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Gebühr steigt um 150 Prozent

Kosten Gebühr steigt um 150 Prozent

Am liebsten hätten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses die Abholgebühr für Sperrmüll auf 30 Euro erhöht, doch der Bürgermeister und ein Mitarbeiter traten auf die Bremse.

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Für das Abholen von Sperrmüll sollen künftig 25 Euro fällig werden – hier ein Themenfoto aus Marburg.Foto: Richter

Quelle: Thorsten Richter

Amöneburg. „Lieber so eine Gebühr als die Grundsteuer erhöhen“, kommentierte Reinhold Franke (CDU) eine Magistratsvorlage. Gemeinsam mit seiner Fraktion regte er an, die Gebühr nicht nur - wie von Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg vorgeschlagen - von 10 auf 20 sondern gleich auf 25 Euro zu erhöhen. Zeitweise war in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses sogar von 30 Euro die Rede, dies verhinderte Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg jedoch. „Dann werfen wir den Müll doch lieber in den Wald“, sagte er auf tiefstem Platt und ergänzte, dass dies mit Sicherheit oftmals die Antwort der Bürger wäre, wenn seine Mitarbeiter 30 Euro verlangten. Unterstützung bekam er dabei von Andreas Orth: Der städtische Kassenleiter war Schriftführer der Ausschusssitzung und bestätigte die Theorie seines Chefs.

Dem Handel rund um die Höhe war eine Diskussion vorangegangen, ob eine Erhöhung überhaupt sinnvoll sei. Peter Greib (AWG) sprach von einer „Gebührenerhöhung durch die Hintertür“, weil die Bürger ihre Abfallgebühren zahlten und dann nicht unterscheiden würden zwischen Restmüll und Sperrmüll. „Wenn die Stadt eine Leistung bringt, sollte diese auch vernünftig und gut vergütet werden“, entgegnete Franke. „Kostendeckend arbeiten ist das Ziel“ sagte sein Fraktionsvorsitzender, Jan-Gernot Wichert.

Davon ist die Stadt allerdings noch weit entfernt - auch wenn sie zusätzlich zur Gebührenerhöhung auch noch das maximale Volumen pro Abholung von zehn auf fünf Kubikmeter reduziert. Zehn Kubikmeter Sperrmüll hätten etwa einer halben Tonne Gewicht, rechnete Richter-Plettenberg vor. Pro Tonne berechne die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda der Stadt 197 Euro, ergänzte er. Will heißen: Selbst nach der Erhöhung der Gebühr und der Reduzierung des Maximalvolumens zahlt die Stadt immer noch rund 100 Euro pro Tonne drauf. Dies dürfte auch ein Grund sein, dass sie eine weitere Begrenzung anstrebt: Pro Haushalt sollen künftig im Jahr nur noch zwei Abholungen erlaubt sein.

n Doch damit nicht genug der geplanten Änderungen an der Abfallsatzung: Bisher war der Wechsel der Abfalltonnen-Größe einmal im Jahr kostenlos, beim zweiten Tausch wurden zehn Euro fällig. Künftig sollen Bürger 15 Euro zahlen - und zwar schon ab dem ersten Tausch. Die Abfuhrfirma berechne der Stadt pro „Behälteränderung“ 14,88 Euro, sagt Richter-Plettenberg und verweist auf das Ziel der kostendeckenden Gebühren. Die erstmalige Bereitstellung von Müllgefäßen, die Bereitstellung von Windeltonnen sowie der Austausch beschädigter Tonnen soll weiterhin kostenlos bleiben.

Eine endgültige Entscheidung über die geplanten Veränderungen an der Abfallsatzung treffen die Stadtverordneten am Montag um 19.30 Uhr in ihrer Sitzung im Bürgerhaus Mardorf. Die Ausschussmitglieder empfehlen einstimmig, die Änderungen anzunehmen.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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