Ab Mitte August wird er Regionalmanager der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in Kabul in Afghanistan. Zu Beschts Verabschiedung kamen Bundes-Entwicklungshilfe-Minister Dirk Niebel und der hessische Innenminister Boris Rhein nach Stadtallendorf. In seiner Rede flocht der scheidende stellvertretende Divisionskommandeur auch eine Gedenkminute für die bei Auslandseinsätzen Gefallenen der Bundeswehr ein.

Bescht bekannt für offene Worte, ging kurz auf auf die laufende Bundeswehr-Reform ein, die vor allem mit einer Verkleinerung verbunden ist. „Was wir, die hier angetreten sind, nach all den Einsatzerfahrungen davon halten, will ich hier nicht näher kommentieren“, sagte Bescht bei seiner Abschiedsrede im Hinblick auf die Verkleinerung der Luftlandekräfte.

Seine Verabschiedung übernahm Generalleutnant Reinhard Kammerer, stellvertretender Inspekteur des Heeres anstelle des Divisionskommandeur Jörg Vollmer, der zurzeit mit 700 weiteren Soldaten der DSO im Afghanistan-Einsatz ist. Kammerer charakterisierte Volker Bescht als „Gentleman“ und Offizier, der sich auf jedem Parkett bewegen könne, als Mann mit Charakter und jemanden, der ein „klares Koordinatensystem habe. „Wir brauchen Offiziere, die Haltung haben und auch dazu stehen“, sagte Kammerer. Er würdigte den scheidenden Brigadegeneral aufgrund seiner Erfahrung auf zahlreichen Dienstposten, bei schwierigen Auslandseinsätzen, etwa im Kongo, auch als „Mr. Luftlandetruppe.“ Bescht hatte unter anderem die erste Evakuierungsoperation der DSO in Libyen. geleitet.

Eine besondere Überraschung gab es am Schluss des Appells, als ein Pferd auf den Platz geführt wurde. Noch einmal passierte Brigadegeneral Volker Bescht die Front der angetretenen Soldaten, dieses Mal allerdings reitend. Das 25 Jahre alte Pferd „Don Carlos“ hatte die Bundeswehr bei der Familie Estor von der Reitanlage Schweinsberg organisiert. Für Brigadegeneral Reinhardt Zudrop war Beschts Abschied zugleich der Augenblick der Kommandoübernahme. Zudrop kennt die DSO bereits als Chef des Stabes von 2007 bis 2010. Er ist nunmehr stellvertretender Divisionskommandeur, Chef der Divisionstruppen und auch Standortältester. Im Anschluss an den Appell gab es einen Vorbeimarsch der angetretenen Soldaten, darunter auch der niederländischen 11. luftmobilen Brigade, die künftig der neuen Division Schnelle Kräfte unterstellt werden soll.

von Michael Rinde

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