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Geldstrafe folgt auf fahrlässige Tötung

Kirchhain Geldstrafe folgt auf fahrlässige Tötung

Vor rund einem Jahr schockierte ein tödlicher Unfall bei Stausebach die Menschen. Nachdem nun ein 44-Jähriger wegen fahrlässiger Tötung verurteilt wurde, geht die Diskussion um die gefährliche Kreuzung weiter.

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Ein Herz erinnert an den tödlichen Unfall eines 31-Jährigen bei Stausebach im vergangenen Jahr. Im Hintergrund befestigen Bauarbeiter nun Blinklichter, die die Aufmerksamkeit der Autofahrer erhöhen sollen.

Quelle: Nadine Weigel

Kirchhain. „Ich vermisse Dich“ steht auf dem steinernen Herz, das am Straßenrand im Gras liegt. Bis gestern stand an gleicher Stelle noch ein Holzkreuz, das an den tragischen Tod eines 31-jährigen Mannes erinnerte. Am 21. August 2008 ereignete sich auf der Kreuzung Niederwald, Stausebach, Kirchhain, Anzefahr ein schwerer Unfall, der dem 31-Jährigen das Leben kostete. Vergangene Woche wurde der Fall vor dem Amtsgericht Kirchhain verhandelt.

Die Staatsanwaltschat warf einem 44-jährigen Stadtallendorfer fahrlässige Tötung und fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs vor. Nachdem es im vergangenen Jahr erst hieß, dass der Getötete ein Stoppschild missachtet habe, ermittelte nun ein Gutachter den wirklichen Unfallhergang:

Der später Getötete fährt an diesem Tag von Kirchhain her auf die Kreuzung und will links nach Niederwald abbiegen. Er folgt einem voranfahrenden Wagen in die Einmündung und wird dabei von dem 44-Jährigen gerammt, der ihm aus Richtung Anzefahr entgegenrast. „Der Angeklagte war eindeutig zu schnell“, betonte Richter Joachim Filmer.

Der Stadtallendorfer war statt der erlaubten 60 Stundenkilometer mit Tempo 110 unterwegs. „Wäre er mit Tempo 60 oder meinetwegen noch mit Tempo 80 gefahren, wäre es sicher nicht so tragisch ausgegangen“, sagte Filmer, der den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 3.600 Euro und einem siebenmonatigen Führerscheinentzug verurteilte.

Dieses für viele sicher milde anmutende Urteil kam zustande, weil der Getötete eine – wenn auch geringere – Mitschuld trägt. „Auch wenn der Angeklagte viel zu schnell war, hätte der Getötete die Vorfahrt beachten müssen“, betonte Richter Filmer.

von Nadine Weigel

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Donnerstagsausgabe der OP.

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