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Gefeiert wird mit Blasmusik und einem Musical

80 Jahre Feuerwehr Kleinseelheim Gefeiert wird mit Blasmusik und einem Musical

Die Freiwillige Feuerwehr Kleinseelheim feierte während des Dorffestes ihr 80-jähriges Bestehen - mit Aktionen für Klein und Groß.

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80 Jahre Feuerwehr sind ein wichtiger Teil der Dorfgeschichte, zu der es eine Ausstellung gab.

Quelle: Klaus Böttcher

Kleinseelheim. Nach dem Gottesdienst unter freiem Himmel ging es auf dem Platz beim Dorfgemeinschaftshaus und im Festzelt recht turbulent zu: Die Kleinseelheimer Wehr hatte zahlreiche befreundete oder benachbarte Wehren zu ihrem Fest eingeladen, um mit ihnen ein paar gemütliche Stunden zu verleben. Viele Kameraden folgten der Einladung. Ihnen sprach Ortsvorsteher Prof. Dr. Rainer Waldhardt ein dickes Lob für ihre Arbeit und ihre ständige Bereitschaft zum Dienst für die Allgemeinheit aus. Auf sein Dorf eingehend bezog er neben der Feuerwehr alle Ortsvereine mit ein. Nur mit ihnen zusammen sei ein dreitägiges Dorffest möglich. Dann spielte die Musik­kapelle Niederklein zur Unterhaltung - und die Blasmusik hallte über den ganzen Platz.

"Die Olchis räumen auf"

Im Dorfgemeinschaftshaus fand die Ausstellung zur Dorfgeschichte reichlich Beachtung. Wer von der Blasmusik abschalten wollte, genoss das Musical „Die Olchis räumen auf“.

Die Aufführung der freien Bühne Neuwied im Rahmen des Kinderkultursommers war nicht nur etwas für Kinder, sondern auch die Erwachsenen hatten ihren Spaß an den Olchis, die im Müll leben und auch Schmutz essen. „Es geht in dem Stück darum, dass sie etwas ordentlicher werden und aufräumen“, erklärte Silvia Weigel, die Organisatorin und Leiterin der integrativen Kindertagesstätte .

Der heutige Wehrführer und Vereinsvorsitzende Rainer Götzel blickte im Gespräch mit der OP auf die Geschichte der Kleinseelheimer Feuerwehr zurück. Der überlieferte Gründungstag ist der 14. Juni 1933. Der erste Ortsbrandmeister war Konrad Nau. Ihm standen 18 Gründungsmitglieder zur Seite, aber schnell wuchs die Wehr auf 32 aktive Kameraden an. Löschgeräte waren damals eine von Pferden gezogene Saug- und Druckpumpe sowie eine tragbare Druckspritze.

Wiederaufbau nach Zweitem Weltkrieg war schwer

Wie bei vielen Wehren war der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg recht schwierig, da viele Feuerwehrkameraden gefallen oder in Gefangenschaft geraten waren. 1950 löste Johannes Emmerich den ersten Ortsbrandmeister Konrad Nau ab. Die Einsatzabteilung bestand zu dieser Zeit aus 20 Männern.

Im Jahr 1952 wurde von der Gemeinde Cölbe ein gebrauchter Tragkraftspritzenanhänger gekauft. Meilensteine in der Geschichte der Kleinseelheimer Wehr waren 1964 der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses am Löschteich und zwei Jahre später die Gründung der ­Jugendfeuerwehr mit Willi Bingel als Jugendwart.

1967 wurde die moderne Tragkraftspritze TS 8/8 angeschafft. Durch eine Landesbeschaffungsaktion zur Motorisierung der Feuerwehren gab es im Jahr 1973 ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF).

In den Jahren 1984 und 1985 erstellten die Kleinseelheimer in Eigenleistung einen ­Anbau an das Feuerwehrgerätehaus. Dadurch erfüllten sie sich den Wunsch nach einem Unterrichts- und Aufenthaltsraum.

1995 wurde das TSF aus dem Jahr 1973 durch ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit 500-Liter-Wassertank und Schnellangriffseinrichtung ersetzt. Die Führung der Kleinseelheimer Wehr ging 1970 an Heinrich Lauer. Ihn löste Hermann Klingelhöfer 1992 ab. Seit 1997 ist Rainer Götzl Wehrführer und Vereinsvorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Kleinseelheim.

Der Feuerwehrverein hat heute rund 100 Mitglieder, von denen 13 Männer und zwei Frauen der Einsatzabteilung angehören. Die Jugendfeuerwehr ­habe auch etwa 15 Mitglieder, erklärte Götzel.

von Klaus Böttcher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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