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Gemeinde begeht Tag der Freude

Pfarrer ordiniert Gemeinde begeht Tag der Freude

Dass ein Pfarrer direkt in die Gemeinde hinein ordiniert wird, ist bei uns wohl eher selten. Umso größer war die Freude der Gläubigen, dies in derJakobskirche erleben zu können.

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In einem festlichen Gottesdienst ist Dr. Christoph Koch (vorne Mitte) von Probst Helmut Wöllenstein (rechts) zum Pfarrer der Evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck ordiniert worden. Dekan Hermann Köhler (Zweiter von links) überreichte die Urkunde der Landeskirche. Von links: Pfarrerin Angelika Richter und die Mitglieder des Kirchenvorstandes Marianne Degen, Elke Bohl, Renate Mönner, Karin Wormsbächer, Margret Lauer, Dr. Maren Schwickardi-Jerrentrup und Sascha Jatsch. Fotos: Karin Waldhüter

Langenstein. Glockengeläut zu einer ungewöhnlichen Zeit am Sonntag in der evangelischen Kirchengemeinde Langenstein-Niederwald: Sie luden am Nachmittag zum Ordinierungsgottesdienst des neuen Pfarrers Dr. Christoph Koch. Probst Helmut Wöllenstein nahm die Ordination vor. Sowohl beim festlichen Gottesdienst wie auch beim späteren Empfang im Gemeindehaus war die Schar der Gäste groß. Die Bänke der Jakobskirche waren dem Andrang der Gläubigen nicht gewachsen, Stühle mussten in den Gängen bereitgestellt werden.

Gleich zu Beginn bekam der kirchenmusikalisch so engagierte Pfarrer einen Eindruck, vom musikalischen Potenzial seiner neuen Gemeinde. Die von Thomas Noppe geleiteten Posaunenchöre aus Langenstein und Niederwald gestalteten den Auftakt und der von Ludwig Lauer geleitete Kirchenchor sang von der Empore aus.

Für die Gemeindeendete eine lange Vakanz

Mit dem Dienstantritt von Pfarrer Dr. Christoph Koch endete für die Kirchengemeinde Langenstein-Niederwald mit Stausebach eine fast neunmonatige Vakanz. Nach dem Weggang von Pfarrer Sebastian Krause hatten die Pfarrerinnen Almuth Böhler und Angelika Richter die Gemeinde betreut.

Nach seinem Theologiestudium in Marburg, Göttingen und Heidelberg und seinem Vikariat in der Schwalm (2006-2008) begleitete Koch ein wissenschaftliches Projekt seines Doktorvaters in Heidelberg und unterrichtete an der dortigen Uni Altes Testament. Schon in Heidelberg hielt Koch Gottesdienste und war dort, zeitlich befristet, ordinierter Pfarrer der badischen Landeskirche.

Christoph Koch wurde in Marburg geboren und wuchs in Burgwald-Ernsthausen auf. Mit seiner Frau Marina und seinen drei Kindern lebt er seit einer Woche im Pfarrhaus.

Im Namen des Kirchenvorstandes hatte die stellvertretende Vorsitzende Karin Wormsbächer die Gläubigen, darunter zahlreiche Familienangehörige und Pfarrer aus den Nachbargemeinden, zu diesem „besonderen Gottesdienst“ willkommen geheißen. Probst Wöllenstein hatte für die Predigt, in Abstimmung mit Dr. Koch, keinen besonderen Bibeltext ausgesucht. Mit 2. Samuel 12 stellte er mit der Strafrede Nathans und Davids Buße den Predigttext in den Mittelpunkt, den die evangelische Kirche für diesen Sonntag vorgegeben hatte.

Auf den ersten Blick sei dieser ernste Text mit Mord, Krieg und Ehebruch nicht das, was man sich für eine Ordination aussuchen würde, erklärte er. Doch der Auftrag eines Pfarrers komme genau in dieser Geschichte mit großer Klarheit zum Ausdruck, so der Probst.

„Wir haben Gottes Wort zu sagen, wir haben die biblische Geschichte weiterzugeben und wir können uns nur wünschen, dass die Verkündigung der biblischen Botschaft so wirksam geschieht, wie es hier berichtet wird“, betonte Wöllenstein. „Einer kann für den anderen zum Propheten werden, den Mund an der richtigen Stelle auftun und sagen, was zu sagen ist. Worte die stärken, trösten, aufrichten, und, wenn es sein muss, auch kritische Worte, auch dem Pfarrer, auch dem Probst, auch dem Dekan - wir bitten darum“, so Wöllenstein.

Zum feierlichen Moment der Ordination trat dann der neue Pfarrer an den Altar. Bei der Ordination assistierten Probst Wöllenstein Professor Dr. Otto Kaiser von der Theologischen Fakultät Marburg und Karin Wormsbächer.

Durch die Ordination ist Pfarrer Koch nun zum Dienst der öffentlichen Verkündigung des Wortes Gottes berufen, zu taufen, das Abendmahl zu feiern und in Gottesdienst, Seelsorge und Unterricht die Menschen zu einem christlichen Leben zu ermutigen und sie für die Mitarbeit in Diakonie; Mission und Ökumene zu gewinnen und so am Aufbau der Kirche mitzuwirken.

Wöllenstein bat darum den neuen Pfarrer anzunehmen, ihn zu ermutigen und ihm beizustehen. „Wollt ihr ihm beistehen, wenn er euch braucht?“, fragte Wöllenstein die Gemeinde, die geschlossen mit „Ja, wir sind bereit“ antwortete.

Anschließend verlas und überreichte Dekan Hermann Köhler die Urkunde der Landeskirche. „Die Freude ist groß“, betonte Köhler während der Vorstellung des neuen Pfarrers. „Wir, der Kirchenkreis Kirchhain, die Pfarrerinnen und Pfarrer und die Gemeinde freuen uns sehr auf sie und sind sehr froh, dass in dem Pfarrhaus wieder Leben einzieht nach der langen Vakanz“, so Köhler.

Akademischer Ratwechselt auf die Kanzel

Freude präge diesen Tag und die Freude am Beruf des Pfarrers sei es auch, die Koch nach seiner anspruchsvollen wissenschaftlichen Tätigkeit als promovierter Alttestamentler und Akademischer Rat auf Zeit an der Uni Heidelberg bewogen habe, wieder zurück in die Region zu kommen. „Möge es ihnen gelingen, ihren Dienst mit Freude zu tun und auch die Freude, die sie ausstrahlen, an andere weiterzugeben“, so Köhler.

„Ich freue mich auf die Zeit mit ihnen“, unterstrich Pfarrer Koch. Er bat in den abschließenden Fürbitten gemeinsam mit Vakanz-Vertreterin Pfarrerin Angelika Richter und Sascha Jatsch vom Kirchenvorstand um Kraft, Freude an der Arbeit, um ein gutes Miteinander und um ein Ende der Gewalt im Irak, Syrien, Israel, Palästina und der Ukraine.

von Karin Waldhüter

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