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Gemeinde zeigt sich kritisch, aber offen

Fusionspläne Gemeinde zeigt sich kritisch, aber offen

Zum Beginn des kommenden Jahres werden die katholischen Kirchengemeinden in Stadtallendorf und Niederklein fusioniert. Am Sonntag stellten Gläubige Fragen.

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Gläubige verließen am Sonntag nach der Pfarrversammlung zur Fusion die Kirche St. Katharina. Foto: Yanik Schick

Stadtallendorf. Die Gemeindemitglieder von St. Katharina wirkten nicht begeistert und äußerten einige Zweifel, dennoch scheinen sie den Weg zur Neugründung einer Pfarrei mitgehen zu wollen. So war der Eindruck nach einer ersten Pfarrversammlung, in der Stadtpfarrer Diethelm Vogel und Gemeindeberater Joachim Michalik über die aktuelle Situation informierten. „Es gab keine aggressiven Gegenstimmen, sondern eher offene Fragen“, fasste Vogel danach die Stimmung aus seiner Sicht zusammen, „sicherlich tun sich einige mit diesem Schritt schwer. Ich denke aber, St. Katharina trägt die Zusammenlegung mit.“

Natürlich beschäftigte die rund 30 Gläubigen in der Kirche allen voran, mit welchen Einbußen die eigene Kirchengemeinde nach einem Zusammenschluss mit St. Michael und Christkönig in Stadtallendorf sowie St. Blasius und Elisabeth in Niederklein zu rechnen haben wird. Ob die Menge der Gottesdienste an Wochenenden zurückgehen werde, wollte beispielsweise eine Frau wissen. „Das kann ich noch nicht genau sagen“, gestand Pfarrer Vogel, „auf Dauer wird man die Anzahl mit Sicherheit überprüfen müssen.“ Derzeit werden allein an Sonntagen in Stadtallendorf fünf katholische Messen gefeiert, in Niederklein eine.

Allerdings gehen die Zahlen der Kirchgänger fortwährend zurück. Besondere Traditionen einer jeden Gemeinde wie die Fronleichnamsprozession von St. Katharina würden jedenfalls definitiv aufrechterhalten, versicherte der Pfarrer.

Die zweite zentrale Frage zielte derweil auf die neue Form der kirchlichen Organisation. Klar ist, dass nach der Zusammenlegung zum 1. Januar 2016 nur noch ein Pfarrgemeinderat und ein Verwaltungsrat in der gesamten Pfarrei bestehen werden. Das würde doch bedeuten, warf ein männlicher Zuhörer ein, dass im Rahmen einer Fusion Arbeitsplätze eingespart werden. Was passiert also mit dem jetzigen Personal? Gemeindeberater Joachim Michalik betonte zunächst, dass die Anzahl der Hauptamtlichen im Pfarrgemeinderat nicht reduziert werde. „Wir stehen finanziell mit dem Rücken zur Wand und haben nicht mehr das Geld von vor 30 oder 40 Jahren, aber es gibt erst einmal keine Stellenreduzierung.“

Pfarrer: 40 Prozent sind geschafft

Im Verwaltungsrat wird es indes zu einigen Veränderungen kommen, prognostizierte Pfarrer Vogel. Dort sind ausschließlich Ehrenamtliche beschäftigt. Fragen nach einem zentralen Standort des Pfarrbüros oder einem gemeinsamen Namen der Pfarrei sind noch nicht beantwortet. „Wir haben jetzt 40 Prozent auf dem Weg zur Neugründung geschafft“, veranschaulichte Gemeindeberater Michalik.

Pfarrversammlungen wie jene in der Kirche von St. Katharina sollen in den kommenden Wochen auch in den anderen betroffenen Kirchengemeinden stattfinden.

Widerstand erahnt der Diethelm Vogel derzeit lediglich in Niederklein. „Dort muss man sich in kurzem Zeitraum darauf einstellen, dass etwas Vertrautes verloren geht.“. Im aktuellen Pfarrbrief der Gemeinde St. Blasius und Elisabeth ist bereits ein kritisches Schreiben veröffentlicht worden. Es bemängelt, dass bei einer Fusion immer „Menschen auf der Strecke“ bleiben würden. „Aber das trifft nicht zu. Jeder kann sich engagieren“, entgegnete der Stadtpfarrer.

Weitere Pfarrversammlungen sind am Dienstag, 21. April ab 18.30 Uhr im Pfarrheim von St. Blasius und St. Elisabeth in Niederklein, am Sonntag, 26. April nach dem Gottesdienst um 10 Uhr in der Kirche St. Michael und am Sonntag, 26. April, nach dem Gottesdienst um 18 Uhr in der Kirche Christkönig geplant. Diese Angaben stammen von der Internet-Seite www.katholische-kirche-stadtallendorf.de.

von Yanik Schick

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