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Gekündigte Abbruchfirma wehrt sich

Hallenbad-Sanierung Gekündigte Abbruchfirma wehrt sich

Das Ludwigshafener Abbruchunternehmen, dem die Stadt den Vertrag kündigte, wehrt sich gegen Vorwürfe und fürchtet um seinen Ruf. Die Stadt gibt sich gelassen.

Dieses Archivfoto entstand im Oktober, es zeigt Abbrucharbeiten mit einem Minibagger an der Decke.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Möglicherweise werden sich die Stadt und das von ihr im Sommer beauftragte Abbruchunternehmen IST aus Ludwigshafen vor Gericht wiedersehen. Geschäftsführer Turgay Yilmaz von IST hat seinerseits eine Anwältin beauftragt, seine Interessen zu wahren.

Anfang November hatte die Stadt dem Abbruchunternehmen den Vertrag gekündigt (die OP berichtete), unter anderem wegen des Vorwurfs, massiv im Zeitverzug zu sein. Yilmaz bestreitet das: „Als die Kündigung kam, hätten wir nur noch drei bis vier Tage Arbeit gehabt.“ Deshalb könne er die Kündigung überhaupt nicht nachvollziehen. Er stellt die Ereignisse rund um den Abbruch anders dar als die Stadt. Er berichtet im Gespräch mit der OP von den erheblichen Mehrarbeiten, die im Laufe der Monate notwendig geworden seien. Darüber hatte diese Zeitung auch mehrfach berichtet. Yilmaz verweist auf Nachträge, die sein Unternehmen zuletzt unter anderem im August bei der Stadt gestellt habe.

Der IST-Geschäftsführer ist überzeugt: „Wären die Arbeiten so möglich gewesen, wie ausgeschrieben, dann wären wir Ende August fertiggeworden.“ Bei Auftragserteilung war der 19. September als Fertigstellungstermin für die Abbrucharbeiten festgelegt worden.

Unterschiedliche Positionen zur Dauer der Restarbeiten

Er berichtet von doppelt so dicken Wänden und weiteren Überraschungen nach Beginn der Bauarbeiten. Außerdem beklagt die Firma IST aus Ludwigshafen fehlende Koordination der Bauarbeiten durch den Bauherrn, die Stadt. Auch das habe zu Verzögerungen geführt.

Die Stadt hatte dem Unternehmen nicht nur wegen Zeitverzugs gekündigt. Ein weiterer Beweggrund war der massive Baulärm, unter dem die Umgebung während der Abbrucharbeiten einer Decke wochenlang zu leiden hatte. „Abrissarbeiten verursachen nun einmal Lärm“, sagt Yilmaz dazu. Er betont: Sein Unternehmen und seine Mitarbeiter hätten insgesamt sehr gute Arbeit bei den Abbrucharbeiten auf der Hallenbadbaustelle geleistet. Wie angekündigt hat die Stadt ein anderes, heimisches Abbruchunternehmen mit dem Abschluss des Abbruches beauftragt.

Bürgermeister Christian Somogyi widerspricht seinerseits dem Unternehmen IST was die Restarbeiten betrifft, die bei Vertragskündigung anstanden. „Wir gehen davon aus, dass die Firma Archinal noch etwa 14 Tage braucht. Es gibt erhebliche Restarbeiten“, erklärte Somogyi am Montag gegenüber dieser Zeitung.

Einmal pro Woche Baubesprechung

Und wie steht es um den Vorwurf der Ludwigshafener Firma, die Arbeiten auf der Baustelle seien nicht ausreichend koordiniert worden? Mehrfach in der Woche seien Ansprechpartner auf der Baustelle, einmal in der Woche gebe es eine Baubesprechung. „Da hat es genügend Möglichkeiten gegeben, die Dinge abzustimmen“, so Bürgermeister Somogyi.

Erste Verzögerungen hat es gegeben. als sich die Beckenfliesen wesentlich schwerer als erwartet abschlagen ließen. Auch beim Dach hatte es eine unangenehme Überraschung gegeben: Statt der erwarteten drei Lagen Dachpappe hatten sich stellenweise zehn gefunden. „Wir haben Fristen immer wieder aus Kulanz verlängert“, erklärt Somogyi. Er hofft, dass sich das Unternehmen und die Stadt nun gütlich einigen. Aber auch einer eventuellen gerichtlichen Klärung sehe er gelassen entgegen. Neben den restlichen Abbrucharbeiten laufen auf der dem Parkplatz zugewandten Seite derzeit die Erdarbeiten am drei Meter breiten Anbau an das Hallenbad.

von Michael Rinde

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