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Gemeinsame Verwaltung steht im Mittelpunkt

Gemeindebesuch der Landrätin Gemeinsame Verwaltung steht im Mittelpunkt

Ein Tag lang besuchte Landrätin Kirsten Fründt die Gemeinde Wohratal, um sich vor Ort zu informieren. Den Abschluss bildete eine Diskussion über die Bildung des Gemeindeverwaltungsverbundes Rauschenberg/Wohratal.

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Beim Abschlussgespräch in der Mitte von links: Landrätin Kirsten Fründt, Wohratals Bürgermeister Peter Hartmann und Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich. Foto: Karin Waldhüter

Wohra. Zur Abschlussbesprechung im Bürgerhaus hieß Wohratals Bürgermeister Peter Hartmann auch seinen Rauschenberger Amtskollegen Michael Emmerich neu in der Runde willkommen. Im Rahmen eines Gemeindebesuches stattete Landrätin Kirsten Fründt der Gemeinde Wohratal einen Besuch ab, um sich vor Ort ein Bild von den Problemen aber auch von den neuesten Entwicklungen zu machen. Neben Mitarbeitern aus der Kreisverwaltung und Bürgermeister Peter Hartmann begleiteten auch Gemeindegremien und Ortsvorsteher den Besuch.

Ein fester Bestandteil des Programms ist die Besichtigung der Gemeindeverwaltung, das gemeinsame Kaffeetrinken mit ehrenamtlichen Aktiven, die Besichtigung eines Wirtschaftsunternehmens und ein Besuch bei der Feuerwehr. Im Treffpunkt/Feuerwehrgerätehaus Halsdorf hatte sich die Landrätin über den Anbau einer Garage für das neue Feuerwehrauto informiert, das mit seinen Abmessungen nicht in die alte Garage passt. Sehr beeindruckt zeigte sie sich von der Kinderfeuerwehr mit über 30 jungen Mitgliedern. Mit Blick auf die Kinderfeuerwehr, der Fahrzeugneuanschaffung und den geplanten Umbau sah Fründt die Feuerwehr in Halsdorf für die Zukunft gut aufgestellt.

Das kleine Hertingshausenbeeindruckt die Landrätin

Als positiv wertete sie die Ansiedlung der Firma VALU in der alten Molkerei in Wohra. Das Bewusstmachen der hugenottischen Wurzeln und das Aufgreifen der Kultur und der Geschichte sei etwas, was ihr in Hertingshausen besonders gut gefallen habe. „Was ihr daraus in der Gemeinschaft macht, dass ist wertvoll“, so Fründt.

Dass die Gemeinschaft und die Wertschätzung untereinander in ganz Wohratal großgeschrieben wird, erfuhr Fründt in der Langendorfer Dorfscheune. Langendorf ist ein Musterbeispiel für die ehrenamtlichen Arbeitseinsätze der Bevölkerung bei Aktionstagen in Wohratal.

Zu dem Programm gehörte auch ein Besuch der evangelischen Kita in Wohra. „Ich konnte viele neue Einblicke bekommen. Stärken sind da, die sie in Zukunft aufstellen können, so Fründt.

Vor Beginn der Diskussion über die Bildung eines Gemeindeverwaltungsverbundes erläuterte Peter Hartmann den bisher gegangenen Weg. Der begann am 10. November 2015 mit dem einstimmigen Beschluss, der Gemeindevertretung einen Prüfauftrag zur Klärung einer interkommunalen Zusammenarbeit mit Kommunen des Ostkreises einzuleiten, wie diese Zeitung berichtete. In ihrer Sitzung vom 25. April 2017 beschloss die Gemeindevertretung die Durchführung eines Bürgerentscheids zur Frage über die Bildung eines Gemeindeverwaltungsverbundes unter Beibehaltung eines Bürgerbüros im Bürgerhaus Wohratal. Auch darüber berichtete diese Zeitung ausführlich.

Für die Gründung eines Gemeindeverwaltungsverbundes nannte Hartmann folgende Bedingungen:

Die Eigenständigkeitbeider Kommunen bleibt n Beide Kommunen bleiben selbstständig.  Die Entscheidungshoheit für beide Kommunen liegt getrennt bei beiden Parlamenten. n Für das Tagesgeschäft bleiben der Gemeindevorstand (Wohratal) und der Magistrat (Rauschenberg) jeweils für ihre Kommune zuständig. nDie örtliche Identität beider Kommunen mit ihren Besonderheiten bleiben bestehen. Nur über die hohe Identifikation mit der Gemeinde und mit der Stadt lässt sich die hohe Ehrenamtsdichte erhalten.

Personal und Sachkosten müssen gesenkt, neue Entwicklungsperspektiven für das Personal geschaffen werden.

Die Wohrataler Bürgermeisterstelle kann auf ehrenamtliche Stelle umgestellt werden.

In Wohratal bleibt ein Bürgerbüro als Anlaufstelle, besetzt mit zwei Mitarbeitern und dem Bürgermeister.

Zur Unterrichtung der Bürger von Rauschenberg und Wohratal sollen gemeinsame Informationsveranstaltungen mit den Bürgermeistern stattfinden. „Wir begrüßen das ausdrücklich, das haben wir auch in Angelburg/Steffenberg getan, so Fründt. In Angelburg/Steffenberg waren die Pläne letztendlich gescheitert. Fründt lobte die lange Vorbereitungszeit und ging auf die Herausforderungen ein, die der demografische Wandel mit sich bringe. „Immer weniger Menschen, das heißt auch immer weniger Mitarbeiter in Berufen“, so Fründt.

„Wir halten den Weg für richtig, weil wir beide verhältnismäßig kleine Kommunen sind“, hob Michael Emmerich hervor. Jede Kommune behalte die Eigenständigkeit, die Verwaltungen arbeiteten eng zusammen. Ob auch die Bauhöfe in die Kooperation eingebunden würden, müsse die Zukunft zeigen.

„Wie ist denn die Stimmung derzeit in der Bevölkerung“, wollte Fründt wissen. „Recht positiv“, erklärte Hartmann. Er treffe viele Menschen, die sehr ortsteilverbunden seien und oft erklärten, dass es der richtige Weg oder längst überfällig sei. Wichtig sei es, dass ein Bürgerbüro in Wohratal bleibe und die Angebote vor Ort vorgehalten werden.

„Seit wir die Debatte intensiver führen gibt es Leute, die einen Gemeindeverwaltungsverbund durchaus skeptisch sehen und einen Identitätsverlust befürchten“, gab Dieter Engel (SPD) vom Gemeindevorstand zu bedenken. „Wir haben noch ein Stück Aufklärungsarbeit vor uns“, erklärte er. Kritisch von den Bürgern würde auch die Stellenbeschreibung eines ehrenamtlichen Bürgermeisters gesehen. Die Leute würden sich fragen, was 2500 Euro Gehalt mit Ehrenamt zu tun hätten. Auch das sei ein Punkt, den man noch rüberbringen müsse. Das Thema des ehrenamtlichen Bürgermeisters werde sehr stark an seiner Person festgemacht, erklärte Hartmann und er werde hier und heute nicht sagen, ob er kandidiere.

Für einen Vollzeitjob sind 2500 Euro egentlich zu wenig Geld

Michael Emmerich verdeutlichte, dass das Thema in der Rauschenberger Verwaltung im Personalrat besprochen worden sei und die ersten Reaktionen durchaus positiv ausgefallen seien. Man müsse sich davon verabschieden, dass dieses Ehrenamt nur wenige Stunden umfasst, erklärte Karl-Ludwig Bubenheim, Vorsitzender der Gemeindevertretung. „Das ist ein Vollzeitjob und dafür sind 2500 Euro eigentlich zu wenig Geld“, so Bubenheim.

  • Die Infoabende: 22. Juni, 20 Uhr, Treffpunkt Halsdorf. 28. Juni, 20 Uhr, Hofreite Wohra. 29. Juni, 20 Uhr, Dorfscheune Langendorf. 5. Juli, 20 Uhr, Feuerwehrhaus Hertingshausen. 24. August, 20 Uhr, Kratz‘sche Scheune Rauschenberg.

von Karin Waldhüter

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